Marlis Albrecht

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Marlis Albrecht (* 23. Oktober 1956 in Ludwigsburg, Baden-Württemberg) ist eine deutsche Malerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht wurde in Poppenweiler (heute ein Stadtteil von Ludwigsburg) geboren. Sie verlebte ihre ersten 6 Lebensjahre mit ihrer Familie in der großväterlichen Gärtnerei außerhalb des Dorfes in Waldnähe. Bereits als Kind zeichnete sie Köpfe. Nach der Schulzeit absolvierte sie eine Ausbildung und arbeitete einige Jahre. 1984, nach einer längeren Reise durch Kuba und Mexiko, beschloss sie, sich ganz ihrer künstlerischen Tätigkeit zuzuwenden. Sie begann ein Fernstudium und schloss 1987/88 ein Studium an der freien Kunstschule Stuttgart an.[1] Danach begann sie autonom, ihre eigene Bildsprache zu entwickeln.

Marlis Albrecht ist Mutter zweier Kinder und lebt in Möglingen bei Stuttgart.

Sie ist Mitglied im Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Württembergs.[2]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Jahren des Experimentierens, in denen große Werkgruppen, wie z. B. Betonmischmaschinen oder Dörfer, Städte, Stätten entstanden, entdeckte sie im Bienenwachs das Material, das ihr heutiges Schaffen bestimmt.

Charakteristisch für das Werk Marlis Albrechts, ist ihr spezieller Werkstoff Bienenwachs, mit dem sie seit 1994 arbeitet und experimentiert. Das Wachs färbt sie mit Pigmenten und trägt es mit Pinsel oder Spachtel auf Holzplatten auf. Durch Abschaben und Einritzen sowie durch Einbringen von Kaltwachstempera und Übereinanderlegen verschiedener Schichten entstehen komplexe Bildwerke mit teils reliefartiger Oberfläche. Diese Technik ermöglicht eine besondere Art der Farbigkeit, deren Intensität durch Zusammensetzung und Dichte des Pigments im flüssigen Wachs bestimmt wird.[3] Das Wachs liege bei Albrecht „als ‚lebendiges Material’ auf dem Bildträger, ohne eingebrannt zu sein“, daher greife der Begriff Enkaustik bei ihr zu kurz. Es sei „vielmehr ein Malen aus dem Wachs heraus“.[4]

Der gestalterische Umgang mit dem Material Wachs eröffnet ihr künstlerische Möglichkeiten im Wechselspiel mit dem „Drinnen und Draußen des menschlichen Antlitzes, von Oberfläche und Innerem, das zugleich auch ein Spiel mit dem Mehrdeutigen oder aber dem Ambivalenten ist. Marlis Albrecht gelingt dieses Doppelspiel des Paradoxen zwischen Sichtbarmachung des Gedachten und Empfundenen hinter der Fassade des Antlitzes.“[5]

Bis 2011 war ihr alleiniges Thema der Mensch. Seit 2011 konzentriert sich Albrecht, neben den Figurendarstellungen, motivisch auch auf ein zweites großes Thema, den Wald. Ihre Reihe Walden rufe „kontemplative oder aber vital vibrierende Landschaften“ auf. „Ähnlich wie bei den Romantikern und Neoromantikern, ist die Topografie immer mit Seelenlandschaft überblendet. […] Die Idee von der Zeichenhaftigkeit des Waldes, die über dem Stimmungsbild zu stehen hat, verleiht der Positionsbetrachtung des Waldmotivs das Zeitgemäße.“[6]

Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Öffentliche Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 1989: Abgeordnetenhaus Stuttgart
  • 1995: „Von der Mündung zur Quelle“, Schloss Dätzingen, Grafenau
  • 1996: „MALBRECHT – Werkschau 1996“, Galerie im Dreigiebelhaus, Besigheim
  • 1997: Zollhaus Ludwigshafen
  • 1998: „WACHS AM SEIN“, Bienenmuseum Illertissen
  • 1999: Sozialministerium Stuttgart
  • 2000: „Menschen“, Städtische Galerie, Ostfildern
  • 2002: „Ich Du Er Sie Es“, Galerie Hell, München
  • 2003: „Mit Holz und Haaren“, Galerie CasArte, Aschaffenburg
  • 2004: „In bester Gesellschaft“, mit Rosa Baum, Stadttheater Fürth
  • 2006: Galerie kunstück, Oldenburg
  • 2007: „Haltungsfragen“, Galerie Schortgen, Luxemburg
  • 2007: „Helle Tiefe dunkles Licht“, Amthof Feldkirchen, Österreich
  • 2008: Galerie CasArte, Aschaffenburg
  • 2010: „wachsweich und beinhart“, Galerie am Dom, Wetzlar
  • 2011: Galerie De Cuyper, Brüssel, Belgien
  • 2013: „Poesieren“, Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm
  • 2014: Galerie Christine Colon, Liège
  • 2014: Galerie Schortgen, Luxemburg[7]
  • 2015: Galerie Anagama, Versailles[8]
  • 2015: Galerie Kunstbezirk im Gustav Siegle Haus, Stuttgart
  • 2016: Museum im Kleihues-Bau, Kornwestheim

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

  • 1991–1996: Jahresausstellung des Kunstvereins Ludwigsburg
  • 1996: Frauenkunstmesse, Frauenmuseum (Bonn)
  • 1997: „Das kleine Glück - die große Sehnsucht“, HEAG-Halle, Darmstadt
  • 1999: Galerie Courant d'Art, Mulhouse
  • 2000: Kunstpreis der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen (2. Preis)
  • 2000: „Kunst Form Mensch“, Alpirsbacher Galerie
  • 2001: „blauäugig“, Galerie Eva-Maria Hill, Remseck
  • 2002: „ZÄHNE ZEIGEN“, Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm
  • 2002: „Ich Du Er Sie Es“, Galerie Hell, München
  • 2003: „Mit Holz und Haaren“, Galerie CasArte, Aschaffenburg
  • 2004: Kunstmesse "Start", Straßburg
  • 2004: „In bester Gesellschaft“, mit Rosa Baum, Stadttheater Fürth
  • 2005: Galerie von Knobelsdorf, Hamburg
  • 2006: Galerie kunstück, Oldenburg
  • 2007: „Haltungsfragen“, Galerie Schortgen, Luxemburg
  • 2008: Kunstverein Villa Streccius, Landau
  • 2009: „art bodensee“, Dornbirn
  • 2011: Galerie Moeejen Daag, Tegelen, Niederlande mit Sjaak Smetsers
  • 2011: Lucas-Cranach-Preis, Festung Rosenberg, Kronach
  • 2011: Galerie Frederiek van der Vliest, Leiden, Niederlande, mit Sjaak Smetsers
  • 2011: Kunstverein Kirchheim/Teck
  • 2012: Kunstmesse „art Karlsruhe“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Atmos, Wasmuth Verlag, Tübingen, 2016, ISBN 978-3-8030-3386-4
  • „Menschen wachsen“. Hackenberg, Horb am Neckar, 2012, ISBN 978-3-937280-28-8
  • etwas über uns, Luxemburg: Galerie Schortgen 2004
  • Ich Du Er Sie Es, München: Galerie Hell 2002
  • Marlis Albrecht, Werkschau 2000
  • Marlis Albrecht, Werkschau 1996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Traum von Freiheit ist wahr geworden Artikel in der Stuttgarter Zeitung zu Marlis Albrecht. Abgerufen am 20. November 2016.
  2. Marlis Albrecht – Marlis Albrecht in der Künstlerdatei. Abgerufen am 20. November 2016. Eintrag in der Künstlerdatei des VBKW.
  3. Marlis Albrecht: Menschen wachsen – People grow in wax – De la cire et des gents, Horb am Neckar, 2012
  4. Marlis Albrecht, Hrsg. Irmgard Sedler, Text von Hermann Mildenberger: Atmos, Tübingen, 2016, S. 13
  5. Marlis Albrecht, Hrsg. Irmgard Sedler, Text von Irmgard Sedler: Atmos, Tübingen, 2016, S. 6
  6. Marlis Albrecht, Hrsg. Irmgard Sedler, Text von Irmgard Sedler: Atmos, Tübingen, 2016, S. 7
  7. Marlis Albrecht – Galerie Schortgen. Marlis Albrecht in der Künstlerdatei der Galerie Schortgen. Abgerufen am 20. November 2016.
  8. Marlis Albrecht – Galerie Anagama. Marlis Albrecht im Verzeichnis der Galerie Anagama mit Verweis auf Ausstellungen. Abgerufen am 20. November 2016.