Massaker auf der Zong

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William Turner verarbeitete 1840 den mittlerweile zum Symbol gewordenen Vorfall in seinem Gemälde Das Sklavenschiff.

Das Massaker auf der Zong war ein Massenmord an versklavten Afrikanern auf dem britischen Sklavenschiff Zong. Dessen Besatzung warf 1781 auf der Überfahrt von Accra nach Black River auf Jamaika etwa 142 zum Verkauf bestimmte Menschen ins Meer, um eine befürchtete Wasserknappheit infolge eines Navigationsfehlers abzuwenden. Auf dem mit 442 Sklaven auf mehr als das Doppelte des Üblichen überfrachteten Schiff war die jamaikanische Küste für das französische Saint-Domingue auf Hispaniola gehalten worden.

Der Massenmord war auch durch Versicherungsfragen motiviert; in der zivilrechtlichen Auseinandersetzung um die Geschehnisse musste die Versicherung dann auch eintreten, da die Sklaven auf See gestorben waren, also während der Geltung des Versicherungsschutzes, und ihre Tötung als „Notwurf“ zur Rettung der übrigen „Ladung“ gerechtfertigt gewesen sei. Ein Mordprozess, wie ihn Granville Sharp anstrebte, wurde hingegen nie geführt.

Im Unterschied zum Untergang der Royal George, der etwa zur selben Zeit im ganzen Empire Trauergottesdienste und Solidaritätsveranstaltungen auslöste, blieb der Massenmord auf der Zong zunächst gänzlich ohne öffentliches Echo. Mittelfristig spielte er jedoch eine Rolle im Erstarken der Abolitionisten am Ende des 18. Jahrhunderts, die die Zong zu einem Symbol für die Grausamkeit der Sklaverei machten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ian Baucom: Specters of the Atlantic. Finance Capital, Slavery, and the Philosophy of History. Duke University Press: Durham, 2005.
  • Adam Hochschild: Sprengt die Ketten: Der entscheidende Kampf um die Abschaffung der Sklaverei. Klett-Cotta: Stuttgart, 2007. S. 101 ff.
  • James Walvin: The Zong. A Massacre, the Law, and the End of Slavery. Yale University Press, New Haven/London 2011, ISBN 978-0-300-12555-9.