Illertissen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Illertissen
Illertissen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Illertissen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 13′ N, 10° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Neu-Ulm
Höhe: 513 m ü. NHN
Fläche: 36,45 km²
Einwohner: 16.904 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 464 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89257
Vorwahl: 07303
Kfz-Kennzeichen: NU, ILL
Gemeindeschlüssel: 09 7 75 129
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 4
89257 Illertissen
Webpräsenz: www.illertissen.de
Bürgermeister: Jürgen Eisen (CSU)
Lage der Stadt Illertissen im Landkreis Neu-Ulm
Baden-Württemberg Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Günzburg Landkreis Unterallgäu Auwald (gemeindefreies Gebiet) Oberroggenburger Wald Stoffenrieder Forst Unterroggenburger Wald Altenstadt (Iller) Bellenberg Buch (Schwaben) Elchingen Holzheim (bei Neu-Ulm) Illertissen Kellmünz an der Iller Nersingen Neu-Ulm Oberroth Osterberg Pfaffenhofen an der Roth Roggenburg (Bayern) Senden (Bayern) Unterroth Vöhringen (Iller) WeißenhornKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Martin in Illertissen von Süden

Illertissen ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm und liegt etwa 25 km südlich von Ulm und 30 km nördlich von Memmingen in Mittelschwaben.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illertissen liegt auf einer Höhe von 513 m ü. NHN im Südwesten des Bundeslandes Bayern im Regierungsbezirk Schwaben. Die Stadt hat ihren Namen von der unmittelbar an der westlichen Stadtgrenze vorbeifließenden Iller. Sie liegt etwa mittig zwischen Memmingen und Ulm.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illertissen wird im Uhrzeigersinn von Bellenberg, Weißenhorn, Buch, Unterroth, Altenstadt an der Iller, Balzheim und Dietenheim umschlossen. Westlich von Illertissen schließt sich zunächst einmal das gemeindefreie Gebiet „Auwald“ an, bevor die Landesgrenze zu Baden-Württemberg und dann die Gemeindegebiete von Dietenheim beziehungsweise Balzheim erreicht werden.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Illertissen setzt sich zusammen aus der Kernstadt und den Stadtteilen Au (nordwestlich), Betlinshausen (nordöstlich), Tiefenbach (nordöstlich) und Jedesheim (südlich der Kernstadt). Außerdem liegen folgende Ortsteile auf dem Stadtgebiet: Aumühle, Binsengraben, Bruckhof, Dornweiler, Jungviehweide, Ölmühle, Tannenhärtle und Unteres Ried.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illertissen liegt mit der Jahresdurchschnittstemperatur und der Niederschlagsmenge in der gemäßigten Zone. Der Niederschlag ist meist etwas höher und die Tiefsttemperaturen etwas niedriger als der Durchschnitt. Im Frühjahr und Herbst ist durch die nahe Iller dichter Nebel recht häufig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vöhlinschloss von Norden

Der älteste bekannte Nachweis einer Besiedlung geht bis auf etwa 500 n. Chr. zurück. Die erste nachweisliche urkundliche Erwähnung unter dem Ortsnamen „Tussa“ erfolgte im Jahre 954 n. Chr anlässlich der Versöhnung von König Otto I. mit seinem Sohn Herzog Liudolf von Schwaben durch Vermittlung des Bischofs von Augsburg, Ulrich, und des Bischofs von Chur, Hartbert, die den Liudolfinischen Aufstand beendete und im Folgejahr die Einigkeit der ostfränkischen Herzöge bei der Abwehr der Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld ermöglichte. Die drei „P“ („Pugnamus Pro Pace“ – „Wir kämpfen für den Frieden“) im Stadtwappen beziehen sich auf dieses Ereignis.

Im 12. bis 13. Jahrhundert entstand unter den Grafen von Kirchberg die Burg Tissen, heute besser bekannt unter dem Namen Vöhlinschloss. Bereits 1430 erlangte die Herrschaft von Kirchberg das Marktrecht und die hohe Gerichtsbarkeit von Kaiser Sigismund für das Dorf „Tissen“. Fortan blühten Handel und Handwerk auf. Neben Bauern und Handwerkern waren in Illertissen auch Bierbrauer und Weber ansässig. Das Handelsgeschlecht der Vöhlin (1520–1757), einer Memminger Patrizierfamilie, bestimmte wesentlich die Geschichte Illertissens. Es erwarb 1520 das Schloss und die Herrschaft Illertissens. Im 18. Jahrhundert endete die Zeit der Vöhlin mit deren Bankrott und dem Verkauf der Herrschaft (1756) an den Bayerischen Kurfürsten Max Josef III. Seit 1803 ist das Schloss im Besitz des bayerischen Staates. Zunächst waren hier Rentamt, Bezirksamt, Landratsamt und Finanzamt sowie das Amtsgericht untergebracht. Seit 1983 nutzen das Bienen- und das Heimatmuseum das Schloss. Im Hauptgebäude und im Seitentrakt erfährt das Vöhlinschloss seit 2010 eine neue Nutzung als gemeinsames Fortbildungs-, Management- und Tagungszentrum der Hochschulen Augsburg, Kempten und Neu-Ulm.

Einen wichtigen Entwicklungsschub für den agrarisch geprägten Markt brachte der Bau der Eisenbahnstrecke Ulm–Kempten 1861/62 (Illertalbahn).

Westlich der Bahn siedelten sich Industriebetriebe an, die Einwohnerzahl entwickelte sich entsprechend von ca. 1.000 um das Jahr 1800 auf ca. 1.800 im Jahre 1905 bis auf 2.500 im Jahre 1930. Erst ab dem Jahre 1926 lebte die Marktgemeinde nach dem Währungsverfall 1923 wieder auf. Dann kamen das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg, eine unselige Zeit des Niedergangs. Nur knapp war im April 1945 Illertissen der Drohung der Amerikaner entgangen, „den Markt in Schutt und Asche zu legen“. Erst nach drei Jahren vielfältiger Not leiteten Währungsreform und Marktwirtschaft einen Aufschwung ein wie nie zuvor. Neue Produktionszweige siedelten sich an. Somit konnte Illertissen relativ schnell an der allgemeinen Industrialisierung teilhaben, ohne dass der natürliche Lebensraum, das soziale Gleichgewicht oder das Stadtbild gestört worden wären. Dazu leisteten auch die Heimatvertriebenen einen bemerkenswerten Beitrag.

Anlässlich der 1000-Jahr-Feier wurde Illertissen 1954 zur Stadt erhoben.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem am 1. Juli 1971 eingegliederten Stadtteil Betlinshausen[2] sowie den 1978 im Rahmen der kommunalen Gebietsreform hinzugekommenen Stadtteilen Au (am 1. Januar 1978 eingemeindet), Jedesheim und Tiefenbach (beide am 1. Mai 1978 eingemeindet) ist Illertissen zu einer Stadt mit etwa 16.500 Einwohnern gewachsen.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Illertissen

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 24 Mitglieder zuzüglich des nebenamtlichen Bürgermeisters. Bei den vergangenen Kommunalwahlen verteilten sich die Sitze wie folgt auf die einzelnen Parteien und Wählervereinigungen:

CSU SPD FWG Bürgerliste FDP ödp* Gesamt
2002 10 5 6 1 1 1 24 Sitze
2008 9 3 6 3 0 3 24 Sitze
2014[4] 10 4 7 3 24 Sitze

* 2014: ödp/AB/Grüne

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Friedrich III. verlieh dem Ort 1488 ein Wappen mit dem Wappenbild der damaligen Ortsherren, der Grafen von Kirchberg. Dieses zeigte eine wachsende schwarz gekleidete Mohrin mit einer schwarzen Bischofsmütze auf dem Kopf, in der Rechten einen grünen Zweig mit drei Blättern und drei Disteln. Letztere standen redend für den nicht mehr verstandenen Ortsnamen; Tissen deutete man als Disteln. Siegel mit diesem Wappenbild sind nicht überliefert. Illertissen erhielt 1430 die Marktrechte. Die Grafen von Kirchberg starben 1520 aus, der Besitz wurde an die Memminger Patrizierfamilie Vöhlin verkauft. Diese verlieh Illertissen 1530 ihr Wappen mit einem Balken und den drei Großbuchstaben P. Das Ortswappen wurde mit einem aufgerichteten Löwen vermehrt. Als die Herrschaft Illertissen 1757 an das Kurfürstentum Bayern kam, wurde der schwarze Balken blau. Im Jahr 1814 entfernte man die drei Großbuchstaben. Im 19. Jahrhundert stand in schwarzem Feld ein goldener Löwe, belegt mit einem blauen Balken ohne die drei Großbuchstaben. Im Zusammenhang mit der Stadterhebung 1954 nahm Illertissen das Wappen in der Form von 1530 wieder an.

Städtepartnerschaften und Patenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zum ca. 1200 km entfernten Carnac in der Bretagne (Frankreich) besteht eine langjährige Städtepartnerschaft mit regelmäßigen gegenseitigen Besuchen (z. B. Schüleraustausch).
  • Im Jahr 1953 wurde vom Markt Illertissen eine Patenschaft über die Stadt Elbogen (Loket) im Egerland (Tschechien) übernommen, begründet aus der Verbundenheit mit den vertriebenen Egerländern, der Erhaltung des Kulturgutes dieser Stadt und den mehrfachen historischen Beziehungen Illertissens mit Elbogen. Aus dieser Patenschaft wurde 1999 eine Städtepartnerschaft.[5]
  • Anlässlich der Stadterhebung Illertissens im Jahr 1954 wurde von der Stadt Augsburg eine Patenschaft über die junge Stadt Illertissen übernommen. Sie wurde zur 50-Jahr-Feier der Erhebung 2004 erneuert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramaaufnahme des Vöhlinschlosses aus östlicher Richtung
Historische Schranne

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Illertissen befindet sich das Vöhlinschloss, das im 12./13. Jahrhundert als Burg Tissen der Grafen von Kirchberg entstanden ist. In den Jahren 1520 bis 1756 war das Schloss im Besitz der Memminger Patrizierfamilie Vöhlin. Es ist mit einer Rokokokapelle ausgestattet. Des Weiteren ist dort das bayrische Bienenmuseum, sowie ein Heimatmuseum vorzufinden.

Die Pfarrkirche St. Martin aus dem Jahr 1590 verfügt über einen Hochaltar der Hochrenaissance von Christoph Rodt (1604) und einen Carillon.

Eine historische Schranne wurde etwa 1697 als Zehentstadel erbaut. Renovierung und Umbau zum Sitzungssaal erfolgten im Jahr 1993.

Das Rathaus der Stadt Illertissen wurde im Jahr 1891 erbaut.

Auf dem Gelände einer Staudengärtnerei nordöstlich von Illertissen, in der Nähe des Flugplatzes, eröffnete 2013 das Museum der Gartenkultur.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Schlosses besteht seit Anfang der 1980er Jahre eine Freilichtbühne, die „Schwabenbühne Roth- und Illertal e.V.“, auf der jährlich zwei Theaterstücke von Amateuren in der regionalen Mundart aufgeführt werden.[6]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der lokale Fußballverein FV Illertissen spielt derzeit in der Regionalliga Bayern, während die SpVgg Au/Iller aus dem Stadtteil Au in der Kreisliga A antritt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch wenn die ehemalige Kreisstadt Illertissen im Zuge der Kreisreform Einrichtungen an den Landkreis Neu-Ulm abgeben musste, hat die Stadt als regionales Mittelzentrum im südlichen Landkreis nichts von ihrer wirtschaftlichen Bedeutung eingebüßt.

Illertissen konnte sich im Verlauf der letzten 25 Jahre in der Qualität seines Wohnwertes, des Kultur- und Bildungswesens, des Arbeitsplatzangebotes sowie der verkehrstechnischen Erschließung wesentlich steigern. Im produzierenden Gewerbe sind rd. 64 % der Erwerbstätigen beschäftigt. Hierbei sind folgende Industriezweige vertreten: Chemie, Pharmazie, Grundstoffe, Steine und Erden, Holzverarbeitung, Eisen und Metall, Maschinenbau, Elektrotechnik, Kunststoffe, Textil und Bekleidung sowie Nahrungs- und Genussmittel. Der Rest gliedert sich in Handel und Verkehr, Dienstleistungen und Land- und Forstwirtschaft.

Viele der bereits früher ansässigen Betriebe vergrößerten ihr Arbeitsplatzangebot um ein Mehrfaches, so dass derzeit ca. 6.800 Arbeitsplätze eine gute Grundlage für die künftige Fortentwicklung Illertissens abgeben. Durch die Erschließung größerer Wohnbaugebiete und Zunahme der Bevölkerungszahl wurden in der Vergangenheit schulische Einrichtungen in erheblichem Umfang errichtet: Grund- und Hauptschule, Realschule und Gymnasium mit Sporthallen, Berufsschule mit Berufsfachschule, Sonderschule, Berufsgenossenschaftliches Bildungszentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Verbunden mit dem Schulangebot wurde die Verwirklichung einer Sportanlage mit Stadion für den Schul- und Vereinssport notwendig.

2013 standen 9,174 Millionen Euro Schulden 37,097 Millionen Euro Rücklagen gegenüber.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramaaufnahme des Illertisser Marktplatzes kurz vor Abschluss der Sanierung (November 2008)

Illertissen ist über die A7 an den Fernverkehr angebunden.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Illertissen

Illertissen liegt an der Bahnstrecke Ulm–Memmingen (Illertalbahn) und ist Teil des Donau-Iller-Nahverkehrsverbundes. Am vor wenigen Jahren komplett renovierten Bahnhof hält dabei stündlich die Regionalbahn sowie der Regionalexpress (RE) Ulm–Memmingen in beide Richtungen. [8]

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zur Einweihung des Freizeitbades Nautilla eingeführte „City-Nauti-Bus“ (Linien 701 und 702) verkehrt stündlich und verbindet die Stadtteile Au, Betlinshausen, Tiefenbach und Jedesheim mit der Kernstadt. Daneben bestehen Busverbindungen nach Altenstadt, Babenhausen, Balzheim, Dietenheim, Vöhringen und Weißenhorn.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten Illertissens befindet sich ein Sportflugplatz mit einer 800 Meter langen Graspiste, der vom Luftsportverein Illertissen e.V. genutzt wird und für Motorsegler, Segelflugzeuge und Helikopter geeignet ist.[9] Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in Stuttgart und ist mit dem Kfz in etwa 90 Minuten über die Bundesautobahnen A 7 und A 8 zu erreichen. Weitere für Illertissen wichtige Flughäfen sind der Flughafen Memmingen (20 min.), Friedrichshafen (60 min.) und der München - Franz Josef Strauß, der in etwa 90 min. erreichbar ist.

Radwege und Fahrradtouristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illertissen liegt auch am Iller-Radweg, einer Fernverbindung für Radfahrer zwischen Ulm und Oberstdorf, stets in Flussnähe.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Wirtschaftszweige in Illertissen sind Pharmaindustrie, Chemieindustrie sowie Holz- und Metallverarbeitung.

Größtes Unternehmen ist die R-Pharm Germany GmbH mit 370 Beschäftigten, die das Human-Arzneimittel produzierende Unternehmen am 1. Oktober 2014 von der Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH übernommen hat.[10] Der Pharmakonzern Pfizer hatte wiederum 1977 die Firma Heinrich Mack GmbH von der Unternehmerfamilie Forster übernommen.[11] Weiteres bedeutendes Unternehmen ist mit ca. 370 Beschäftigten die Niederlassung der BASF Personal Care and Nutrition GmbH, einem Tochterunternehmen der BASF (chemische Industrie). Diese ist in ihrer Vorgängergesellschaft Cognis GmbH 1999 aus der ehemaligen Grünau Illertissen GmbH hervorgegangen. Heute werden an dem Standort Inhalts- und Zusatzstoffe für die Nahrungsmittel- und Tiernahrungsindustrie sowie Produkte für den Feuerschutz hergestellt. Die Grünau Illertissen GmbH besteht weiterhin als Gesellschaft zur Verwaltung und Bewirtschaftung des durch BASF genutzten Areals in Illertissen. Daneben haben einige mittelständische Unternehmen ihren Sitz bzw. einen Standort in Illertissen, z. B. die Firma Butzbach (Industrietore), RUKU (Holzverarbeitung), Josef Kränzle GmbH (Reinigungsgeräte), Sälzle (Fenster, Bauelemente), Illerplastic (Fenster, Haustüren, Kunststofftechnik), Weiss Kunststoffverarbeitung (hochpräzise technische Kunststoffteile) und die Weinig International AG (Maschinen für die Holzverarbeitung). Kleinere Unternehmen wie Lanwehr (Süßwaren), Siramed (Medizintechnik) oder Tricosal (Abdichtung-Betonbau) runden die Unternehmenslandschaft ab.

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sportartikelfabrik Jakob Kriener fertigte zwischen 1925 und 1998 Sportbälle an. Ihre Fußbälle kamen auch bei Weltmeisterschaften, so 1970 in Mexiko, zum Einsatz. In den 1960er Jahren waren 27 so genannte Ballsattler zum Nähen der Leder eingesetzt. Am Ende des Tages musste jeder Mitarbeiter drei neue Bälle fertiggestellt haben.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 eröffneter Patiententrakt der Illertalklinik

Freizeitbad Nautilla[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1992 eröffnete Freizeitbad Nautilla ist ein Freizeitbad mit mehreren Becken (Schwimmer, Nichtschwimmer, Erlebnisbecken, Außenbecken), 52 m langer Wasserrutsche, Gastronomie und Wellnessbereich (Dampfbad, Saunalandschaft, Massagen). Seit der Eröffnung wurde das Bad mehrmals erweitert und optisch verschönert, um gegen Konkurrenzbäder in der Umgebung (z. B. Donaubad Wonnemar in Neu-Ulm, Jordanbad in Biberach) bestehen zu können.

Illertalklinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Kreiskrankenhaus Illertissen ist seit 2005 Teil der Kreisspitalstiftung Weißenhorn, wodurch die chirurgische Ambulanz an die Stiftungsklinik in Weißenhorn verloren ging. Allerdings wurde im Februar 2008 nach zweijähriger Bauzeit ein neuer Patiententrakt fertiggestellt. Die Illertalklinik bietet damit 124 Betten (74 Akutbetten, 30 Betten Geriatrie, 20 Betten Kurzzeitpflege) und verfügt über folgende Fachabteilungen: Innere Medizin, Anästhesie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Urologie, Hals-Nasen-Ohren, physikalische Therapie, Geriatrie und Integrative Traditionelle Chinesische Medizin (ITCM).

Vöhlinhalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vöhlinhalle bei Nacht

Die Anfang 2006 eröffnete Vöhlinhalle ist eine Dreifachsporthalle mit angegliederten Außensportanlagen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illertissen verfügt mit dem Kolleg der Schulbrüder[12] über ein allgemeines Gymnasium mit naturwissenschaftlich-technologischem und sprachlichem Zweig. Die Schule befindet sich im Schulzentrum im Westen der Stadt. Schulträger ist das Schulwerk der Diözese Augsburg. Das Kolleg hat seinen Namen von den „Schulbrüdern vom Orden des Heiligen Johannes von La Salle“, die 1925 den Schulbetrieb (damals noch als Ordensschule) aufgenommen haben. Seit August 2005 wird das Kolleg mit Manfred Schöpplein erstmals nicht von einem Schulbruder geleitet. Ende 2007 hatte das Kolleg 983 Schüler und 71 Lehrkräfte.

Ebenfalls im Schulzentrum und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kolleg befindet sich die katholische Johannes-von-La Salle-Realschule mit mathematisch-technischem, wirtschaftlich-kaufmännischem und sprachlich-kaufmännischem Zweig. Schulträger ist auch hier das Schulwerk der Diözese Augsburg, daher ist die Schule ebenfalls nach dem Ordensgründer Johannes von La Salle benannt. Schulleiter ist derzeit (Stand Oktober 2007) Johann Gutter. Am 19. September 2007 hatte die Realschule 576 Schüler.[13]

Die dritte im Schulzentrum befindliche Schule ist die städtische Erhard-Vöhlin-Schule, die Volksschule der Stadt Illertissen. Schon seit einigen Jahren wird dort der sogenannte Mittlere-Reife-Zug angeboten, bei dem Schüler mit dem mittleren Schulabschluss abschließen können.

Illertissen hat insgesamt 4 Grundschulen: Die Bischof-Ulrich-Schule, die Karl-August-Forster-Schule (Grund- und Teilhauptschule) im Stadtteil Au, die Schule am Sonnenhang im Stadtteil Jedesheim sowie die Volksschule am Lichtacker im Stadtteil Tiefenbach.

Die BG-Bildungsstätte Illertissen ist eine Einrichtung der Erwachsenenbildung. Hier werden seit 1976 jährlich etwa 6.500 Personen zu den Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz unterrichtet und Sicherheitsfachkräfte ausgebildet.

In Illertissen gibt es das Förderzentrum Illertissen-Weißenhorn.

Die Berufsschule für Hauswirtschaft mit gewerblichen und kaufmännischen Zweig sowie eine berufsgenossenschaftliche Bildungsstätte befinden sich in der Stadt. Außerdem ist eine Berufsfachschule für Krankenpflege vorhanden.

In Illertissen-Au ist der Sitz der Volkshochschule im Landkreis Neu-Ulm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Illertissen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 488.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 790.
  4. Illertissen – Wahlen 2014
  5. http://www.illertissen-elbogen.de/geschichte/index3.htm
  6. Homepage der Schwabenbühne Roth- und Illertal
  7. http://www.illertissen.de/export/download.php?id=7089
  8. http://ding.eu/ding3/StationTT/000009a7.pdf
  9. Flugplatzinformationen. Abgerufen am 13. Dezember 2008.
  10. Alexander Bögelein: Ehemaliges Pfizer-Werk soll Europa-Zentrale von R-Pharm werden. Südwest Presse, 1. Oktober 2014, abgerufen am 3. April 2015.
  11. Ralph Patscheider: Aus Pfizer wird R-Pharm. Augsburger Allgemeine, 23. September 2014, abgerufen am 3. April 2015.
  12. Website des Kollegs der Schulbrüder. Abgerufen am 4. Januar 2011.
  13. Bayerisches Realschulnetz