Max Zenger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Max Zenger (* 2. Februar 1837 in München; † 16. November 1911 ebenda) war ein deutscher Komponist, Kapellmeister, Lehrer und Musikschriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Zenger war ein Sohn von Karolina und Franz Xaver Zenger, Professor der Rechte an der Universität München. Von den sieben Geschwistern starben fünf bereits als Kleinkinder, unter ihnen auch die Zwillingsschwester Maria.[1] Nach dem Abitur, 1855 am Münchner Maximiliansgymnasium[2] – unter anderem mit Hugo von Maffei – war Zenger zunächst im Wintersemester 1855/56 im Grundstudium (Fachschaft Philosophie) an der Münchner Universität eingeschrieben. Dort wurde er Mitglied des Corps Isaria. Dann wechselte er zum Musikstudium, zunächst bei Professor Ludwig Stark an der Stuttgarter Musikhochschule, danach weitgehend autodidaktisch, u. a. 1859 bis 1860 in Leipzig. Ab 1860 war er als Komponist, Dirigent der Bürgersängerzunft und als Musikreferent der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Münchner Neuesten Nachrichten“ in München tätig. 1868/69 wirkte er als Kapellmeister am Stadttheater in Regensburg und wechselte 1869 in als Musikdirektor an die Hofbühne in München. 1872 wurde Zenger als Musikdirektor an die Hofkapelle am Großherzoglich Badischen Hoftheater nach Karlsruhe berufen, kehrte aber 1877 nach München zurück. Dort wirkte er als musikalischer Leiter des Akademischen Gesangvereins und von 1878 bis 1885 als Dirigent des Oratorienvereins. Ab 1880 lehrte er Gesang, Harmonielehre und Musikgeschichte an der königlichen Musikschule und wurde 1882 zum Professor ernannt.

Max Zenger – er galt als „grimmiger Wagnerhasser“[3] – komponierte mehrere Opern, Musiken zu Werken von Goethe und Schiller, ein Oratorium, zwei Symphonien sowie Lieder, Chor- und Orchesterwerke. Er betätigte sich auch als Musikschriftsteller und -kritiker. Als seine Schüler werden genannt: Hermann Gura (1870–1944), Bariton, Georg Weinschütz (1871–1949), Instrumentalist, Frida Felser, Sopranistin, und Max Weinschütz (vor 1894–nach 1929), Komponist und Unterhaltungskünstler.

Max Zenger heiratete 1872 in Karlsruhe Maria Holzer (1851–1888), Elevin des Großherzoglich badischen Hoftheaters. 1892 ging er in München eine zweite Ehe mit Susanna Reißner, Wachtmeisters- und Kasernhausmeisterstochter (* 1870) ein. Die drei Kinder dieser Ehe verstarben im Kindesalter.

Grabstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Max Zenger auf dem Alten Südlichen Friedhof in München Standort

Die Grabstätte von Max Zenger befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 12 – Reihe 2 – Platz 55) Standort.[4]

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In München-Bogenhausen gibt es seit 1918 eine Max-Zenger-Straße.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Foscari, tragische Oper mit Ballet in drei Aufzügen von Gustav Gans zu Putlitz (frei nach Giuseppe Verdis Oper „I due Foscari“). 1859/61; Uraufführung: München, 11. Januar 1863; Dirigent: Franz Lachner
  • Ruy Blas, Oper in 4 Aufzügen von Carl Theodor von Heigel frei nach dem Drama von Victor Hugo (Manuskript), 1863/64; Uraufführung 4. Juni 1868 Hoftheater Mannheim; Dirigent: Vinzenz Lachner
  • Wieland der Schmied, Oper in 4 Akten von Philipp Allfeld nach Karl Simrock, 1873–1879; Uraufführung München 1881, revidiert auf 3 Akte, München 1895
  • 3 Ballette für Separatvorstellungen Ludwigs II., 1880/81: 1. Auf Schloß Bellevue (Ballettmeister: Franz Fenzl), München 1881; 2. Les Plaisiers de l'île enchantée, München 1881; 3. Amor und Psyche. Ein Hoffest Ludwigs XIV., München 1882
  • Faust I / Faust II, Musik zu Johann Wolfgang von Goethe, ab 1880; Uraufführung München 1888 (Faust I); Dirigent: Richard Strauß; Faust II: München 1895
  • Eros und Psyche, Oper in drei Akten von Wilhelm Schriefer, 1897; Uraufführung: München, 11. Januar 1903
  • Rezitativ zu Étienne-Nicolas Méhul: Joseph in Ägypten, 1873
  • Kain, nach George Gordon Noel ByronsMysterium“ frei bearbeitet von Theodor Heigel; für Solostimmen, Chor und Orchester [1866/67], Druck: Siegel, Leipzig ca. 1872
  • Eros und Psyche. Fünf Lieder für Sopran mit Begleitung des Pianoforte., op. 28, Kistner, Leipzig; Erstausgabe. Adelina Patti gewidmet
  • Wo goldener Wein im Becher blinkt, Komposition für Männerchor (Text von Julius Wolff), 1904
  • Die Kraniche des Ibikus, Melodram (nach Friedrich Schiller), op. 80: nicht aufgeführt

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundriss der Musikgeschichte. C. Wolff & Sohn, München 1894.
  • Max Zenger. Eine Selbstschau. Zu seinem 70. Geburtstag. In: Allgemeine Zeitung München, 1. Februar 1907, S. 2–4
  • Geschichte der Münchener Oper. Nachgelassenes Werk hrsg. von Theodor Kroyer, München 1923.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Seidl: Eros und Psyche. In: A. S.: Die Wagner-Nachfolge im Musik-Drama. Skizzen und Studien zur Kritik der modernen Oper. Schuster, Berlin 1901.
  • Friedrich Jansa (Hrsg.): Deutsche Tonkünstler. 1911 (Foto).
  • Hermann von der Pfordten: Max Zenger †. In: Münchner Neueste Nachrichten. Nr. 541, 19. November 1911, S. 2.
  • Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. 17, 1915.
  • Zenger, Max. In: Alfred Einstein (Hrsg.): Riemann Musiklexikon. 11. Auflage. Band 2: M–Z. Max Hesses Verlag, Berlin 1929, S. 2077 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Das Bayerland. Älteste bayerische Zeitschrift für Kultur und Tradition, Zeitgeschehen, Wirtschaft und Technik, Kunst, Umweltfragen, Landesentwicklung und Fremdenverkehr 23, Pfaffenhofen a. d. Ilm 1912, S. 179 (Foto).
  • Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. 8000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten. Pustet, Regensburg 1983.
  • Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Saur, München 2003, Band 4 (Kainz-Menkes), S. 1428 (Felser, Frida), 1898 (Gura, Hermann), 2407 (Koboth, Irina), 2016, 5236, 5307.
  • Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch von Wilhelm Kosch, fortgeführt von Ingrid Bigler-Marschall. De Gruyter, 38./39. Lieferung: Zeller-Zyset, Berlin 2011, S. 3751.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die älteste Schwester Mathilde (1830–1896) heiratete den Staatsanwalt Philipp Allfeld.
  2. Jahresbericht über das K. Maximilians-Gymnasium in München für das Schuljahr 1854/55.
  3. Rudolf Louis: Die deutsche Musik der Gegenwart. Severus Verlag, Hamburg 1912; Nachdruck der Originalausgabe von 1909, S. 202.
  4. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. ISBN 3-924078-00-9, S. 145.