Marc Schuh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Marc Schuh Leichtathletik
Marc Schuh beim Hessentag 2014
Voller Name Marc Andre Schuh
Nation Deutsch
Geburtstag 12. August 1989
Geburtsort Bergisch Gladbach, Deutschland
Beruf Rollstuhlsprinter
Karriere
Disziplin Sprint
Verein TV Herkenrath
Nationalkader seit 2008
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Medaillen WM 1 × Gold 1 × Silber 2 × Bronze
Medaillen EM 0 × Gold 1 × Silber 3 × Bronze
Medaillen Junioren-WM 10 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
IPC-Weltmeisterschaften
Silber 2013 Lyon 400 m
Bronze 2013 Lyon 100 m
Bronze 2011 Christchurch 400 m
IWAS-Weltmeisterschaften
Gold 2009 Bangalore 400 m
IPC-Europameisterschaften
Silber 2014 Swansea 400 m
Bronze 2014 Swansea 100 m
Bronze 2014 Swansea 200 m
Bronze 2014 Swansea 800 m
IWAS-Juniorenweltmeisterschaften
Gold 2010 Olomouc 100 m
Gold 2010 Olomouc 200 m
Gold 2010 Olomouc 400 m
Gold 2009 Nottwil 100 m
Gold 2009 Nottwil 200 m
Gold 2009 Nottwil 400 m
Gold 2009 Nottwil 4 × 100 m
Gold 2008 New Brunswick 100 m
Gold 2008 New Brunswick 200 m
Gold 2008 New Brunswick 400 m
letzte Änderung: 11. Januar 2015

Marc Schuh (* 12. August 1989 in Bergisch Gladbach) ist ein deutscher Rollstuhlleichtathlet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marc Schuh wurde mit einer Fehlbildung der Wirbelsäule geboren, die ihm das Laufen unmöglich macht. Er absolvierte 2007 das Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Bensberg als Jahrgangsbester in Chemie und Physik. Im selben Jahr begann er ein Studium der Physik an der Universität Heidelberg, das er 2012 als Bachelor[1] und anschließend 2014 als Master abschloss; seine Masterarbeit behandelt Simulations of the electrostatic and magnetic field properties and tests of the Penning-ion source at THe-Trap.[2] Im Anschluss promovierte er und forschte bis Mai 2019[3] am Max-Planck-Institut für Kernphysik in der Gruppe von Klaus Blaum. Ziel war es, mit Hilfe von Penning-Fallen das Wissen über den Q-Wert von Tritium zu verbessern.[4] 2019 wurde er von der DPG zu einer der 175 inspirierenden Persönlichkeiten der Physik gewählt[5].

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Umweg über Rollstuhl-Basketball und Rollstuhl-Tennis gelangte Schuh im Alter von zehn Jahren zur Leichtathletik, als er den Mobifanten-Cup im Rahmen des Heidelberg-Marathons gewann.[6]

2005 wurde er bei seiner ersten Teilnahme an Juniorenweltmeisterschaften in Stoke Mandeville (Vereinigtes Königreich) U18-Vizeweltmeister über 100 und 200 Meter. Bei den Sommer-Paralympics 2008 in Peking erreichte er über 400 Meter das Halbfinale. Im gleichen Jahr sicherte er sich bei den Juniorenweltmeisterschaften in den USA den Weltmeistertitel über 100, 200 und 400 Meter in der Kategorie U20.

Im Jahre 2009 gewann er bei den IWAS World Junior Games in Nottwil Gold über 100, 200, 400 Meter und 4x100 Meter, diesmal in der Kategorie U23. Ebenfalls seit 2009 hält Schuh die deutschen Rekorde über 100, 200 und 400 Meter. Im November 2009 wurde er bei der Teilnahme an den IWAS-Weltmeisterschaften in Bangalore Weltmeister über 400 Meter. Von 2010 bis 2017 hielt er den Europarekord über 400 Meter mit 45,64 s. Im Jahre 2015 verbesserte er diesen Rekord auf 45,40 s und stellte damit eine neue zweitschnellste jemals erzielte Zeit auf. Er ist der erste Athlet, der dreimal unter 46 Sekunden blieb. Bei den Paralympics 2012 in London wurde Schuh Fünfter über 100 und Sechster über 400 Meter. Bei den IPC-Weltmeisterschaften 2013 in Lyon gewann er die Silbermedaille über 400 und die Bronzemedaille über 100 Meter. 2014 startete er bei der IPC-Europameisterschaften in Swansea über 100, 200, 400 und 800 Meter. Über alle vier Strecken fuhr er auf das Podest und erzielte über 400 m sein bestes Resultat mit einer Silbermedaille.

Bei den Paralympics 2016 in Rio nahm er teil, schied allerdings krankheitsbedingt bereits im Vorlauf aus.

Die IPC-Weltmeisterschaft in London 2017 war seine letzte Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft. Er belegte den 5. Platz über 200 m und den 7. Platz über 400 m.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edmund Ruppert: Die Paralympics der Behindertensportler. Der Rollstuhlsportler Marc Schuh in Peking. In: Rheinisch-Bergischer Kalender 2010. Joh. Heider, 2009, ISBN 978-3-87314-444-6, ISSN 0722-7671, S. 232–235.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marc Schuh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simulations of the electrostatic and magnetic field properties and tests of the Penning-ion source at THe-Trap.
  2. Online-Zugang.
  3. Marc Schuh: Simulations of the image charge effect in high-precision Penning traps and the new IGISOL ion buncher. Heidelberg 22. Mai 2019.
  4. THe-TRAP-Projekt. In: Max-Planck-Institut für Kernphysik, Universität Heidelberg.
  5. Marc Schuh. Abgerufen am 17. September 2020.
  6. Zu den sportlichen Erfolgen insgesamt siehe seine persönliche Homepage.