Melchior Stenglein

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Melchior Stenglein (1871) von Wilhelm Leibl

Melchior Ignaz Hermann Heinrich Christoph Stenglein (* 4. Oktober 1825 in Bayreuth; † 8. Juli 1903 in Tegernsee) war ein deutscher Jurist. Er war ein Sohn des späteren Regierungspräsidenten von Oberfranken Melchior Ignatius Nicolaus Stenglein, bekannt unter dem Namen Melchior Ritter von Stenglein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg und Heidelberg[1] war Stenglein königlicher Staatsanwalt in München (1854–1862, 1864–1868) und Passau (1862–1864), königlicher Appellationsgerichtsrat (1868) in München und arbeitete als königlicher Advokat und Rechtsanwalt (1872–1879) in München. 1879 war er Reichsanwalt, von 1888 bis 1898 dann Reichsgerichtsrat am Reichsgericht in Leipzig.

Stenglein veröffentlichte mehrere, in mehrfacher Auflage erschienene Kommentare zum Strafrecht, war Autor juristischer Lehr- und Fachbücher sowie Mitautor weiterer Rechtskommentare. Er war Herausgeber der in 18 Bänden zwischen 1862 und 1879 erschienenen Zeitschrift für Gerichtspraxis und Rechtswissenschaft sowie ab 1896 Mitherausgeber der Deutschen Juristenzeitung.[1] Er war seit 1854 bzw. 1855 mit Emma Louise Wilhelmine Henriette von Regemann (1831–nach 1906) verheiratet, aus der Ehe gingen die Kinder Melchior Gustav (* 1856), Hermann (* 1857) und Maria (* um 1856/1860) hervor.[1] Stenglein war Angehöriger des Corps Bavaria Würzburg.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stenglein war von 1863 bis 1879 für den Wahlbezirk Kronach/Oberfranken als Mitglied der Liberalen Mittelpartei Mitglied in der Abgeordnetenkammer des Königreiches Bayern, darüber hinaus von 1874 bis 1877 für Oberfranken für die Nationalliberale Partei Abgeordneter im deutschen Reichstag.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stenglein wurde am 7. August 1885 das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens vom heiligen Michael verliehen. Darüber hinaus erhielt er den Preußischen Roten Adlerorden 2. Klasse, den königlich sächsischen Albrechts-Orden 2. Klasse und den fürstlich Hausorden von Hohenzollern 3. Klasse.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sammlung der deutschen Strafgesetzbücher. Hrsg. von Melchior Stenglein, München 1858.
Band 1: Bayern, Oldenburg, Sachsen-Altenburg, Württemberg, Braunschweig.
Band 2: Hannover, Hessen-Darmstadt und Frankfurt, Baden, Nassau.
Band 3: Thüringisches Strafgesetzbuch, Preußen, Österreich, Sachsen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Melchior Stenglein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Ausführliche Familienchronik (PDF; 271 kB) auf der Website von Andreas Stenglein, abgerufen 15. April 2008
  2. Kösener Korpslisten 1910, 201, 172.