Meister des Schlutuper Altars

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Meister des Schlutuper Altars: St.-Blasius-Altar in Burg auf Fehmarn, 1513

Meister des Schlutuper Altars ist ein kunstwissenschaftlicher Notname und bezeichnet einen unbekannten niederdeutschen Bildschnitzer des Spätmittelalters, der Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts in seiner Werkstatt in Lübeck tätig war.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Meister des Schlutuper Altars bekam seinen Namen im 20. Jahrhundert. Er wurde benannt nach dem um 1500 datierten Schlutuper Sippenaltar.[1] Der heute so genannte Altar im Bestand des St. Annen-Museums zeigt Szenen der weiteren Familie Jesu, der Heiligen Sippe. Er enthält zwei eigentlich nicht zugehörige Flügelreliefs mit Szenen aus den Leben der Hl. Katharina von Alexandrien (um 1480/90), die vermutlich von Carl Julius Milde eingefügt wurden. Der Altar stammt aus der Katharinenkirche und ist vermutlich mit dem dort belegten Annenaltar der Marienbruderschaft der Musikanten und Spielleute identisch. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde der Altarschrein in die Schlutuper St. Andreas-Kirche abgegeben und gelangte von dort vor 1847 in die Sammlung des Museums.

Kunstgeschichtliche Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der kunstgeschichtlichen Einordnung stammen die Bildschnitzereien vom Meister des Schlutuper Altars aus dem Umkreis des Henning von der Heyde, die Malereien aus dem Umkreis von Bernt Notke. In der Zeit der Entstehung des Altars verzichteten die ausführenden Künstler oftmals auf eine Signatur ihrer Werke. Die Kunstgeschichte versucht daher einem charakteristischen Werk eines Künstlers, wie hier dem namensgebenden Altar, weitere Werke aufgrund der künstlerischen Handschrift zuzuordnen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Meister des Schlutuper Altars sind folgende Werke zuzuordnen:[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Heise, Hildegard Vogeler: Die Altäre des St. Annen-Museums. Lübeck 1993, DNB 930560388, S. 92ff.
  • Uwe Albrecht, Jörg Rosenfeld, Christiane Saumweber: Corpus der Mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein. Band I: Hansestadt Lübeck, St. Annen-Museum. Ludwig, Kiel 2005, ISBN 3-933598-75-3, Kat. Nr. 82, S. 237–247.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meister des Schlutuper Altars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schlutup ist ein für sich gelegener Lübecker Stadtteil, der sich auch heute noch teilweise seinen dörflichen Charakter bewahrt hat.
  2. Walter Paatz: Bernt Notke und sein Kreis. Berlin 1939, DNB 362288186, S. 166f.