Schwarzenberg (fränkisch-böhmisches Adelsgeschlecht)

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Fürstenhaus Schwarzenberg
Wappen der Schwarzenberg Primogenitur
Wappen der Schwarzenberg Primogenitur

Titel Princely Hat.svg Fürst zu Schwarzenberg
Ducal Hat.svg Herzog von Krumau
T10 Landgraf.svg Gefürsteter Landgraf im Klettgau
Rangkronen-Fig. 15.svg Graf von Sulz
etc. etc.
Staaten Banner of the Holy Roman Emperor with haloes (1400-1806).svg Heiliges Römisches Reich
Early Swiss cross.svg Alte Eidgenossenschaft
Flag of Bohemia.svg Königreich Böhmen
Flag of Styria (state).svg Herzogtum Steiermark
Herrschaften Coat of Arms Princely County of Schwarzenberg.jpg Gefürstete Grafschaft Schwarzenberg
Arms of the Earl of Chester.svg Gefürstete Landgrafschaft Klettgau
Blason fam de Schwarzenberg 2.svg Grafschaft Gimborn
Stammsitz Schloss Schwarzenberg
Stammhaus Seinsheim
Gründung 917: Stammhaus
1421: Erwerb Schwarzenberg
Gründer Erkinger I.
Hauschef Fürst Karl zu Schwarzenberg
Motto NIL NISI RECTUM
Nichts ausser dem Rechten

Schwarzenberg (im tschechischen Sprachgebrauch Schwarzenbergové (pl.), früher auch Švarcenberkové) ist der Name eines aus Seinsheim in Franken stammenden Adelsgeschlechts, das sich nach dem 1405 erworbenen Schloss Schwarzenberg im Steigerwald benannte, welches sich bis heute im Familienbesitz befindet.

Seit dem 15. Jahrhundert erwarb die Familie zugleich Güter in Böhmen, wo sie bis 1946 zu den größten Grundbesitzern gehörte, ferner erbte sie auch Ländereien in Österreich sowie in Süd- und Westdeutschland. Das fränkisch-böhmische Haus Schwarzenberg stellte viele einflussreiche Staatsmänner am kaiserlichen Hof der Habsburger in Wien, stieg 1599 zu Reichsgrafen und 1670 zu Reichsfürsten auf und zählt zum Hochadel. Das einstige Fürstenhaus ist bis heute in Böhmen und Österreich ansässig.

Ein freiherrlicher Zweig wanderte im 16. Jahrhundert von Franken in die Niederlande aus, wo er in den dortigen Adel aufgenommen wurde und ebenfalls bis heute existiert.

Historischer Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht der Seinsheimer sah in dem 917 hingerichteten Alemannen-Fürsten Erkinger seinen Urahn und in dessen Sohn Conrad seinen Namensgeber. 1243 erschien Schloss Stephansberg als Eigentum des Apollonius d. Ä. von Seinsheim. Sein Sohn Hildebrand († 1386) gilt als Stammvater des Hauses Schwarzenberg, da sich nach ihm und seinem Bruder die Stammlinie in eine ältere oder Stephansberger Linie und in eine jüngere oder Seinsheimsche Linie aufteilt.

Der Enkel Hildebrands, Erkinger I. von Seinsheim, Freiherr von Schwarzenberg, erwarb 1405 die fränkische Herrschaft Schwarzenberg mit der Burg Schwarzenberg und 1435 die Burg Hohenlandsberg, beide im Steigerwald. Er führte den Titel Freiherr zu Schwarzenberg und Hohenlandsberg. Zu diesem Zeitpunkt besaß die Familie auch bereits einige Höfe in Böhmen. 1550 kam Wilhelm zu Schwarzenberg durch Heirat in den Besitz der Herrschaft Gimborn im Bergischen Land. 1599 wurden die Schwarzenberger mit Adolf von Schwarzenberg zu Reichsgrafen erhoben und 1670 mit Johann Adolf von Schwarzenberg zu Reichsfürsten.

Aufgrund der Eheschließung (anstelle einer Adoption) mit der wesentlich älteren Anna Neumann von Wasserleonburg erbte deren Witwer Georg Ludwig Reichsgraf von Schwarzenberg im Jahre 1623 das Schloss Obermurau in der Steiermark mit Forstbesitz von rd. 18.000 ha, welches sich noch heute im Familienbesitz befindet; dazu gehört auch die Burgruine Frauenburg.

In den 1670er Jahren ließen sich die Schwarzenberger in Böhmen nieder, ab 1698 gehörte ihnen dort Schloss Vimperk. Nach dem Aussterben der Grafen von Sulz kam der 1698 zur gefürsteten Landgrafschaft erhobene Klettgau über die Heirat von Maria Anna von Sulz mit Ferdinand von Schwarzenberg an das Haus Schwarzenberg. Die Schwarzenberger führen seither auch den Grafentitel von Sulz und den Landgrafentitel von Klettgau. Der Verwaltungssitz der Herrschaft Schwarzenberg im Klettgau war das Schloss Tiengen.

Nach dem Tod Johann Christians von Eggenberg 1710, der keine Nachkommen hatte, erbte dessen Witwe Marie Ernestine Reichsgräfin zu Schwarzenberg die böhmischen Herrschaften Krumau und Nettolitz. Sie verstarb 1719. Da zu diesem Zeitpunkt das Geschlecht der Eggenberger im Mannesstamme erloschen war, setzte sie ihren Neffen Adam Franz Karl zu Schwarzenberg als Universalerben ein. Im 18. Jahrhundert erwarben die Schwarzenberger ferner früheren Besitz der bedeutenden böhmischen Grafen von Rosenberg (Rožmberk), unter anderem Schloss Wittingau (Třeboň). Von 1719 bis 1871 war ihr Hauptsitz das ursprünglich rosenbergische, dann eggenbergische Schloss Krumau (in Český Krumlov), hernach Schloss Frauenberg (Hluboká nad Vltavou) in der Nähe von Budweis; ferner gehörte seit 1719 die einst rosenbergische Burg Orlík nad Vltavou (auch Worlik genannt) zum Familienbesitz, welche nach der Samtenen Revolution von 1989 durch den tschechischen Staat an das Haus Schwarzenberg restituiert wurde. In Prag besaß die Familie seit 1719 das Palais Schwarzenberg und seit 1716 besitzt sie ein ebensolches in Wien (das Palais Schwarzenberg am Schwarzenbergplatz).

In der St.-Ägidius-Kirche von Třeboň befand sich von 1784 bis 1877 die Grablege. Nach Fertigstellung der neuen Begräbniskapelle am Weltteich bei Domanín wurde diese bis 1938 als Familiengruft genutzt.

Die männlichen Mitglieder des Adelsgeschlechts waren meist Soldaten, Staatsbeamte oder Kirchenwürdenträger, unter anderem auch Prager Erzbischöfe, ferner Großgrundbesitzer, Unternehmer und Kunstsammler. Auf ihren neu erworbenen Gütern legten sie Teiche an, pflanzten Wälder und führten neue Technologien in der Landwirtschaft ein (Siehe auch: Schwarzenbergscher Schwemmkanal).

Ab Ende des 18. Jahrhunderts bildeten sich zwei Linien des Hauses Schwarzenberg, das sogenannte Erste Majorat (auch Primogenitur genannt) mit dem Reichsfürsten Joseph II. als erstem Majoratsherrn, sowie das Zweite Majorat (auch Sekundogenitur) seines jüngeren Bruders Karl I. Philipp, der 1804 ebenfalls einen erblichen Fürstentitel erhielt. Da die Primogeniturlinie nach Heinrich keine männlichen Nachkommen hatte, adoptierte dieser den Erben der Sekundogenitur, Karl zu Schwarzenberg, wodurch die beiden Majorate 1979 wieder vereint wurden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen ist von Silber und Blau siebenmal gespalten. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein bärtiger Mannesrumpf in rotem Rock mit silbernem Kragen und gekröntem, silber gestulptem rotem Spitzhut, der mit drei natürlichen Pfauenfedern besteckt ist, zwischen zwei in den Mündungen mit je drei, außen mit je sieben natürlichen Pfauenfedern besteckten, von Blau und Silber siebenmal geteilten Büffelhörnern.[1]

Archiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Archiv der Herrschaft Scheinfeld der Fürsten zu Schwarzenberg gehört zu den größten Regionalarchiven Mittelfrankens. Das Archivgut von etwa 800 laufenden Metern, das im frühen 14. Jahrhundert angelegt und bis ins Jahr 1899 fortgeführt wurde, besteht aus etwa 3500 Urkunden, darunter zahlreiche Königs- und Fürstenurkunden, sowie 1500 Amtsbücher, tausende Rechnungsbänden und Akten. 1944 kam das Archiv, um es vor Beschädigungen oder Zerstörung durch die alliierten Luftangriffe im Großraum Nürnberg während des Zweiten Weltkrieges zu bewahren, zu einer zunächst temporär geplanten Verlagerung nach Krumau in Böhmen. Nach Kriegsende und Enteignung der Familie zu Schwarzenberg in der Tschechoslowakei kam die Rückführung allerdings nicht zustande. 1965 ging der Herausgabeanspruch auf das Archiv im Zuge eines Vergleiches bezüglich Wiedergutmachungsleistungen für im Dritten Reich entzogenes Vermögens von der Familie Schwarzenberg auf die Bundesrepublik Deutschland über. Nach jahrzehntelangen Bemühungen um eine Rückgabe wurde das Archiv 2011 zurückgeführt und an das Staatsarchiv Nürnberg übergeben.[2]

Heutige Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der fränkische Familienstammsitz Schloss Schwarzenberg blieb immer im Besitz des Geschlechts, auch wenn er schon seit mehreren Jahrhunderten nicht mehr als Wohnsitz dient. Die böhmischen Besitzungen der älteren Linie (sog. 1. Majorat), darunter Schloss Třeboň (Wittingau), Schloss Český Krumlov (Böhmisch Krumau) und Schloss Hluboká nad Vltavou (Frauenberg) wurden 1945 entschädigungslos enteignet. Die ältere Linie Schwarzenberg-Frauenberg erlosch 1979.

Karel Schwarzenberg stammt aus der Sekundogeniturlinie auf Schloss Orlik und wurde von dem letzten Erben der älteren Linie adoptiert; seit 1979 ist er das Oberhaupt des Hauses Schwarzenberg. In seinem Besitz befanden sich neben dem Schloss Schwarzenberg auch die österreichischen Besitzungen Schloss Murau, Steiermark (seit 1617 in der Familie) mit ca. 18.000 ha Waldfläche und das Palais Schwarzenberg in Wien.

Nach der Samtenen Revolution 1989 wurde in der damaligen Tschechoslowakei ein Restitutionsgesetz verabschiedet. Fürst Schwarzenberg bekam daraufhin erhebliche Teile des früheren Waldbesitzes und der landwirtschaftlichen Flächen seines Vaters mit der Burg Orlík an der Moldau´, Schloss Čimelice und dem Jagdschloss Karlov in Smetanova Lhota zurück übertragen. Er verzichtete jedoch darauf, die Rückgabe der sehr umfangreichen Besitzungen der älteren Linie Krumau-Frauenberg zu fordern, auf die er als Adoptiverbe ebenfalls Anspruch gehabt hätte. Inzwischen hat Karel Schwarzenberg den weitläufigen Familienbesitz auf seinen ältesten Sohn überschrieben.

Genealogie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Seinsheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herren von Seinsheim und Freiherren zu Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1429–1437 Erkinger (I.) (Wie oben Erkinger VI), hatte mindestens 6 Söhne
  • 1437–1469 Michael (II.); sein Bruder Sigismund (* 1430; † 1502) erhält Hohenlandsberg (s.u.)
  • 1469–1499 Michael d. J. (III.), von seinem (umstrittenen) Halbbruder Michael von Schwarzenberg zu Hürblach († 1489) stammt die bis heute in den Niederlanden blühende Linie der Barone thoe Schwartzenberg en Hohenlansberg ab (siehe unten, friesische Linie)
  • 1499–1510 Erkinger (II. bzw. III., wegen eines Onkels gleichen Namens)
  • 1510–1526 Wilhelm (I.)
  • 1526–1557 Wilhelm (III.[3]), erwirbt 1550 durch Heirat die Herrschaft Gimborn
  • 1557–1599 Adolf, kaiserlicher Heerführer und Begründer des heutigen Wappens

Freiherren zu Hohenlandsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Hohenlandsberg im Steigerwald, Mittelfranken

Grafen von Hohenlandsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Adolf von Schwarzenberg (1551–1600), kaiserlicher Heerführer
  • 1566–1596 Christoph (II.)
  • 1596–1646 Georg Ludwig; nach seinem Tod fiel Hohenlandsberg durch Testament wieder an Schwarzenberg zurück.

Grafen von Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fürsten zu Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taler 1696 Ferdinand und Anna Maria von Sulz
Taler 1696 Allianzwappen
  • Johann Adolf I. zu Schwarzenberg (* 1615; † 1683), 1670 Fürst zu Schwarzenberg; ∞ Gräfin Maria Justina von Starhemberg, Tochter von Ludwig
  • Ferdinand Wilhelm Eusebius (* 1652; † 1703), dessen Sohn, 2. Fürst zu Schwarzenberg, 1688 Graf und 1698 gefürsteter Graf von Sulz; ∞ Gräfin Maria Anna von Sulz – seine Schwester beerbt ihren Gemahl Fürst Johann Christian von Eggenberg zu Krumau; damit fällt Krumau mit ihrem Tod 1719 an Schwarzenberg
  • Adam Franz Karl Eusebius (* 1680; † 1732), dessen Sohn, 3. Fürst zu Schwarzenberg, österreichischer Obersthofmarschall; ∞ Prinzessin Eleonora von Lobkowitz, Tochter von Ferdinand August, drittem Fürst von Lobkowitz
  • Joseph I. (* 1722; † 1782), dessen Sohn, 4. Fürst zu Schwarzenberg; ∞ Prinzessin Maria Theresia von und zu Liechtenstein, Tochter von Fürst Joseph I. – erhält das Fürstendiplom dahingehend erweitert, dass alle ehelichen männlichen wie weiblichen Nachkommen den Titel „Fürst“ bzw. „Fürstin“ führen dürfen und wird damit in den Reichsfürstenstand und den Stand eines böhmischen Fürsten erhoben
  • Johann I. Nepomuk (* 1742; † 1789), dessen Sohn, 5. Fürst zu Schwarzenberg; ∞ Gräfin Marie Eleonore zu Oettingen-Wallerstein, Tochter von Philipp Karl, Graf von Oettingen-Wallerstein

1. Majorat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph II. (* 1769; † 1833), Sohn von Johann I., 6. Fürst zu Schwarzenberg, Herzog zu Krumau, Großgrundbesitzer; ∞ Prinzessin Pauline Caroline d'Arenberg, Tochter von Ludwig Engelbert, Duc d'Arenberg, Duc d'Aerschot
  • Johann Adolf II. (* 1799; † 1888), dessen Sohn, 7. Fürst zu Schwarzenberg, Herzog von Krumau, Großgrundbesitzer (Bruder des österreichischen Ministerpräsidenten Felix zu Schwarzenberg und des Prager Erzbischofes Friedrich zu Schwarzenberg); ∞ Prinzessin Eleonore von und zu Liechtenstein, Tochter von Moritz Joseph Johann Baptist
  • Adolf Joseph (* 1832; † 1914), dessen Sohn, 8. Fürst zu Schwarzenberg, Herzog von Krumau, Major, Großgrundbesitzer und Politiker; ∞ Prinzessin Ida von und zu Liechtenstein, Tochter von Fürst Alois II.
  • Johann II. (* 1860; † 1938), dessen Sohn, 9. Fürst zu Schwarzenberg, Herzog von Krumau, Großgrundbesitzer, Abgeordneter und Major; ∞ Gräfin Therese von und zu Trauttmansdorff-Weinsberg, Tochter von Fürst Karl Johann Nepomuk Ferdinand
  • Adolph (* 18. August 1890; † 27. Februar 1950), dessen Sohn; ∞ Prinzessin Hilda von Luxemburg und Nassau, Tochter von Großherzog Wilhelm; da die Ehe kinderlos blieb, adoptierte er 1940 den jüngeren Bruder seines Cousins Joseph III., Heinrich Herzog von Krumau
  • Joseph III. (* 1900; † 1979), Neffe von Johann II.; letzter Spross aus dem 1. Majorat

2. Majorat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karel Schwarzenberg (* 1937), ehemaliger Außenminister der Tschechischen Republik
  • Karl I. Philipp zu Schwarzenberg (* 1771; † 1820), Sohn von Fürst Johann I., 1804 Fürst zu Schwarzenberg, Landgraf von Sulz und Klettgau, Feldmarschall und Diplomat; ∞ Gräfin Maria Anna von Hohenfeld
  • Karl II. (* 1802; † 1858), dessen Sohn, Fürst zu Schwarzenberg, Feldzeugmeister und Verwaltungsbeamter; ∞ Gräfin Josefina Marie Wratislavova z Mitrowicz
  • Karl III. (* 1824; † 1904), dessen Sohn, Fürst zu Schwarzenberg, Gutsbesitzer und Abgeordneter; ∞ Prinzessin Wilhelmine Marie zu Oettingen-Oettingen, Tochter von Friedrich Kraft, Fürst zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein
  • Karl IV. (* 1859; † 1913), dessen Sohn, Fürst zu Schwarzenberg, Großgrundbesitzer und Politiker; ∞ I Gräfin Marie Terezie Kinsky von Wchinitz und Tettau; ∞ II Gräfin Ida Hoyos, Freiin von Sprinzenstein
  • Karl V. (* 1886; † 1914), dessen Sohn, Fürst zu Schwarzenberg; ∞ Gräfin Eleonore von Clam und Gallas
  • Karl VI. (* 1911; † 1986), dessen Sohn; ∞ Antonie Leontine Prinzessin zu Fürstenberg, Tochter von Karl Emil
  • Karl VII. zu Schwarzenberg (* 1937), Sohn Karls VI., 1960 von Heinrich Herzog von Krumau (dem Adoptivsohn Adolfs) adoptiert, Außenminister Tschechiens; ∞ Terezia zu Hardegg auf Glatz und im Machlande
  • Johannes Nepomucenus (* 1967)

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friesische Linie (Barone thoe Schwartzenberg en Hohenlansberg)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

- siehe auch den niederländischen Artikel Thoe Schwartzenberg en Hohenlansberg -

Die bis heute in den Niederlanden blühende friesische Linie der Barone thoe Schwartzenberg en Hohenlansberg wurde begründet durch Johann Onuphrius von Schwarzenberg und Hohenlandsberg (1513–1584)[5], der ein Sohn des Wolfgang († 1543) und Enkel des Michael von Schwarzenberg zu Hörblach (urkundlich 1473, † 1489) war, eines jüngeren Sohnes von Michael II. von Seinsheim, Freiherr zu Schwarzenberg (1437–1469) aus seiner zweiten Ehe - siehe oben im Abschnitt Herren von Seinsheim und Freiherren zu Schwarzenberg.

Schloss Terhorne, Friesland (1736)

Johann Onuphrius heiratete Maria von Grombach († 1564), deren Vater mit Kaiser Karl V. in die Niederlande gekommen war und dort Lucia Martena, die Erbin von Schloss Groot Terhorne (Gemeinde Menameradiel) geehelicht hatte. Das Wasserschloss blieb im Familienbesitz, bis es 1879 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde; die Familie bezog Villen in der Umgegend.

Die Nachkommenschaft aus der zweiten Ehe Michaels II. von Seinsheim, Freiherr zu Schwarzenberg (1437–1469) mit Ursula Grüner wurde von der fürstlichen Linie, die der ersten Ehe entstammte, nie anerkannt, da Zweifel an der Legitimität der Nachkommen bestanden, weil Ursula Grüner „außer der Ehe mit Michael Kinder gehabt habe, welche erst nach der Hand legitimirt worden seien“[6], wie 1672 in einem Prozess festgestellt wurde. Die „westfriesischen Schwarzenberger“ führten gleichwohl den Michael II. verliehenen Titel als Reichsfreiherren zu Schwartzenberg und Hohenlandsberg, seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in niederländischer Schreibweise thoe Schwartzenberg en Hohenlansberg. Mit Beschluss vom 28. August 1814 wurde die Linie mit dem Titel Barone thoe Schwartzenberg en Hohenlansberg durch Wilhelm I. in den niederländischen Adel aufgenommen.[7] Einige Nachfahren gingen Ende des 19. Jahrhunderts nach Preußen und wurden als Freiherren in den dortigen Adel aufgenommen.[8]

Gedenkstein für Michael Onuphrius thoe Schwartzenberg en Hohenlansberg (1695–1758), bei Dokkum
Wappen der friesischen Schwartzenberg

Stammreihe:

  • Michael von Schwarzenberg zu Hürblach († 1489), jüngerer Sohn des Michael II. von Seinsheim, Freiherr zu Schwarzenberg und Hohenlandsberg (1437–1469)
    • Wolfgang († 1543)
      • Johann Onuphrius (1513–1584) ∞ Maria von Grombach, Erbin von Terhorne
        • Georg Wolfgang (1549–1633)
          • Johannes Onuphrius († 1627)
            • Georg Friedrich (1607–1670)
              • Isabella Susanna (1640–1723), ∞ 1685 Graf Gustav Carlsson von Börring (1649–1708), natürlicher Sohn des Königs Karl X. Gustav von Schweden
              • Georg Wilco (1637–1674)
                • Wilco George (1664–1704)
                  • Georg Wolfgang (1691–1738)
                    • Georg Frederik (1733–1783), friesischer Politiker und Schriftsteller, Nachfahren: siehe unten
                  • Michael Onuphrius (1695–1758), Bürgermeister von Dantumadiel, Deputierter von Friesland
                    • Wilco (1738–1788), Bürgermeister, Deputierter von Friesland

Nachfahren von Georg Frederik (1733-1783):

  • Georg Wolfgang (1766–1808)
    • Georg Frederik (1791–1868), hatte 5 Söhne
      • Ulbo
        • Georg Frederik (* 1864)
          • Georg Wolfgang Carel (* 1899)
            • Georg Frederik (* 1934)
              • Georg Wolfgang (* 1963)
            • Watze Julius (* 1936)
              • Georg Willem (* 1970)
              • Anthony Johan (* 1972)
          • Wilco Holdinga Tjalling Camstra (* 1904)
            • Georg Frederik (* 1947)
            • Willem Holdinga (* 1950)
            • Gemme Onuphrius (* 1953)
      • Ernest Louis (1827–1888)
        • Remmo (1869–1929)
          • Wilco Remmo (1917–1988)
            • Wilco Remmo (* 1948)
              • Ubbo Wilco (* 1976)
              • Ijsbrand Radinck (* 1979)
  • Jan Sicco (1693–1757)
    • Wilco Holdinga Tjalling (1738–1800)
      • Johan Sicco Tjalling Camstra, Baron thoe Schwarzenberg en Hohenlandsberg (1769–1829), niederländischer Politiker, Mitglied der Provinzialstaaten von Friesland und des Rats für die Westindischen Kolonien
        • Wilco Holdinga Tjalling Camstra (* 1805), Mitglied der Provinzialstaaten von Friesland
          • Henri Lodewijk (1841–1922), Rittergutsbesitzer in Schlesien
            • Wilco Holdinga (1881–1945), deutscher Kapitänleutnant
              • Wolfgang (* 1919)
            • Bertha (1891–1993), niederländische Bildhauerin, Ehefrau des Kunstmalers Klaas Koster (1885–1969)
          • Georg Friedrich Alexander (1842–1918), preuß. Rittmeister, als Freiherr in den preußischen Adel aufgenommen
            • Wolfgang (1895–1915)

Kuriosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einem regionalen Volksaberglauben zufolge soll Eleonore von Schwarzenberg (* 1682; † 1741), geborene Prinzessin Lobkowitz, als Vampir ihr Unwesen getrieben haben. Über das Leben der Gemahlin von Fürst Adam Franz wurde 2007 ein Dokumentarfilm mit dem Titel Die Vampirprinzessin für Arte und ORF produziert.[9][10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruftkapelle des Hauses Schwarzenberg bei Domanín u Třeboně

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haus Schwarzenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIII, S. 202, C. A. Starke Verlag, 2002
  2. Pressemitteilung der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns: Das Schlossarchiv Scheinfeld der Fürsten zu Schwarzenberg kehrt nach Bayern zurück.
  3. wegen Namensgleichheit eines früher Geborenen aus der älteren bayerischen Linie.
  4. siehe Titelblatt seines Werks Aus dem Wanderbuche eines verabschiedeten Lanzknechtes.
  5. Genealogie des Johann Onuphrius von Schwarzenberg und Hohenlandsberg (1513–1584), Begründers der friesischen Linie, sowie seiner Vor- und Nachfahren
  6. Constant Wurzbach von Tannenberg: Schwarzenberg, das Fürstenhaus, Genealogie.
  7. Nederland's Adelsboek 92 (2006-2007), S. 563-599.
  8. GHdA, Adelslexikon Band XIII, Gesamtreihe Band 128, Limburg an der Lahn 2002, S. 190 f.
  9. (http://www.radio.cz/de/artikel/90842).
  10. Die Vampirprinzessin. arte.tv, , archiviert vom Original am 17. Januar 2008; abgerufen am 21. Dezember 2012.