Matteo Carcassi

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Matteo Carcassi.

Matteo Carcassi (* um 1792 in Florenz; † 16. Januar 1853 in Paris) war ein italienischer Gitarrist, Pianist und Komponist, dessen Lehrstücke für Gitarre noch heute unterrichtet werden. Er lebte die meiste Zeit seines Lebens in Paris und gab unter anderem Gitarrenkonzerte in Deutschland, London und Italien. Von seinem Leben ist nur wenig bekannt. Vermutlich war er mit den verschiedenen bekannten Musikinstrumentenbauern namens Carcassi verwandt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matteo Carcassi wurde um das Jahr 1792 in Florenz geboren, das genaue Geburtsdatum ist unbekannt. Spätestens 1816 lebte er in Paris und ist in einem Pariser Musikerverzeichnis des Jahres 1820 als Komponist, Gitarren- und Klavierlehrer aufgelistet, wohnhaft an der Rue Grange Batelière 8, wo er auch Konzerte gab.[2] Im Jahre 1819 lernte er in Deutschland den französischen Gitarristen und Musikverleger Antoine Meissonnier kennen.[3] Seine ersten Publikationen erfolgten im Jahre 1820, die meisten seiner Werke wurden von Meissonnier in Paris und von B. Schott's Söhne in Mainz veröffentlicht. In den 1820er Jahren unternahm Carcassi mehrere Reisen, so gab er wiederholt Konzerte in Deutschland (1819, 1824, 1827) und in London (1822, 1823, 1828), wo er 1828 in den Argyll Rooms die elsässischen Sängerin Madame Stockhausen auf der Gitarre begleitete.[4] 1836 gab er in seiner Heimat ebenfalls Konzerte. Im selben Jahr kam in Paris seine dreibändige Gitarrenschule (Méthode complète pour la guitare, Opus 59 und 25 Études mélodiques et progressives, Opus 60) heraus. Er starb unerwartet am 16. Januar 1853 an einer kurzen heftigen Krankheit.[5]

Zu seiner Zeit lebten in Paris viele bekannte Gitarristen, so der Italiener Ferdinando Carulli (seit 1806), der ihm 1829 sein Opus 320 (Six Andantes pour guitar) widmete, die Spanier Fernando Sor und Dionisio Aguado (beide seit 1826) und der Franzose Napoléon Coste (seit 1830).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mariottini: Il Fronimo 108. S. 31
  2. Mariottini: Il Fronimo 108
  3. Maurice J. Summerfield: The classical guitar: its evolution and its players since 1800; Ashley Mark, 1991. S. 63
  4. Domingo Prat: Diccionario de Guitarristas; Buenos Aires 1934.
  5. Mariottini: Il Fronimo 108, S. 33

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hannu Annala: Handbook of Guitar and Lute Composers; MelBay, Pacific 2007. Artikel Carcassi, S. 62.
  • Raffaele Carpino & Mario Dell’Ara: Matteo Carcassi - Un nuovo aggiornamento biografico; in: Il Fronimo, n° 184 (2018), 5–9.
  • Mario Dell’Ara: Catalogo delle opere di Matteo Carcassi; in: Il Fronimo, n° 108 (1999), 35–42.
  • Mauro Mariottini: Matteo Carcassi (1793? - 1853): Un aggiornamento bio-bibliografico. in: Il Fronimo, n° 108 (1999), 25–34.

Ältere Literatur (chronologisch)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • François-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens et bibliographie générale de la musique; Band 3. Brüssel 1837, S. 46. (historischer Verweis) und 2. Auflage, Paris 1861; Band 2, S. 186 (mit Datum Italienaufenthalt und Todesdatum)
  • Domingo Prat: Diccionario de Guitarristas; Buenos Aires 1934.
  • Terzi Benvenuto: Dizionario dei chitarristi e liutai italiani, Bologna, Edizioni “La Chitarra”, 1937.

Link[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brian Jeffery: Matteo Carcassi (c. 1792-1853) biography Tecla
  • Ferdinando Carulli: Opus 320 („dedié à Matteo Carcassi“) [1]

Historische Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Matteo Carcassi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien