Marcus Caelius

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Centurio Marcus Caelius, für den gleichnamigen Politiker der späten römischen Republik siehe Marcus Caelius Rufus.

Marcus Caelius (* um 45 v. Chr.; † vermutlich 9 n. Chr. in der Varusschlacht) war Centurio der römischen Legio XVIII. Er ist nur bekannt durch sein Kenotaph, das in der frühen Neuzeit im Militärlager Vetera (in der Nähe von Xanten) aufgefunden wurde und den Tod des Marcus Caelius in der Varusschlacht angibt. Dieses Kenotaph bildet die bislang einzige archäologisch-epigraphische Quelle für das tatsächliche Stattfinden der sogenannten „Schlacht im Teutoburger Wald“. Es befand sich seit 1820 im Besitz der Universität Bonn und wurde 1893 nach Eröffnung dem Rheinischen Landesmuseum in Bonn übereignet, wo der Stein bis heute zu besichtigen ist.

Grabstein des Marcus Caelius

Der so genannte Caeliusstein zeigt den Geehrten in seiner vollen Uniform und all seinen militärischen Auszeichnungen: ordensartige Phalerae auf dem Brustpanzer sind Armillae bzw. Torques zu sehen und auf dem Kopf die Bürgerkrone (corona civica). In der Hand hält er den Stock (vitis) als Zeichen seines Ranges. Marcus Caelius wird auf seinem Denkmal von seinen beiden freigelassenen Sklaven flankiert, die vermutlich ebenfalls in der Schlacht zu Tode kamen.

Die Inschrift lautet[1]:

M(arco) Caelio T(iti) f(ilio) Lem(onia tribu) Bon(onia)
[I] o(rdini) leg(ionis) XIIX ann(orum) LIII s(emissis)
[ce]cidit bello Variano ossa
[lib(ertorum) i]nferre licebit P(ublius) Caelius T(iti) f(ilius)
Lem(onia tribu) frater fecit

Übersetzung der lateinischen Inschrift:

Für Marcus Caelius, Sohn des Titus, aus der Tribus Lemonia, aus Bononia (Bologna), Centurio 1. Ordnung der 18. Legion, 53 Jahre und ein halbes alt. Er ist gefallen im Krieg des Varus. Die Gebeine der Freigelassenen dürfen hier bestattet werden. Publius Caelius, Sohn des Titus, aus der Tribus Lemonia, sein Bruder, hat (den Grabstein) gemacht.

Außerdem werden die Namen der beiden Freigelassenen, Marcus Caelius Privatus und Marcus Caelius Thiaminus, genannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Wiegels: Der Caelius-Grabstein als Zeugnis frühneuzeitlicher Antikebegeisterung. In: ders. (Hrsg.): Antike neu entdeckt: Antikerezeption im 18. Jahrhundert in Norddeutschland unter besonderer Berücksichtigung der Osnabrücker Region. Interdisziplinäres Colloquium an der Universität Osnabrück vom 16.-18. Februar 2000. Bibliopolis, Möhnesee 2002, ISBN 3-933925-25-8, S. 35-70.
  • Hans-Joachim Schalles, Susanne Willer (Hrsg.): Marcus Caelius. Tod in der Varusschlacht. Landschaftsverband Rheinland/Rheinisches Landesmuseum und Primus Verlag; Xanten, Bonn, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-89678-808-5, (= Kataloge des LVR-Römermuseums im Archäologischen Park Xanten, 3; = Kataloge des LVR-Landesmuseums Bonn, 11)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CIL 13, 8648.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marcus Caelius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien