Medaille

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Medaille 1856 Wien, XXXII. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte
Napoleonische Tapferkeitsmedaille von 1812 (Schlacht an der Beresina)
Gedenkmedaille der Feuerwehr München (1912)

Eine Medaille ist eine Gedenk- oder Schauprägung, die zu besonderen Gelegenheiten geprägt, als Ehrenauszeichnung vergeben oder als Schmuck- oder Kunstobjekt (dann auch Medaillon) geschaffen wird.

Begriffsklärung: Medaille – Münze – Plakette[Bearbeiten]

Das Wort Medaille stammt aus dem Französischen und geht über mittellateinisch medallia „kleine Münze“ zurück auf lateinisch metallum „Metall“. In der Renaissance wurden Medaillen erstmals als Kunstobjekte verwendet, dabei diente das römische Schwergeld als Vorbild. Ursprünglich wurden Medaillen aus Metall gegossen. Seit sich Münzprägeverfahren durchgesetzt haben, werden bis auf vereinzelte Ausnahmen auch Medaillen geprägt. Medaillen können in Positiv- oder Negativprägung hergestellt werden. Bei größerer Tiefe der Motive können sie den Charakter einer Kleinplastik annehmen.

Medaillen dürfen nicht mit Münzen verwechselt werden. Münzen werden als offizielles Zahlungsmittel geprägt und mit einem Nennwert versehen. Sie können nur von staatlicher bzw. offizieller Seite hergestellt und ausgegeben werden. Im Gegensatz dazu können Medaillen (unter Beachtung einiger weniger Einschränkungen) z. B. auch von Unternehmen, Vereinen oder Privatpersonen hergestellt werden.

Die Medaille ähnelt der Plakette und wird gelegentlich mit dieser verwechselt. Plaketten zeigen in der Regel eine einseitige erhabene Darstellung, wohingegen Medaillen auf beiden Seiten Bildmotive oder Schrift aufweisen.

Die Tatsache, dass Medaillen manchmal nur eine Bildseite haben, hat auch zu der Redensart von der „Kehrseite der Medaille“ geführt. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass der angesprochene Sachverhalt nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile aufweisen kann.

Einsatzbereiche[Bearbeiten]

Medaillen sind vor allem verbreitet

  • als Auszeichnungen für hervorragende sportliche, wissenschaftliche, berufliche oder kulturelle Leistungen
  • als Gedenkprägungen ohne Nennwert, z. B. aus Anlass eines Ereignisses oder Jubiläums oder zu Ehren einer Persönlichkeit

Insbesondere im Sport ist eine Ehrung der drei besten Sportler bzw. Mannschaften durch eine Gold-, eine Silber- und eine Bronze-Medaille alternativ oder zusätzlich zur Übergabe eines Pokals bekannt. Gemäß obiger Definition handelt es sich dabei allerdings nicht selten um Plaketten. Die numismatisch präzise Benennung spiegelt sich also nicht im allgemeinen Sprachgebrauch wider.

Vereinzelt werden Medaillen aus eingeschmolzenen Metallteilen spezieller Herkunft geprägt, z. B. Stücke aus einem abgestürzten Luftschiff oder einer Lokomotive, Kupferblech aus dem Dach eines Rathauses oder einer Kirche.

Bekannte Medaillen[Bearbeiten]

Sportmedaillen[Bearbeiten]

Goldmedaille für die Olympischen Spiele 1980 in Moskau
Goldmedaille für die Ski-Weltmeister der FIS

Medaillen werden bei vielen wichtigen sportlichen Veranstaltungen verliehen. Bekannte Beispiele sind die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen für den ersten, zweiten und dritten Platz bei

In Fällen, in denen mehrere Athleten dasselbe Ergebnis erzielen, kann die entsprechende Medaille auch mehrfach vergeben werden. Die mehrfach vergebenen Plätze werden bei der weiteren Platzierung ausgelassen, das heißt, es gibt dann beispielsweise keinen zweiten oder dritten Platz und damit keine Silber- oder Bronzemedaillengewinner. In manchen Sportarten ist mit dem Erreichen eines Halbfinals bereits eine Bronzemedaille garantiert. Dort wird das kleine Finale zwischen den Verlierern der Halbfinale nicht ausgetragen und beide erhalten die Bronzemedaille. Dies ist beispielsweise in den olympischen Boxwettbewerben der Fall.

Medaillen im Schulbildungssystem[Bearbeiten]

Wissenschaftsmedaillen[Bearbeiten]

Für herausragende wissenschaftliche Leistungen werden verliehen (Auswahl):

Medaillen aus dem künstlerischen Bereich[Bearbeiten]

Für Leistungen auf gesellschaftlichen Gebieten werden verliehen:

Militärische Medaillen oder Auszeichnung[Bearbeiten]

Friedrich-August-Medaille, Ausführung in Silber, geprägt in der Münzstätte Muldenhütten

Für militärische Leistungen, Tapferkeit, aber auch als Verwundetenabzeichen, werden oder wurden z. B. verliehen:

Siehe auch:

Verdienst- und Ehrenmedaillen[Bearbeiten]

Daneben verleihen auch die öffentlichen Körperschaften Auszeichnungen um besondere Verdienste in Wissenschaft, Kultur und Kunst, Wirtschaft und Landesverteidigung.

Übersichten dazu geben:

Weitere Verdienstmedaillen:

Medaillen und Abzeichen von Selbsthilfegruppen[Bearbeiten]

Medaillen und Anstecknadeln zur Anerkennung und Selbstmotivation in sog. 12 Schritte Selbsthilfegruppen, wie z.B. Anonyme Alkoholiker, Al Anon, Anonymous NA – Narcotics u.Ä. Vor Allem üblich in den USA und Kanada.

Literatur[Bearbeiten]

  • Leonard Forrer: Biographical dictionary of medallists: coin-, gem-, and seal-engravers, mint masters, & c., ancient and modern; with references to theirs works; B.C. 500 – A.D. 1900. London 1904-1930. (6 Bände).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Medals – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Medaille – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]