Manchester School of Anthropology

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Die Manchester School of Anthropology ist eine interaktionistische Richtung der britischen Anthropologie, die von der Universität Manchester ausging.

Näheres[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Manchester Anthropology implizierte früher einmal sowohl die Loyalität zu einer Gruppe als auch zu einer bestimmten Linie und in den Anfängen sogar zu Max Gluckmans Lieblingsmannschaft, Manchester United.

Zu nennen sind darunter

Vom Rhodes-Livingstone Institute of Social Research[1] in Lusaka (Sambia) aus führten die wichtigsten Vertreter ihre Arbeiten alle im südlichen Afrika, vor allem im heutigen Sambia durch. Sie beschäftigten sich z. B. im dortigen Copperbelt vor allem mit dem dramatischen sozialen Wandel, der in diesem Revier des Abbaus und der Verhüttung von Kupfer und Kobalt früh deutlich war.

Sie übten auch energische Kritik am britischen Kolonialismus und legten einen Grundstock für die Ethnizitätsforschung.

Sie bearbeitete dabei besonders die konfliktsoziologische Ambivalenz von harmonisierendem Ritualismus und konfligierender Interaktion. Konfliktorientiertheit und Prozesshaftigkeit waren somit besondere Akzente ihrer Studien im südlichen Afrika inmitten der britischen Kolonialzeit. Sie vertraten die Ansicht, dass das alte, von Bronisław Malinowski mit geprägte Prinzip des britischen Funktionalismus nicht mehr aufrechtzuerhalten sei, dass nur die Gegenwart zähle und Prozesse und historische Veränderungen als sekundär hintanzustellen seien.

Die „Manchester School“ ging erstmals in der Geschichte der britischen Sozialanthropologie dazu über, auch überlokale Faktoren (nämlich jene des Kolonialismus) mit zu analysieren seien und begannen, globale Systeme in ihrer Wechselwirkung mit den lokalen Strukturen zu untersuchen.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Rhodes-Livingstone Institute.

Siehe auch[Bearbeiten]