Martin Stade

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Martin Stade (* 1. September 1931 in Haarhausen, Thüringen) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Stade ist der Sohn eines Maurers und einer Fabrikarbeiterin [1]. Er machte eine Lehre als Rundfunkmechaniker von 1946 bis 1949. Von 1949 bis 1958 war er Funktionär bei der FDJ. Ab 1951 war er Mitarbeiter der Westabteilung des Zentralrats der FDJ in Berlin. Er war der Instrukteur der FDJ in Berlin-Steglitz und in Berlin-Wedding. Ab Mai 1952 war er erster Sekretär der FDJ in Berlin-Kreuzberg. Im November 1952 erhielt er eine Verbandsstrafe wegen „mangelnder revolutionärer Wachsamkeit“ und im April 1953 eine Rüge aufgrund von „schlechter Arbeitsmoral“.

Martin Stade war bis 1958 FDJ-Funktionär, Lehrer an einer Schule des Zentralrats der FDJ, Instrukteur und 2. FDJ-Sekretär des Kreises Arnstadt. Er arbeitete als Lehrer für Marxismus-Leninismus an der Bezirksschule Erfurt und einer Schule des Zentralrats der FDJ. Er war FDJ-Sekretär des VEB Fernmeldewerk Arnstadt.

Von 1959 bis 1963 und von 1966 bis 1967 arbeitete er als Dreher im VEB Chemieanlagenbau Erfurt-Rudisleben. Von 1963 bis 1966 arbeitete er als Kranführer in der Landwirtschaft in Haarhausen. Im Jahr 1967 arbeitete er als Redakteur im Bezirks-Kabinett für Kulturarbeit.[1]

Seit 1969 ist er freier Schriftsteller. 1971/72 studierte er am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig, wurde allerdings „wegen unterschiedlicher kulturpolitischer Auffassungen“ relegiert.[2] Nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns trat er aus dem Schriftstellerverband der DDR aus, wodurch seine Veröffentlichungsmöglichkeiten in der DDR stark eingeschränkt waren. Andererseits war seine Wirkung im Westen dadurch beeinträchtigt, dass er als eine Art „Quasi-Dissident“ galt.

Nachdem Stade in seinen frühen erzählerischen Werken dörfliches DDR-Leben geschildert und später historische Stoffe behandelt hatte, geht es in seiner jüngsten Veröffentlichung Vom Bernsteinzimmer in Thüringen und anderen Hohlräumen um die geheimnisumwitterte Endphase des Zweiten Weltkriegs in seiner thüringischen Heimat. Dabei handelt es sich um eine fiktive Erzählung, die auf wenig bekannten historischen Fakten beruht.

Stade ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der himmelblaue Zeppelin, Halle (Saale) 1970
  • Der Meister von Sanssouci, Berlin 1971 (zusammen mit Claus Back)
  • Vetters fröhliche Fuhren, Berlin 1973
  • Der König und sein Narr, Berlin 1975 (über Friedrich Wilhelm I. von Preußen und Jacob Paul von Gundling); 1981 verfilmt unter der Regie von Frank Beyer
  • 17 schöne Fische, Berlin 1976
  • Der närrische Krieg, Berlin 1981
  • Der Präsentkorb, Berlin 1983
  • Der Windsucher und andere Dorfgeschichten, Stuttgart 1984
  • Der junge Bach, Hamburg 1985
  • Die scharf beobachteten Stare und andere Erzählungen, Berlin 1992
  • Wilhelms Haus, Weimar 2000
  • Vom Bernsteinzimmer in Thüringen und anderen Hohlräumen. Berichte über die Tätigkeit des SD 1942–1945, RhinoVerlag, Ilmenau 2008, ISBN 978-3-939399-99-5

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bernd-Rainer Barth, Carsten Wurm: Stade, Martin. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  2. Martin Stade: Der König und sein Narr. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1981. ISBN 3-423-01651-5. S. 1.