Kabinett Andonis Samaras

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Andonis Samaras, 2012

Das Kabinett Samaras bildete vom 21. Juni 2012 bis 26. Januar 2015 unter Andonis Samaras von der Nea Dimokratia die Regierung Griechenlands. Es folgte nach der Parlamentswahl vom 17. Juni auf das Kabinett Pikrammenos, das nach den gescheiterten Versuchen nach der Wahl vom 6. Mai 2012, eine mehrheitsfähige Regierung zu bilden, als Übergangsregierung seit dem 17. Mai 2012 amtierte.

Regierungszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regierung wurde zunächst von einer Koalition der konservativen Nea Dimokratia (ND) mit der sozialdemokratischen PASOK und der linksdemokratischen DIMAR getragen, sie verfügte über eine deutliche Mehrheit von 179 der 300 Parlamentssitze. Dem Kabinett gehörten keine Politiker der beiden linken Parteien an.[1]

Da der ursprünglich als Finanzminister berufene Vasilis Rapanos das Amt nach einem Schwächeanfall aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten konnte, führte Giorgos Zanias von der Vorgängerregierung die Geschäfte bis zur Berufung von Giannis Stournaras am 5. Juli 2012.[2]

Zu einer Kabinettsumbildung kam es im Juni 2013, weil die Nea Dimokratia ohne Absprache mit den Koalitionspartnern PASOK und DIMAR die Schließung der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt ERT beschlossen hatte. Am 21. Juni 2013 gab die Partei DIMAR von Fotis Kouvelis, die kleinste der drei griechischen Regierungsparteien, ihren Rückzug aus der Koalition bekannt. Die von DIMAR ins Kabinett entsandten Minister Manitakis und Roupakiotis erklärten ihren Rücktritt, nachdem die DIMAR aus der Koalition ausgeschieden war. Dadurch verfügte die neue Regierungskoalition aus Nea Dimokratia von Ministerpräsident Samaras und die Evangelos Venizelos geführte PASOK nur noch über eine Mehrheit von 153 der 300 Sitze im Parlament.[3] Am 24. Juni 2013 einigten sich Samaras und Venizelos auf eine erneute Koalition.[4] Venizelos wurde stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister.

Eine weitere Kabinettsumbildung wurde am 10. Juni 2014 nach Stimmverlusten bei der Europawahl 2014 durchgeführt.[5] Nachdem zum 1. November 2014 der bisherige Verteidigungsminister Dimitris Avramopoulos im Kabinett Juncker der Europäischen Kommission das Ressort des Kommissars für Migration, Inneres und Bürgerschaft übernahm, wurde Nikos Dendias sein Nachfolger.[6] Dendias war zuvor schon 'Minister für öffentliche Ordnung und Bürgerschutz' und dann (seit 25. Juni 2013) 'Minister für Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit' gewesen.

Mitglieder des Kabinetts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ministerium Amtsinhaber Griechische Schreibweise Partei
Ministerpräsident Andonis Samaras Αντώνης Σαμαράς Nea Dimokratia
Stellvertretender Ministerpräsident seit 25. Juni 2013 Evangelos Venizelos Ευάγγελος Βενιζέλος PASOK
Außenminister Dimitris Avramopoulos Δημήτρης Αβραμόπουλος Nea Dimokratia
Evangelos Venizelos seit 25. Juni 2013 Ευάγγελος Βενιζέλος PASOK
Innenminister Evripidis Stylianidis Ευριπίδης Στυλιανίδης Nea Dimokratia
Giannis Michelakis seit 25. Juni 2013 Γιάννης Μιχελάκης Nea Dimokratia
Argyris Dinopoulos seit 10. Juni 2014 Αργύρης Ντινόπουλος Nea Dimokratia
Wirtschaftsminister seit 5. Juli 2012 Giannis Stournaras Γιάννης Στουρνάρας Parteilos
Gikas Chardouvelis seit 10. Juni 2014 Γκίκας Χαρδούβελης Parteilos
Verteidigungsminister Panagiotis Panagiotopoulos Παναγιώτης Παναγιωτόπουλος Nea Dimokratia
Dimitris Avramopoulos seit 25. Juni 2013 Δημήτρης Αβραμόπουλος Nea Dimokratia
Nikos Dendias seit 3. November 2014 Νίκος Δένδιας Nea Dimokratia
Minister für Handelsmarine und das Ägäische Meer Kostis Mousouroulis Κωστής Μουσουρούλη Nea Dimokratia
Miltiadis Varvitsiotis seit 25. Juni 2013 Μιλτιάδης Βαρβιτσιώτης Nea Dimokratia
Justizminister Andonis Roupakiotis Αντώνης Ρουπακιώτης Parteilos, Vorschlag DIMAR
Charalambos Athanasiou seit 25. Juni 2013 Χαράλαμπος Αθανασίου Nea Dimokratia
Arbeitsminister Giannis Vroutsis Γιάννης Βρούτσης Nea Dimokratia
Bildungs- und Kulturminister bis 25. Juni 2013 Konstantinos Arvanitopoulos Κωνσταντίνος Αρβανιτόπουλος Nea Dimokratia
Bildungsminister seit 25. Juni 2013 Konstantinos Arvanitopoulos Κωνσταντίνος Αρβανιτόπουλος Nea Dimokratia
Andreas Loverdos seit 10. Juni 2014 Ανδρέας Λοβέρδος PASOK
Kulturminister seit 25. Juni 2013 Panagiotis Panagiotopoulos Παναγιώτης Παναγιωτόπουλος Nea Dimokratia
Konstantinos Tasoulas seit 10. Juni 2014 Κωνσταντίνος Τασούλας Nea Dimokratia
Minister für Umwelt, Energie und Klimawandel Evangelos Livieratos Ευάγγελος Λιβιεράτος Parteilos, Vorschlag PASOK
Giannis Maniatis seit 25. Juni 2013 Γιάννης Μανιάτης PASOK
Minister für Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, Infrastruktur, Transport und Netzwerke bis 25. Juni 2013 Kostis Chatzidakis Κωστής Χατζηδάκης Nea Dimokratia
Minister für Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit seit 25. Juni 2013 Kostis Chatzidakis Κωστής Χατζηδάκης Nea Dimokratia
Nikos Dendias seit 10. Juni 2014 Νίκος Δένδιας Nea Dimokratia
Konstandinos Skrekas seit 3. November 2014 Κώστας Σκρέκας Nea Dimokratia
Minister für Infrastruktur, Transport und Netzwerke seit 25. Juni 2013 Michalis Chrysochoidis Μιχάλης Χρυσοχοϊδης PASOK
Gesundheitsminister Andreas Lykourentzos Ανδρέας Λυκουρέντζος Nea Dimokratia
Adonis Georgiadis seit 25. Juni 2013 Άδωνις Γεωργιάδης Nea Dimokratia
Makis Voridis seit 10. Juni 2014 Μάκης Μαυρουδής Βορίδης Nea Dimokratia
Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung Athanasios Tsaftsaris Αθανάσιος Τσαυτάρης Parteilos, Vorschlag PASOK
Giorgos Karasmanis seit 10. Juni 2014 Γιώργος Καρασμάνης Nea Dimokratia
Tourismusministerin Olga Kefalogianni Όλγα Κεφαλογιάννη Nea Dimokratia
Minister für Makedonien und Thrakien Theodoros Karaoglou Θεόδωρος Καράογλου Nea Dimokratia
Georgios Orfanos seit 10. Juni 2014 Γεώργιος Ορφανός Nea Dimokratia
Minister für Verwaltungsreform und E-Government Andonis Manitakis Αντώνης Μανιτάκης Parteilos, Vorschlag DIMAR
Kyriakos Mitsotakis seit 25. Juni 2013 Κυριάκος Μητσοτάκης Nea Dimokratia
Minister für öffentliche Ordnung und Bürgerschutz Nikos Dendias Νίκος Δένδιας Nea Dimokratia
Vasilis Kikilias seit 10. Juni 2014 Βασίλης Κικίλιας Nea Dimokratia
Staatsminister Dimitris Stamatis Δημήτρης Σταμάτης Nea Dimokratia

Abfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samaras verkündete am 8. Dezember 2014 eine vorgezogene Präsidentschaftswahl, obwohl seine Koalitionsregierung nicht über die erforderlichen Mehrheiten verfügte.[7] Sein Kandidat Stavros Dimas scheiterte in drei Wahlgängen.[8] Nach der Verfassung kam es zur Auflösung des Parlaments und zur vorgezogenen Parlamentswahl am 25. Januar 2015, aus der die oppositionelle, linksradikale Partei SYRIZA von Alexis Tsipras als stärkste Partei hervorging. Am folgenden Tag wurde Tsipras als Ministerpräsident vereidigt.[9]

So wurde das Kabinett Samaras am 27. Januar 2015 vom Kabinett Tsipras abgelöst.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pro-europäische Parteien bilden Regierung in Griechenland, Deutsche Welle, 20. Juni 2012
  2. Auch die Politiker schwächeln, Deutsche Welle, 25. Juni 2012
  3. Da waren es noch zwei, faz.net 21. Juni 2013; Aus für Dreier-Koalition: Griechenland zittert sich durch die Chaostage, Spiegel Online, 21. Juni 2013
  4. Schuldenkrise: Griechenlands neue Regierung steht Spiegel Online, 24. Juni 2013
  5. Griechenlands Finanzminister muss gehen, Deutsche Welle, 10. Juni 2014
  6. www.griechenland.net 31. Oktober 2014: Mini-Kabinettsumbildung in Griechenland
  7. Präsidentenwahl in Griechenland wird vorgezogen, Deutsche Welle, 9. Dezember 2014.
  8. Griechen vor Neuwahl - neue Eurokrise?, Deutsche Welle, 29. Dezember 2014.
  9. Griechischer Wahlsieger Tsipras schon Regierungschef, Deutsche Welle, 26. Januar 2015.