Mathieu Crickboom

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Mathieu Crickboom (1905)

Mathieu Crickboom (* 2. März 1871 in Verviers (Hodimont); † 30. Oktober 1947 in Brüssel) war ein belgischer Violinist, Violinpädagoge und Komponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Mathieu Crickboom, Sohn eines Textilarbeiters, erhielt ersten Unterricht im Violin- und Klavierspiel am Konservatorium Vervier, wo er mit Guillaume Lekeu eine lebenslange Freundschaft schloss. Ab 1887 studierte er bei Eugène Ysaÿe am Brüsseler Konservatorium. Dieser widmete ihm seine 5. Sonate für Solovioline; Ernest Chausson schrieb sein Streichquartett für ihn. Crickboom war zweiter Geiger im Quatuor Ysaÿe.

Während rund zehn Jahren wirkte er in Barcelona, leitete dort eine Violinklasse am Konservatorium und war Konzertmeister der „Philharmonischen Gesellschaft“. Auch begegnete er hier Pablo Casals und Enrique Granados, mit denen er zahlreiche Triokonzerte gab. Im Jahre 1897 erfolgte hier die Gründung des „Quatuor Crickboom“ mit Pablo Casals als Cellisten, Josep Rocabruna (2. Violine) und Rafael Gálvez (Bratsche).

In seine Heimat Belgien zurückgekehrt, übernahm er eine Professur am Lütticher Konservatorium und von 1919 bis zu seiner Pensionierung 1936 lehrte er am Brüsseler Konservatorium. Hierher kehrte er in der Zeit von 1940 bis 1944 zurück, um den in dieser Zeit nach London emigrierten Maurice Raskin zu vertreten.

Sein Verdienst als Herausgeber besteht in den umfangreichen Neuauflagen der großen Violinliteratur, die er dem Zeitgeist entsprechend phrasierte und mit Fingersätzen versah. Sein Hauptwerk war die Methode zum Erlernen des Violinspiels, mit parallel verlaufenden Technik-Etüden, Duos und Liedstücken, die sich dem jeweiligen Fortschritt des Lernenden anpassten, eine Aufgabe, mit der er die Violinschule von Charles-Auguste de Bériot vervollständigen und ergänzen wollte. Viele der Etüden und Duos entlieh er bedeutenden Geigenlehrern und Komponisten des 19. Jahrhunderts. Er stelle eine Etüdensammlung zusammen, die unter dem Titel Les Maitres du Violon erschien.[1]

Zu den wenigen eigenen Kompositionen Crickbooms zählt die Sonate op.11 für Violine und Klavier. Sie wurde am 15. April 1896 durch Eugène und dessen Bruder Theo Ysaÿe uraufgeführt [2].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IMSLP: Les Maitres du Violon (Heft 1)
  2. Christophe Pirenne: in "Nouvelle Biographie Nationale" 2001 – Band 6, S. 91-94