Makis Voridis

Mavroudis „Makis“ Voridis (griechisch Μαυρουδής «Μάκης» Βορίδης, * 1964 in Athen) ist ein griechischer Rechtsanwalt und Politiker. Der ehemalige Anführer, Vorsitzende und Gründungsmitglied mehrerer rechtsextremer Gruppen und Parteien war Verkehrsminister der Übergangsregierung Papadimos für die rechtspopulistische LA.O.S. Nach seinem Wechsel zur konservativen Nea Dimokratia 2012 übernahm Voridis deren Fraktionsvorsitz im griechischen Parlament und war Gesundheitsminister im Kabinett Samaras.
Von 2021 bis 2023 war Voridis Landwirtschaftsminister und ab März 2025 Migrationsminister in konservativen Regierungen. Als Landwirtschaftsminister war er in den systematischen griechischen Subventionsbetrug an der EU-Agrarförderung involviert. Als die EU-Kommission Griechenland 2025 drohte Mittel zu streichen und Druck auf die Griechische Regierung ausübte, trat er im Juni 2025 als Minister zurück, um sich „der Verteidigung seiner Unschuld“ zu widmen.[1]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Makis Voridis hat ein Studium an der Universität London mit dem Titel Magister der Rechte abgeschlossen.[2]
Als Jugendlicher war er in der faschistischen Studentengruppe Eleftheri Mathites (Ελεύθεροι Μαθητές ‚Freie Schüler‘) am Athens College aktiv.[3]
Voridis übernahm 1985 von Nikolaos Michaloliakos die Jugendführung der nationalistischen EPEN[4], die sich für die Freilassung der Junta-Offiziere und die Rückkehr des Königs einsetzte. Nach Voridis’ Ansicht standen diese Parteiziele einer Modernisierung entgegen, deshalb gründete er 1994 die rechtsgerichtete Elliniko Metopo nach dem Vorbild seines Freundes Jean-Marie Le Pen und war deren Vorsitzender.[5] Zwei Mal – 1998 und 2002 – war Voridis Kandidat für das Amt des Athener Oberbürgermeisters.[6] Die Elliniko Metopo verfügte über enge Verbindungen zur französischen Front National. Voridis, unterhielt persönliche Kontakte zu Le Pen und Carl Lang.[7] Zwar war die Partei in den Vorjahren nie ins griechische Parlament eingezogen, nach dem desaströsen Ergebnis von 2004, das unter 0,1 % lag, wechselte jedoch die gesamte Parteiführung im Herbst 2005 zur LA.O.S-Partei.[8] Nach der Parlamentswahl 2007 war Voridis bis 2009 Abgeordneter für die erstmals im griechischen Parlament vertretene LA.O.S-Partei.[9] In der Übergangsregierung Papadimos war er vom 11. November 2011 bis 17. Mai 2012 Minister für Infrastruktur, Verkehr und Netzwerke.[10] Nach dem Ausscheiden der LA.O.S aus der Regierung im Februar 2012 trat er zur Nea Dimokratia über. Seit der Parlamentswahl im Mai 2012 war Voridis Abgeordneter der Nea Dimokratia und übernahm nach der Parlamentswahl im Juni 2012 den Fraktionsvorsitz. Vom 10. Juni 2014 bis 26. Januar 2015 war Voridis Gesundheitsminister im Kabinett Samaras.[11]
Von 2019 bis 2023 war Voridis Landwirtschaftsminister und ab März 2025 Migrationsminister in konservativen Regierungen. Als Landwirtschaftsminister war er in den systematischen griechischen Subventionsbetrug an der EU-Agrarförderung involviert. Als die EU-Kommission Griechenland 2025 drohte Mittel zu streichen und Druck auf die Griechische Regierung ausübte, trat er im Juni 2025 als Minister zurück, um sich „der Verteidigung seiner Unschuld“ zu widmen.
Positionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Voridis sagte 2003 in der extrem rechten Zeitschrift Ellinikes Grammes zum Tagebuchs der Anne Frank und der nachweislich antisemitischen Fiktion[12] Die Protokolle der Weisen von Zion, dass die Authentizität beider Werke von Historikern bewertet werden solle, was vielfach als implizite Anspielung auf rechtsextremes Gedankengut aufgefasst wurde.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Subventionsskandal löst Regierungskrise in Griechenland aus – DW – 30.06.2025. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Lebenslauf auf der Seite des Hellenischen Parlaments (griechisch)
- ↑ Mark Ames: Austerity & Fascism In Greece – The Real 1% Doctrine. In: Naked Capitalism Blog. 16. November 2011, abgerufen am 27. Oktober 2013 (englisch).
- ↑ Dimitris Psarras: Neonazistische Mobilmachung im Zuge der Krise. Rosa-Luxemburg-Stiftung, Brüssel / Berlin 2013, S. 45. PDF Online
- ↑ Lazaros Miliopoulos: Extremismus in Griechenland. In: Eckhard Jesse. Tom Thieme (Hrsg.): Extremismus in den EU-Staaten. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17065-7, S. 155.
- ↑ Psarras 2013, S. 45.
- ↑ Psarras 2013, S. 9f
- ↑ Psarras 2013, S. 10, 45.
- ↑ Parlamentsmitglieder 12. Wahlperiode, 16. September 2007–7. September 2009 (griechisch)
- ↑ Ministerliste Kabinett Papadimos, 2011–2012 (griechisch)
- ↑ Ministerliste Kabinett Samaras 2012–2015 (griechisch)
- ↑ Publikationen. Walter de Gruyter, 2013, ISBN 978-3-11-030535-7 (google.de [abgerufen am 4. August 2018]).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Voridis, Makis |
| ALTERNATIVNAMEN | Voridis, Makis Mavroudis (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | griechischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 1964 |
| GEBURTSORT | Athen |
