Marcophono
Marcophono ist ein von Marc Wäsche im Jahr 2007 gegründetes, deutschsprachiges Angebot, um Telefonstreiche durchzuführen. Laut Impressum befindet sich der Hauptsitz von Marcophono in London.
Funktionsweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marcophono ist ein kostenfreier, werbefinanzierter Dienst für den D-A-CH-Raum.[1] Darüber hinaus werden auch kostenpflichtige Premium-Varianten angeboten.
Marcophono funktioniert aus Gründen der Nachtruhe nur von 09:00 Uhr bis 22:00 Uhr.[2] Die Anzahl der täglich möglichen Anrufe ist begrenzt, in der App wird hierfür ein Guthabensystem eingesetzt. Für das Anrufen von Mobilfunknummern benötigt man einen kostenpflichtigen Zugang. Anrufe an Service- und Notrufnummern sind nicht möglich.
Der Anrufende wählt zunächst zwischen verschiedenen Szenarien aus, die alle das Ziel haben, den Angerufenen zu täuschen. Anschließend wählt man die Telefonnummer und das Land, in das der Anruf gehen soll. Wenn man mit der Zielperson verbunden ist, wählt man vorgefertigte Satzbausteine oder Wörter aus, die dann abgespielt werden. Manche Szenarien funktionieren so, dass ein vorgesprochener Text durchgängig abgespielt wird.
Der Angerufene ist für den Anrufer zu hören, der Anrufende bleibt für den Angerufenen stumm. Der Nutzer ist durch den Angerufenen nicht identifizierbar, da seine eigene Telefonnummer durch die Nutzung des Dienstes nicht angezeigt wird.
Missbrauch und rechtliche Einordnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf Grund häufigen Missbrauchs kam es zu Warnungen beispielsweise durch Verbraucher-Beratungsstellen.[3][4]
Um Telefonterror zu vermeiden, werden wiederholt gewählte Telefonnummern temporär ausgeschlossen. Über das Impressum der Marcophono-Website lassen sich Telefonnummern für den Dienst auch gänzlich sperren.
Marcophono ist grundsätzlich legal. Nur ein Anruf allein ist in der Regel nicht strafbar, soweit es bei harmlosen Witzen und Scherzen bleibt. Kommt es hier doch zu Beleidigungen, Drohungen oder sehr starken seelischen Verletzungen, kann gegen den Anrufenden rechtlich vorgegangen werden. Anrufe an Notrufnummern und an öffentliche Einrichtungen sind strafbar.[5][6] Auch das von Marcophono beworbene Mitschneiden von Telefonaten ist illegal, so lange der Angerufene keine Möglichkeit zur Zustimmung vor der Aufzeichnung hat.[7]
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Laut eigenen Angaben von Marcophono wurden von Synchronsprecher Norbert Gastell exklusiv fünf verschiedene Anrufszenarien aufgenommen.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Marcophono: Telefonspaß mit Herrn Rosentreter ( vom 19. August 2014 im Internet Archive)
- ↑ Kann man wegen marcophono zur Polizei gehen? bei Giga.de
- ↑ Spaßanrufe aus dem Netz nerven Müllberatung auf infranken.de vom 12. Juli 2012, abgerufen am 20. August 2014
- ↑ ZBH warnt vor Spaßanrufern in presse-service.de, 21. Juli 2011, abgerufen am 15. April 2022
- ↑ Marcophono – legal oder nicht? auf chip.de vom 25. März 2014, abgerufen am 17. August 2014
- ↑ https://www.giga.de/webapps/marcophono/tipps/kann-man-wegen-marcophono-zur-polizei-gehen/
- ↑ https://www.marcophono.com/faq.html#allgemein_mitschneiden