mephisto 97.6

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Senderlogo mephisto 97.6
Kurzüberblick
Sendertyp Nichtkommerzielles Lokalradio
Lizenznehmer Universität Leipzig
Sendegebiet Großraum Leipzig
UKW-Frequenz 97,6 MHz
Weitere
Empfangswege
Kabel 93,6 MHz
Livestream
Podcast
Online Website
Sendestart 31. Mai 1995
Senderclaim Radio für Kopfhörer
Mitarbeiter
Programmdirektion Sven Stollfuß
Sonja Ganguin
Volker Pankrath
Dietz Schwiesau
Michael Schornstheimer

Sven Knobloch

Peter Komarowski

Chefredaktion Finný Anton
Lukas Raschke
Nico van Capelle
Kontakt
Besucheradresse Universitätsstr. 3
04109 Leipzig
2. OG
Postadresse mephisto 97.6
04009 Leipzig
internes Postfach 100920
Telefon 0341 - 97 37 976
Fax 0341 - 97 37 999
Mail chefredaktion@mephisto976.de
Moderatorin Sarah Frühauf im Sendestudio
die gesamte Redaktion von mephisto 97.6
Redakteure bei der Arbeit – der Newsroom
Redakteurin Sophia Geß bei einer Straßenumfrage

mephisto 97.6 ist das Lokalradio der Universität Leipzig und das erste lizenzierte Hochschulradio Deutschlands. Seit dem Sendestart 1995 tritt es als Ausbildungssender der Universität Leipzig sowie als nichtkommerzielles unabhängiges Lokalmedium für den Großraum Leipzig auf.

mephisto 97.6 sendet Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 12 und 18 bis 20 Uhr auf der UKW-Frequenz 97,6 MHz und im Leipziger Kabelnetz auf 93,6 MHz und kann von über einer Million Menschen im Sendegebiet empfangen werden. Das Lokalradio hat seinen Sitz auf dem Campus der Universität Leipzig am Augustusplatz.

Seit 31. Januar 2018 wird der Sender über DAB+ in einem 24-Stunden-Small-Scale-Versuchsbetrieb der SLM in Leipzig auf Kanal 6C übertragen.

Idee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel von mephisto 97.6 ist die Verbindung von Ausbildung und Praxis unter realen Arbeitsbedingungen. Das Programm richtet sich nicht ausschließlich an Studenten und besteht im Lokalteil aus aktuellen Informationen über das Geschehen im Großraum Leipzig. Der durchschnittliche Wortanteil aller Sendungen liegt bei 40 Prozent.

Die Programmgestaltung geschieht ausschließlich durch Studenten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee eines Uniradios verfolgten Studenten und Leitung des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig seit 1992. An den Tagen der offenen Tür im Mai 1993 und 1994 wurden erste Sendungen auf dem Campus ausgestrahlt, produziert mit der noch aus DDR-Zeiten vorhandenen Technik.

Als die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien die Frequenz 97,6 MHz für Leipzig ausschrieb, wurde in Seminaren ein Konzept für ein Uniradio ausgearbeitet. Nach einer Anhörung beim Medienrat im September 1994 erhielt mephisto 97.6 den Zuschlag und damit die Möglichkeit, bis zu sechs Stunden Programm pro Werktag auszustrahlen. Bis jetzt werden davon vier Stunden täglich genutzt.

Mit der eigenen Sendelizenz als nichtkommerzielles Leipziger Lokalradio sind auch einige Auflagen verbunden: Vorgeschrieben für das Programm ist ein Wortanteil von mindestens 40 Prozent. Außerdem darf keine Werbung ausstrahlt werden, lediglich bestimmte Programmelemente, wie beispielsweise feste Rubriken, dürfen gesponsert und präsentiert werden.

Erstmals ging mephisto 97.6 am 31. Mai 1995 um 18:00 Uhr auf Sendung und teilt sich in Leipzig die Frequenz 97,6 MHz mit dem Sender R.SA (damals Radioropa Infowelle Sachsen, ab 1999 oldie.fm).

Für den Aufbau des Radiosenders engagierte sich der Journalismuslehrer Walther von La Roche, der zu dieser Zeit eine Honorarprofessur an der Universität Leipzig übernommen hatte.[1] Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der noch heute aktive Programmdirektor Bernd Schorb, Rüdiger Steinmetz, der 2010 in den Medienrat der Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) gewählt wurde und damit sein Amt bei mephisto 97.6 nieder legte, der 2011 verstorbene Hartmut Warkus sowie bis 1998 der damalige Leipziger Journalistik-Dozent Martin Löffelholz.

Die erste Chefredaktion bildeten Christian Brockert und Sven Jánszky.

Im Zuge des Neubaus der Universität Leipzig bezog der Sender im November 2009, nachdem er ab 2006 aus einem Interimstudio gesendet hatte, neue Studioräume. Er verfügt nun über vier Sende- und Produktionsstudios, sieben Redaktionsbüros, einen Konferenz- sowie einen Seminarraum. Als Ehemaligenorganisation und finanzieller Unterstützer fungiert der Verein Freundeskreis mephisto 97.6 e.V., dem ca. 150 ehemalige Mitarbeiter des Senders angehören.

Sendeschema[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendezeit Sendung Inhalt
Montag bis Freitag
10 bis 12 Uhr
Faustschlag
Vormittagsmagazin
klassisches Radiomagazin mit bunten Themen aus und um Leipzig
Montag bis Freitag
18 bis 19 Uhr
Direkt
tagesaktuelles Magazin
Leipzigs Tag in einer Stunde – lokale Ereignisse aufgearbeitet und mit Hintergründen gespickt
Die Vierten Stunden
Montag
19 bis 20 Uhr
Lauschangriff
Hörkunstsendung
Kino im Kopf – eine Stunde geballte Kreativität, Klangleidenschaft & tiefschürfende Recherche
Dienstag
19 bis 20 Uhr
Kultstatus
Radiofeuilleton
Kino, Theater, Kunst, Literatur... Kultur in Leipzig – stilvoll, intensiv und anders aufbereitet
Mittwoch
19 bis 20 Uhr
M19
langes Interview
eine Stunde, ein Gast, viele Fragen – ob Metzger oder Hollywood-Star, jeder wird gelöchert
Donnerstag
19 bis 20 Uhr
Tonleiter
das Musikmagazin
alles rund um die Musik – Rezensionen, Festivalberichte, Bandinterviews
Freitag
19 bis 20 Uhr
Nachschlag
Satiremagazin
die Politiker bauen Mist, der Nachschlag tritt nach – Leitmotto: Anarchie!

Im ersten täglichen Zeitblock von mephisto 97.6 wird werktäglich zwischen 10 und 12 Uhr das Vormittagsmagazin Faustschlag gesendet. In den Abendstunden läuft von 18 bis 19 Uhr das Nachrichtenmagazin Direkt. Nachrichten mit Wetterbericht und Verkehrsservice laufen zu jeder vollen Stunde. Die verkürzten Schlagzeilen werden in dieser Zeit zu jeder halben Stunde gesendet.

In der so genannten Vierten Stunde zwischen 19 und 20 Uhr werden täglich wechselnde Sendungen mit spezieller Ausrichtung in einem wöchentlichen Rhythmus gesendet. Die Bandbreite reicht von Hörspiel und Feature, über Feuilleton und Musik bis hin zu Satire.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Redakteur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die organisatorische Hierarchie bei mephisto 97.6 ist grob angelehnt an den Aufbau öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten, im Gegensatz zu diesen aber durchlässiger. Es gilt der Grundsatz: Wer den Sender betritt, hat das Recht, ausgebildet zu werden, und bekommt als Neuling den Status Redakteur. Damit ist er ehrenamtlicher und freier Mitarbeiter.

Redakteur vom Dienst (RvD)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfahrene Redakteure haben die Möglichkeit, eine Ausbildung zum RvD zu machen. Während dieser Ausbildungszeit sollen sie lernen, komplette Sendungen in Verantwortung zu tragen und selbst Redakteure anzuleiten.

Ressortleiter (RL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den RvDs, die einzelne Sendungen betreuen, stehen die Ressortleiter, die für jeweils ein Semester im Amt sind. Zu ihren Aufgaben gehört es, Sitzungen innerhalb des Ressorts zu leiten, die Ausbildung von Redakteuren zu gewährleisten und zu organisieren sowie Personalmanagement zu betreiben.

Chefredaktion (CR)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltliche Instanz ist die Chefredaktion, die ressortunabhängig arbeitet und für ein Jahr ihres Amtes waltet. Die Chefredakteure vernetzen den Sender als Gesamtes, bewahren einen inhaltlichen Überblick und klären entsprechende Probleme und Fragen, organisieren Seminare und Auswertungen und präsentieren den Sender nach außen. Zusätzlich gilt die Chefredaktion als entscheidende Instanz in Ausbildungs- und Personalfragen.

Programmdirektion (PD)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter im Sinne des Presserechts ist die Programmdirektion, welche aus Dozenten und Professoren besteht, die von der Universität Leipzig berufen und fest angestellt sind. Sie tragen die juristische Verantwortung und vertreten mephisto 97.6 gegenüber der Universitätsleitung sowie den Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden.

Ausbildungswege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freie Mitarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die freie Mitarbeit ist die lockerste Form der Mitarbeit. Sie verfolgen kein konkretes Ausbildungsziel, können sich ihre Leistungen aber trotzdem bescheinigen lassen.

Schnupperwochenende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schnupperwochenende dient dem Kennenlernen des Radiosenders. Mindestens einmal im Semester angeboten, haben Interessenten die Chance, für zwei Tage aktiv am redaktionellen Geschehen im Sender teilzunehmen und erste Erfahrungen zu sammeln.

Praktikum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht die Möglichkeit, zwei Arten von Praktika zu absolvieren. Schüler der Sekundarstufe I können hier das von der Schule vorgesehene (meist zweiwöchige) Pflichtpraktikum absolvieren. Innerhalb dieser Zeit haben sie die Chance, in ein bis zwei Ressorts journalistisch-redaktionell zu arbeiten und dabei Fähigkeiten wie Recherche, Interviewführung, Schreiben und Sprechen fürs Radio oder Audioschnitt zu erlernen und praktisch anzuwenden.

Die zweite Möglichkeit stellt das längere Praktikum dar. Hier können beispielsweise Studierende das Praktikum als Studienleistung anerkennen lassen. Auch ist ein freiwilliges Praktikum als Fortbildungsnachweis möglich. Je nach Anforderungen wird das lange Praktikum individuell von der Chefredaktion organisiert, begleitet und gestaltet.

Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der vorlesungsfreien Zeit wird die Sommer- beziehungsweise Winterakademie angeboten. Die Akademie ist eine sechswöchige Vollzeitausbildung, in der die Teilnehmer alle Ressorts nach einem fest vorgegebenen Plan durchlaufen. Der umfangreiche Praxisteil wird durch Seminare ergänzt, welche von Profis aus der Medienbranche geleitet werden.

RadioSchmiede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltlich angelehnt an die Akademie dient die RadioSchmiede als offenes Ausbildungskonzept, bei dem die Teilnehmer die Länge ihrer Ausbildung selbst bestimmen. Erbrachte Leistungen werden auf einem Laufzettel abgezeichnet. Auch hier gilt es, einen fest vorgeschriebenen Praxisteil zu absolvieren und mehrere Seminare zu besuchen, die regelmäßig von erfahrenen Redakteuren angeboten werden. Im Gegensatz zum Praktikum und der Akademie ist für die RadioSchmiede keine Bewerbung erforderlich.

Wahlfach Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wahlfach Hörfunk richtet sich an Bachelor-Studierende aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Es wurde zum Wintersemester 2013/14 erstmals angeboten und erstreckt sich über drei Semester. Es ermöglicht eine praxisnahe Ausbildung in allen klassischen Radio-Darstellungsformen. Theoretische, medienwissenschaftliche und journalistische Inhalte werden mit der täglichen, zukunftsorientierten aber auch traditionellen Radiopraxis verzahnt.

Masterstudiengang (MA) Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einzige Institution in Deutschland bietet die Universität Leipzig den Masterstudiengang Hörfunk an. Neben klassischen Seminaren und Vorlesungen bietet dieser Studiengang einen umfangreichen Praxisteil, der zu großen Teilen bei mephisto 97.6 absolviert wird. Die letzten Masterstudenten wurden im Wintersemester 2012/13 immatrikuliert.

Schlüsselqualifikationsmodul (SQ) Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Studenten der sozial- und geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Leipzig steht die Schlüsselqualifikation Hörfunk als Wahlpflichtmodul zur Verfügung. Diese besteht ähnlich wie der MA Hörfunk aus einem umfangreichen Praxisteil, der ausschließlich bei mephisto 97.6 erbracht wird. Die Schlüsselqualifikation wurde letztmals im Sommersemester 2013 angeboten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quelle: Website Radio Mephisto