Martin Scherer

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Martin Scherer

Martin Scherer (* 27. Juli 1972 in Marburg) ist ein deutscher Allgemeinmediziner und Universitätsprofessor. Er ist Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin und Leiter der klinischen Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Seit 2015 ist er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scherer studierte von 1993 bis 1999 Humanmedizin in Marburg, Wien und Paris.[1] Nach Abschluss der Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin 2004, war er bis 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Allgemeinmedizin der Universitätsklinik Göttingen, ab 2006 als Oberarzt. 2009 wurde Scherer auf die W2-Professur „Versorgungsforschung und ihre Methoden“ als stellv. Direktor an das Institut für Sozialmedizin der Universität Lübeck berufen[2] Ebenfalls 2009 war er Gründungsmitglied und stzutellv. Sprecher des akademischen Zentrums für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung.[3] Seit 2012 ist Scherer Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin sowie Leiter der klinischen Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.[4] Seit 2015 ist er zudem Schriftleiter des Hamburger Ärzteblatts.[5]

Wissenschaftlicher Beitrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit Scherers bildet die Entwicklung von Qualitätsindikatoren im Rahmen von Methoden der Versorgungsforschung. Ziel ist hier die Messbarkeit der Qualität im Gesundheitswesen mit Hilfe von Qualitätsindikatoren, die für diesen Zweck entwickelt werden.(Quellen-1)[6] Scherer arbeit ferner an systematischen Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen. Im Rahmen von randomisiert kontrollierte Studien werden höchste Stufen medizinischer Effizienz entwickelt und die Nachweisbarkeit für Wirksamkeit medizinisch/diagnostischer Maßnahmen erbracht.(Quellen-2)[7] Als Sprecher der DEGAM ist Scherer mit der Entwicklung von Leitlinien befasst.(Quellen-3) Ein weiterer Fokus Scherers bildet Multimorbidität.[8][9][10][11] Im Rahmen der Studie Chronic Disease Score wird ein Multimorbiditätsindex entwickelt und validiert, mit dem anhand von Medikationsdaten eine Einschätzung der Krankheitslast von chronisch kranken Patienten in Deutschland vorgenommen werden kann. In seiner Funktion als Co-Principal Investigator entwickelte Scherer zusammen mit Hendrik van den Bussche (Principal Investigator) die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte MultiCare Claims Study. Diese befasste sich mit der Frage, ob der Ansatz, wonach Einzelerkrankungen und deren Interaktionen für Multimorbidität eher relevant sind oder ob es weniger die Erkrankungen sind als vielmehr die subjektiven Folgen für den Patienten. Ebenfalls in der Funktion als Co-Principal Investigator arbeite Scherer zusammen mit Wolfgang Maier federführend an der AgeCoDe-Studie für Demenz (Quelle-3)[12][13] und ist Principal Investigator der RECODE-Studie (Quellen-4) für Herzinsuffizienz. Scherer befasst sich schließlich mit Über-, Unter- und Zielversorgung. Hierzu wird aktuell eine Leitlinie entwickelt, mit der ein Beitrag zur Vermeidung von Über- und Unterversorgung geleistet werden kann.

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scherer ist in zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen aktiv:

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 erhielt Scherer den Dr. Lothar Beyer-Preis für Forschung in der Allgemeinmedizin.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebenslauf Martin Scherer
  2. Universität Lübeck Berufungen
  3. Akademisches Zentrums für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung
  4. Martin Scherer, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf
  5. Hamburger Ärzteblatt
  6. Herzberg H, Bernateck K, Welti F, Joos S, Pohontsch N, Blozik E, Scherer M. Patientenbeteiligung bei der Entwicklung von Qualitätsindikatoren am Beispiel der Nationalen VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz - Eine qualitative Analyse kollektiver Sichtweisen. GESUNDHEITSWESEN. 2015
  7. Kötter T, da Costa B, Fässler M, Blozik E, Klaus L, Jüni P, Reichenbach S, Scherer M. Metamizol-assoziierte unerwünschte Arzneimittelwirkungen: Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse.ZFA Z Allg Med. 2016;2016(92):72-78
  8. Löffler C, Altiner A, Streich W, Stolzenbach C, Fuchs A, Drewelow E, Hornung A, Feldmeier G, van den Bussche H, Kaduszkiewicz H. Multimorbidität aus Hausarzt- und Patientensicht. Z GERONTOL GERIATR. 2015
  9. von dem Knesebeck O, Scherer M, Bussche van den H, Schäfer I. Zusammenhang von sozialem Status und Multimorbidität. Hamburger Ärzteblatt. 2015;69(6):12-15
  10. Hansen H, Pohontsch N, Bussche van den H, Scherer M, Schäfer I. Reasons for disagreement regarding illnesses between older patients with multimorbidity and their GPs - a qualitative study. BMC FAM PRACT. 2015;16(1):68
  11. Hansen H, Pohontsch N, Bussche van den H, Scherer M, Schäfer I. Reasons for disagreement regarding illnesses between older patients with multimorbidity and their GPs - a qualitative study. BMC FAM PRACT. 2015;16(1):68
  12. Roehr S, Luck T, Heser K, Fuchs A, Ernst A, Wiese B, Werle J, Bickel H, Brettschneider C, Koppara A, Pentzek M, Lange C, Prokein J, Weyerer S, Mösch E, König H, Maier W, Scherer M, Jessen F, Riedel-Heller S. Incident Subjective Cognitive Decline Does Not Predict Mortality in the Elderly - Results from the Longitudinal German Study on Ageing, Cognition, and Dementia (AgeCoDe).PLOS ONE. 2016;11(1):e0147050.
  13. Heser K, Wagner M, Wiese B, Prokein J, Ernst A, König HH, Brettschneider C, Riedel-Heller SG, Luppa M, Weyerer S, Eifflaender-Gorfer S, Bickel H, Mösch E, Pentzek M, Fuchs A, Maier W, Scherer M, Eisele M, AgeCoDe Study Group. Associations between Dementia Outcomes and Depressive Symptoms, Leisure Activities, and Social Support. In: Dementia and geriatric cognitive disorders extra, Band 4, Nr. 3, 2015; 481-93
  14. Martin Scherer, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
  15. Regionalisierte Versorgungsanalysen und Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (Zi)