Marienschlucht

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Unterer Eingang zur Marienschlucht

Die Marienschlucht oder Mariaschlucht ist eine Schlucht auf Gemarkung der Gemeinde Allensbach im Landkreis Konstanz. Sie liegt zwischen Bodman-Ludwigshafen und Wallhausen auf der Halbinsel Bodanrück, die hier steil zum Überlinger See hin abfällt.

Geographie[Bearbeiten]

Bodman Marienschlucht.jpg

Das Areal liegt in der Gemarkung Kargegg und ist Eigentum von Wilderich Graf von und zu Bodman. Oberhalb der Marienschlucht liegt die Burgruine Kargegg, von der nur noch wenige Mauerreste zu sehen sind.

Die Schlucht ist rund 100 Meter tief in Molassegestein eingeschnitten und stellenweise nur etwa 1 Meter breit und stellt eines der beliebtesten Wanderziele am Bodensee dar. Über Holztreppen und -gänge, die neben und teilweise über dem Wasserlauf angelegt sind, ist sie begehbar. Der Treppenweg biegt kurz vor dem oberen Ende der Schlucht nach rechts zur Ruine Kargegg ab, weiterhin ansteigend, und bietet Aussichtspunkte auf den Überlinger See.

Man erreicht die Marienschlucht vom Bodanrück aus über Langenrain, oder dem Bodenseeufer folgend von Bodman (4 km) oder Wallhausen (3 km) aus. Die Fußwege am Steilufer sind eng, kurvenreich und nur sparsam befestigt, das Radfahren ist hier wegen erheblicher Unfallgefahr verboten. Vom unteren Ausgang der Schlucht besteht über einen Landesteg eine Schiffsverbindung der Motorbootgesellschaft Bodman nach Bodman, Ludwigshafen am Bodensee, Sipplingen und Überlingen.

Die Steilwand am Südufer des Überlinger Sees, in der die Marienschlucht liegt, fällt auch unter Wasser noch etwa 90 Meter tief ab und weist zwischen Wallhausen und Marienschlucht noch ein weiteres Naturphänomen auf, den Teufelstisch.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Anlass für die touristische Erschließung 1897 war die Verlobung von Maria Gräfin von Walderdorff (1871–1958) mit Othmar (1868–1930), dem Sohn von Johann Franz Freiherr von Bodman; daher auch der ursprüngliche Name Maria-Schlucht.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde am Landesteg eine Wirtschaft betrieben, heute ist dort ein Kiosk zu finden.

Nach einem Erdrutsch nach einem Starkregen am Gründonnerstag 2005 war die Schlucht vorübergehend nicht mehr passierbar. Das Geologische Landesamt Baden-Württemberg hat Maßnahmen durchgeführt, um die Schluchtwände dauerhaft zu stabilisieren. Nach den erforderlichen Hangsicherungs- und Reparaturarbeiten ist die Schlucht seit dem 10. Mai 2008 wieder begehbar. [2]

Bei der Sanierung beteiligten sich die Deutsch-Französische Brigade aus Immendingen, sowie Zimmermanns-Auszubildende der Claude-Dornier-Schule Friedrichshafen mit ihrem Lehrer Erich Pohl.[3] Sie errichteten Stege, was ihm und den Schülern neben viel Anerkennung auch eine hohe Auszeichnung der Landesstiftung einbrachte: Die obere Aussichtsplattform wurde Erich-Pohl-Kanzel getauft.[4]

Nach aktuellen Zählungen begehen rund 150.000 Besucher pro Jahr die Schlucht.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marienschlucht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Teufelstisch“, eingesehen am 23. August 2009
  2. Gebirgsverfestigung: „Erfolgreicher Abschluss der Hangsicherungsmaßnahmen in der Marienschlucht“ (PDF; 4,6 MB), Bergbau Zeitschrift 9/2008
  3. Fakten zur Sanierung. In: Südkurier vom 5. September 2008
  4. Cornelia Hoyer: Geballte Schaffenskraft. In: Südkurier vom 26. Mai 2010
  5. Geschichte der Marienschlucht, eingesehen am 23. August 2009

47.7658333333339.0958333333333Koordinaten: 47° 45′ 57″ N, 9° 5′ 45″ O