Markus Fugger

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Markus Fugger d. Ä., 1529–1597. Kupferstich aus Custos, Atrium heroicum (1601).

Freiherr Markus Fugger (Marx Fugger) von der Lilie (* 14. Februar 1529 in Augsburg; † 18. Juni 1597 ebenda) war der älteste Sohn des Freiherrn Anton Fugger und der Anna Fugger, geb. Rehlinger. 1557 heiratete er Gräfin Sibylla von Eberstein (1531–1589). Die Heirat verband die Familie Fugger mit einer Reihe von Geschlechtern des Hochadels in Südwestdeutschland: den Markgrafen von Baden-Sponheim, den Grafen von Hanau-Lichtenberg und den Grafen von Eberstein.

Sie hatten 13 Kinder, 8 Mädchen und 5 Jungen. Allerdings starb der durch ihn begründete Familienzweig 1671 im Mannesstamm aus.

Markus Fugger erreichte eine Reihe hoher Ämter und Würden: Kämmerer des Erzherzogs Ernst von Österreich, Rat am Reichskammergericht in Speyer, kurbayrischer Rat, Pfleger in Landshut, Stadtpfleger in Augsburg. Nach dem Tod des Vaters 1560 verwaltete Markus Fugger mit seinen Brüdern Hans und Jakob gemeinschaftlich den Herrschaftsbesitz des Vaters. Nach der Güterteilung von 1575 erhielt er einen Teil des väterlichen Herrschaftskomplexes mit Schwerpunkt in Nordendorf. Er bewohnte mit anderen Familienmitgliedern einen Teil der Fuggerhäuser in Augsburg.

Pferdeliebhaber kennen Markus Fugger bis heute als Verfasser eines der ersten neuzeitlichen Handbücher über Pferdezucht. Von der Gestüterey erschien 1578 in Frankfurt und erneut 1584. Eine von Johann Gottlieb Wolfstein um einen zweiten Teil ergänzte Übersetzung aus dem Altdeutschen kam 1802 in Wien unter dem Titel Von der Zucht der Kriegs- und Bürgerpferde heraus.[1]

Ebenso führte Fugger nach dem Tode seines Vaters als ältester Sohn erfolgreich über mehr als 30 Jahre die neu gegründete Firma Marx Fugger und Gebrüder. Er interessierte sich für Kirchengeschichte, trat als Mäzen hervor und sammelte Bücher und Antiquitäten. Nikolaus Juvenel holte er als Porträtmaler nach Augsburg. Er veranstaltete prächtige Feste mit Stunden dauernden Feuerwerken.

Markus Fugger erlitt 1595 einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Das Geschäft ging auf seinen Bruder Hans über. Fugger starb etwa zwei Jahre später und wurde in der Andreaskapelle der katholischen Kirche St. Ulrich und Afra in Augsburg bestattet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reprint: Georg Olms, Augsburg 1999 (bei Google Books)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Fugger von der Lilie
  • Wolfgang Zorn: Fugger, Markus. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 721 f. (Digitalisat).
  • Klaus Lötzsch: Historische Beziehungen der Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach Schwaben im 16. Jahrhundert. Dynastische Verbindung zum Hause Fugger – Graf Philipp IV. auf dem Reichstag zu Augsburg 1566. In: Babenhäuser Mosaik = Babenhausen einst und jetzt, 20. Babenhausen 1990. S. 7–19.
  • Mark Häberlein: Die Fugger. Geschichte einer Augsburger Familie (1367–1650). Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-17-018472-5.
  • Franz Herre: Die Fugger in ihrer Zeit, 12. Auflage, Wißner Verlag, Augsburg 2005, ISBN 3-89639-490-8.
  • Martin Kluger: Die Fugger. Die deutschen Medici in und um Augsburg, Context Verlag, Augsburg 2009, ISBN 978-3-939645-13-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Markus Fugger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien