Maximilian Janisch

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Maximilian Janisch, Orvieto 2019

Maximilian Janisch (* 8. August 2003 in Meierskappel, Kanton Luzern)[1][2] ist ein Schweizer hochbegabter Jugendlicher, der im Alter von neun Jahren die Mathematikprüfung auf Abiturniveau abgelegt hat. Mit einem Intelligenzquotienten von 149+ befindet er sich oberhalb des Durchschnitts.[1][3] Er setzt sich für die Öffnung der Hochschulen für jugendliche Talente ein.[3][4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maximilian Janisch wurde 2003 in der Schweiz als Sohn des sich im Ruhestand befindlichen Professors für Mathematik Thomas Drisch und dessen Lebenspartnerin Monika Janisch, die in Betriebswirtschaft promoviert hatte, geboren. Janisch übersprang drei Klassen der Primarschule und wurde vom Gymnasium Immensee im Alter von acht Jahren zugelassen. Mit neun Jahren legte er die Matura in Mathematik am Gymnasium Immensee mit Bestnoten ab.[5][6]

Der damalige Rektor der Universität Zürich, Michael Hengartner, und der damalige Direktor des Instituts für Mathematik, Thomas Kappeler, riefen für Janisch ein eigenes Förderprogramm ins Leben, nachdem ihm eine Immatrikulation für den Studiengang Mathematik an der ETH Zürich verwehrt wurde.[7][8][9][10] Das Programm, welches im Rahmen der Junior Euler Society, einer Initiative des Instituts für Mathematik der Universität Zürich, das Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich über den Schulstoff hinaus mit Mathematik zu beschäftigen,[11][12] eingerichtet wurde, wird unter der Leitung des italienischen Mathematikers Camillo de Lellis bis heute fortgeführt.

Janisch wurde im September 2015 von der französischen Universität Perpignan als jüngster Student Frankreichs ins 2. Studienjahr aufgenommen. Denn eine Immatrikulation in der Schweiz war nicht möglich.[13][14] Ende 2019 absolvierte er an der Universität Perpignan die Licence.

Nachdem Janisch im August 2018 die volle Matura absolviert hatte, durfte er sich als Mathematik-Student an der Universität Zürich immatrikulieren.[15]

Mediales Echo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Matura in Mathematik bat Janisch die ETH vergeblich, an den Lehrveranstaltungen und insbesondere an den Prüfungen des Studiengangs Mathematik teilnehmen zu dürfen.[16][17] An der folgenden Diskussion darüber, inwieweit die Universitäten jugendliche Talente fördern könnten, beteiligten sich eine zweistellige Zahl Schweizer Zeitungen und das Schweizer Fernsehen.[1] In die Diskussion griffen Zeitungen und Fernsehanstalten benachbarter Länder ein.[18] 2015, als die Universität Perpignan der Bitte Janischs zur Teilnahme an den Prüfungen in Mathematik entsprach, lebte die mediale Diskussion mit über hundert Berichten erneut auf,[19][20][21] vorwiegend, aber nicht nur, in der Schweiz und in Frankreich.

Es gibt mehrere Dokumentationen über Janisch, so der im November 2016 am Foyle Film Festival in Nordirland uraufgeführte Kino-Dokumentarfilm Maximilian (Regisseur: Nicolas Greinacher).[22][23][24] Die Schweizer Erstaufführung folgte im Januar 2018 an den Solothurner Filmtagen. Der Film gewann beim Rhode Island International Film Festival 2018 einen Grand Prix.[25] 3sat zeigte den Film Ende August 2018.[25]

Kürzere Dokumentationen über Janisch wurden am 26. April 2015 und am 8. September 2019 vom SRF 1 und am 23. Juni 2015 vom 3sat ausgestrahlt.[1][26]

Förderung talentierter Jugendlicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Janisch ist der Auffassung, dass die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft Jugendlicher von der Gesellschaft unterschätzt wird. Zudem weist er in seiner Autobiografie darauf hin, dass das Schulsystem teilweise nicht flexibel genug ist, was die adäquate Förderung der Talente von Kindern und Jugendlichen erschwert.[27] Die Universität Zürich richtete ein vierjähriges Pilotprojekt ein, welches es Zürcher Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ermöglicht, während eines bis vier Semestern reguläre Studienmodule zu besuchen.[28]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maximilian Janisch, Thomas Drisch: Mit zehn Jahren an die Uni: Der Sternenhimmel eines Hochbegabten, Lit Verlag, Wien/Zürich/Münster 2017, ISBN 978-3-643-80250-7
  • Maximilian Janisch: Moi, un phénomène? : l'université à 10 ans: facile! Verlag: Favre, Lausanne/Paris 2015, ISBN 978-2-8289-1452-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Maximilians Welt – aus dem Leben eines Hochbegabten. In: srf.ch. Schweizer Radio und Fernsehen SRF, abgerufen am 27. November 2016.
  2. Maximilian Janisch – Lift Conference. In: liftconference.com. Abgerufen am 27. November 2016 (englisch).
  3. a b Yannick Nock: Wie das berühmteste Wunderkind der Schweiz das Schulsystem ändern will. Schweiz am Wochenende vom 17. April 2017, Seite 2–3.
  4. Yannick Nock: Mathe-Genie (14) über Frühförderung: «Die Leistung kann darunter leiden». Abgerufen am 13. Februar 2018.
  5. Rahel Schnüriger/Reno Nägeli: Neunjähriger schafft die Mathe-Matura. Neue Schweizer Zeitung vom 22. Juni 2013, Seite 1 und 28.
  6. Maximilian der Große. In: spiegel.de. Abgerufen am 27. November 2016.
  7. Gabi Schwegler: Maximilian will an die Uni. Sonntagszeitung, 27/2013 vom 7. Juli 2013, Seite 17.
  8. UZH fördert mathematikbegabten Gymnasiasten. Universität Zürich, Medienmitteilung vom 2. Oktober 2013.
  9. Walter Bernet: Masslösung für ein Mathe-Genie. Neue Zürcher Zeitung vom 3. Oktober 2013, Seite 15.
  10. Alexandra Mladenovic: Maximilian darf an die Uni – aber nicht als Student. Neue Luzerner Zeitung vom 3. Oktober 2013, Seite 17.
  11. Junior Euler Society. Universität Zürich, abgerufen am 13. Februar 2018.
  12. Michael Hengartner: Begabtenförderung. Aidu Forum, 24. September 2013.
  13. Communiqué de presse de l’UPVD. Un jeune prodigé de 12 ans intègre l’Université de Perpignan. Service de communication de l’Université de Perpignan, 22. September 2015.
  14. Julien Marlou: Un jeune prodige de 12 ans intègre l’université. L’indépendant vom 26. September 2015.
  15. Yannick Nock: Wunderjunge bricht Rekord: Mathe-Genie (15) startet mit dem Master-Studium. Abgerufen am 7. Juni 2020.
  16. Daniel Fuchs: Der neunjährige Max will an die ETH. Nordwestschweiz vom 21. Juni 2013.
  17. Rahel Schnüriger: Neunjähriger will an der ETH studieren. Neue Luzerner Zeitung vom 22. Juni 2013.
  18. Zehnjähriger studiert Mathe. Augsburger Allgemeine, 3. Oktober 2013.
  19. Marc-Olivier Fogiel: Maximilian Janisch: 12 ans et déjà en 2e année de licence. RTL-TV, 13. Oktober 2015.
  20. Un surdoué de 12 ans fait sa rentrée à l’université de Perpignan. Le Monde vom 25. September 2015.
  21. Martine Betti-Cuno: La vrai vie des surdoués. Magazine Figaro vom 12. Oktober 2013, Seite 47–49.
  22. Film Maximilian. In: cineman.ch. Aargauer Zeitung, abgerufen am 12. Februar 2018.
  23. MAXIMILIAN - DER FILM - MAXIMILIAN I 2016 I Dokumentarfilm I DCP I Farbe I 77 Min. Abgerufen am 3. März 2017.
  24. Staff Reporter. Swiss child prodigy in Derry for film premiere. Darry Journal vom 11. November 2016, Seite 22.
  25. a b AUFFÜHRUNGEN - MAXIMILIAN - DER FILM Abgerufen am 17. Juli 2018.
  26. Helen Arnet: Der hochbegabte Maximilian. Abgerufen am 7. Juni 2020.
  27. Maximilian Janisch: Mit zehn Jahren an die Uni: Der Sternenhimmel eines Hochbegabten. Münster. LIT-Verlag, Reihe Hochbegabung biographisch ISBN 978-3-643-80250-7
  28. Schülerinnen- und Schülerstudium. Abgerufen am 7. Juni 2020.