Martynas Švėgžda von Bekker

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Martynas Švėgžda von Bekker

Martynas Švėgžda von Bekker (* 1967; lituanisiert auch Martynas Švėgžda von Bekkeris) ist ein litauischer Geiger und Musikpädagoge.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martynas Švėgžda von Bekker wurde 1967 in Vilnius (Litauen) geboren. Im Alter von fünf Jahren erhielt er seinen ersten Geigenunterricht bei seiner Großmutter E. Strazdas-Bekeriene, Schülerin von Leopold von Auer, Jan Mařák, J. Feld und Jacques Thibaud.

Mit sieben Jahren gab er sein erstes Rezital und mit elf Jahren spielte er bereits ein Konzert mit dem Vilnius Symphonie Orchester.

Von 1973 bis 1986 besuchte von Bekker die staatliche Nationale Mikalojus-Konstantinas-Čiurlionis-Kunstschule. Zwischen 1986 und 1989 studierte er an der Litauischen Musik- und Theaterakademie bei Raimundas Katlius. In den folgenden Jahren lernte und arbeitete er mit verschiedenen Musikern, darunter Eberhardt Feltz (Geige, 1983), Igor Bezrodny (Geige, 1985), Igor Oistrach (Geige, 1988), Volker Banfield (Kammermusik, 1990), Ralf Gothóni (Kammermusik, 1990), Boris Garlitsky (Geige, 1996) sowie Detlef Kraus (Kammermusik, 1992). 1996 setzte er sein Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg fort, der russische Violinist Mark Lubotsky betreute ihn dabei. Dort erhielt er sein Konzertexamen mit Auszeichnung.

Von 1997 bis 2003 lebte er in Paris, gab Konzerte als Solist und Kammermusiker und arbeitete eng mit Ugnė Karvelis, Mitglied des UNESCO-Vorstands. Von 2003 bis 2017 war er Dozent an der Litauischen Musik- und Theaterakademie. Von 2009 bis 2010 lebte er in Boston und war Fulbright Scholar Dozent an der Boston University College of Fine Arts, School of Music. Seit 2013 führt Švėgžda von Bekker in Hamburg seine eigene Violinklasse und ist seit 2016 Dozent am Johannes-Brahms-Konservatorium.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 spielte M. Švėgžda von Bekker mehrere Solo- Kammermusikkonzerte in Skandinavien, den Baltischen Ländern, Frankreich, Deutschland, Portugal, Schweiz, Russland, den USA und in Asien. Von 1991 bis 1997 spielte er gemeinsam im Klaviertrio Coloris und gewann mehrere 1. Preise bei Wettbewerben.

Mit dem Symphonieorchester der Hochschule für Musik und Theater Hamburg spielte er 1993 die Uraufführung des Alfred-Schnittke- Konzerts für Violine und Symphonieorchester Nr. 1.

Ebenso trat er gemeinsam auf mit den Berliner Symphonikern, dem Georgischen Staatlichen Symphonieorchester, dem Litauischen Nationalen Symphonieorchester, dem Litauischen Kammerorchester, dem Litauischen St. Christopher Kammerorchester (Vilnius), dem Kammerorchester Klaipėda (Litauen), dem Mikkeli Kammerorchester (Finnland), den Hamburger Symphonikern und der Neuen Philharmonie Hamburg, sowie mit der Gloriamus Philharmonia (Indonesien).

Der Sprung ins internationale Konzertleben fand in Paris statt. In der Folge trat er u. a. mit Hans-Dieter Baum, Igor Uryash, Nikolai Lugansky, Detlef Kraus, Yuri Mazurkevich, Duncan McTier, George Tchitchinadze auf.

Konzerte in der Laeiszhalle Hamburg, dem Schauspielhaus Berlin,  bei der UNESCO in Paris und in der Tchaïkovski Hall in Moskau erweiterten sein professionelles Spektrum und inspirierten ihn darüber hinaus zu Eigenkompositionen.

2001 gründete und leitete er das internationale und interdisziplinäre „Alternative Classical Music Festivals“ in Litauen, die bis 2011 stattfanden. Im Laufe dieser Jahre brachte er berühmte Künstler, Persönlichkeiten und ungewöhnliche musikalische, visuelle sowie andere künstlerische Projekte zusammen und bot Meisterkurse an.

2015 erfolgte die von ihm initiierte Gründung der wandelnden internationalen interdisziplinären Kunstakademie „Alternative Academy of Arts“ in Hamburg.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983 Teilnahme am Internationalen Wettbewerb für Violine von Jaroslav Kozian in Tschechien (4. Preis)
  • 1984 Teilnahme am Litauischen Jugendwettbewerb (2. Preis)
  • 1990 Teilnahme am Internationalen Johannes Brahms-Wettbewerb (3. Preis)
  • 1991–97 Diverse Auftritte in Deutschland und Litauen mit dem Klaviertrio Coloris. Mit diesem Trio gewann er die ersten Preise der Elise-Meyer Stiftung und des Zweiten Hausmann Musikwettbewerb in Hamburg.
  • 1997 wurde Martynas Švėgžda von Bekker der Titel des Honorar-Kulturattachés der Republik Litauen in Paris verliehen.
  • 2009 wurde Martynas Švėgžda von Bekker der Titel des Honorar-Kulturattachés der Republik Litauen in Boston verliehen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 Klaviertrios von D. Schostakowitsch und F. Mendelssohn-Bartholdy (Polygram, Deutschland)
  • 1997 Werke für Violine solo von Litauischen Komponisten (Dante, Frankreich)
  • 1998 Romantische Miniaturen für Violine und Klavier (Japis, Island)
  • 2005 Autorenwerke Miniaturen Zyklus für Violine solo ‚Le son et le parole‘ (MSVB, Litauen)
  • 2007 Major Minor, Doppelkonzerte für Violine und Viola von I. J. Pleyel und C. Stamitz (Litauischer Rundfunk)
  • 2008 In Extremis, F. Latėnas Piano Trio (Kultusministerium, Litauen)
  • 2012 Meditatio, Stücke von J. S. Bach, N. Paganini, W. H. Ernst, E. Ysaÿe und M. Švėgžda v. Bekker (MSVB, Litauen)
  • 2017 Lithuanian XXI cent. Expressions for Violin. Werke für Violine solo von Litauischen Komponisten (MSVB, Litauen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]