Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) ist für die Schaffung von Rahmenbedingungen zur Entwicklung und Förderung des privatwirtschaftlichen Rundfunks zuständig. Hauptaufgabe ist die Zulassung, Beaufsichtigung und Beratung privater Hörfunk- und Fernsehveranstalter in Sachsen. Die SLM wacht über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen – hierzu gehören z. B. die Sicherung der Meinungsvielfalt, der Jugendmedienschutz sowie die Einhaltung der Programmgrundsätze und Werberegelungen. Die Sächsische Landesmedienanstalt wurde 1991 in Dresden als eine von 14 Landesmedienanstalten in Deutschland gegründet und arbeitet auf der Grundlage des Sächsischen Privatrundfunkgesetzes (SächsPRG).[1] Ihr Sitz befindet sich in Leipzig.

Die SLM ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (die medienanstalten).

Die Medienanstalten Logo

 Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten

Thüringer LandesmedienanstaltMedienanstalt Hamburg/Schleswig-HolsteinMedienanstalt Sachsen-AnhaltSächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue MedienLandesmedienanstalt SaarlandLandeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-PfalzLandesanstalt für Medien Nordrhein-WestfalenMedienanstalt Mecklenburg-VorpommernHessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue MedienMedienanstalt Hamburg/Schleswig-HolsteinMedienanstalt Berlin-BrandenburgMedienanstalt Berlin-BrandenburgBayerische Landeszentrale für neue MedienLandesanstalt für Kommunikation Baden-WürttembergLandesmedienanstalt SaarlandLandesanstalt für Kommunikation Baden-WürttembergBayerische Landeszentrale für neue MedienSächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue MedienThüringer LandesmedienanstaltMedienanstalt Sachsen-AnhaltMedienanstalt Berlin-BrandenburgMedienanstalt Mecklenburg-VorpommernMedienanstalt Hamburg/Schleswig-HolsteinBremische LandesmedienanstaltNiedersächsische LandesmedienanstaltLandesanstalt für Medien Nordrhein-WestfalenHessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue MedienLandeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-PfalzBremische LandesmedienanstaltNiedersächsische LandesmedienanstaltMedienanstalten-Karten-mit-Logos.svg
Über dieses Bild

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Aufgaben der SLM gehören die Zulassung, Beaufsichtigung und Beratung privater Hörfunk- und Fernsehveranstalter in Sachsen. Außerdem überwacht sie die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen – hierzu zählen u. a. die Sicherung der Meinungsvielfalt, der Jugendmedienschutz sowie die Einhaltung der Programmgrundsätze und Werberegelungen.

Die Sicherung der Meinungsvielfalt sollte bzw. soll sich auch durch eine Breite der angebotenen Genres ausdrücken. In Sachsen wird – im Vergleich zu anderen Bundesländern – z. B. kein durchgängiges Jazz-Programm angeboten, weder privat, noch werbefrei.

Des Weiteren unterstützt die SLM Projekte zur Stärkung der Medienkompetenz. So hat sie die SAEK für medieninteressierte Bürger an neun Standorten in Sachsen geschaffen. Die SLM initiiert Medienforschungsprojekte und engagiert sich im Rahmen der technischen Infrastrukturförderung bei der Digitalisierung der Rundfunktechnik.

Die Digitalisierung der Rundfunktechnik bzw. der Rundfunkprogramme generell durch ein entsprechendes Engagement zu fördern, führt dann erfahrungsgemäß eher zum Erfolg bzw. zu einer besseren Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung (Umstellung von UKW auf DAB+ und der damit erforderliche Geräteneukauf), wenn sowohl eine Genrevielfalt, als auch eine klanglich ansprechende Ausstrahlung der Programme seitens der SLM festgeschrieben wird. Klassische Musik und Jazz erfordern mindestens 128 kbps – das wird in Sachsen/Dresden gegenwärtig durchgehend nur beim DLF und bei DR Berlin erreicht. In diesem Zusammenhang können und sollen die Kontaktmöglichkeiten zur SLM genutzt werden.

Außerdem ist die SLM Herausgeber diverser Fachpublikationen, u. a. des vierteljährlich erscheinenden Fachmagazins themen + frequenzen[2], der Schriftenreihen der SLM und der Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten sowie der Veröffentlichung des SLM-Jahresberichtes bis hin zu Informationsbroschüren.

Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß § 27 Abs. 3 des Sächsischen Privatrundfunkgesetzes setzt sich die SLM aus folgenden Organen zusammen:

  • Medienrat
  • Versammlung

Der Medienrat ist das Entscheidungsorgan der SLM und besteht aus fünf Sachverständigen, die für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt werden. Der aktuell zusammengesetzte Medienrat der SLM konstituierte sich 2010. Präsident des Medienrates ist Michael Sagurna, Vizepräsident ist Christoph Waitz, die weiteren Sachverständigen sind Ursula-Marlen Kruse, Uwe Grüning und Rüdiger Steinmetz.[3]

Der Medienrat hat gemäß dem Sächsischen Privatrundfunkgesetz u. a. folgende Aufgaben: Entscheidungen über die Erteilung, die Rücknahme und den Widerruf von Zulassungen, Entscheidungen über Fragen von grundsätzlicher medienrechtlicher und medien- sowie standortpolitischer Bedeutung sowie Entscheidungen zur Sicherung der Meinungsvielfalt.

Das zweite Gremium der SLM ist die Versammlung, die sich derzeit aus 34 Mitgliedern zusammensetzt.[4] Die Mitglieder der Versammlung werden von der Staatsregierung, den Landtagsfraktionen und den gesellschaftlich relevanten Organisationen in Sachsen entsandt; ihre Amtszeit beträgt sechs Jahre. Den derzeitigen Vorsitz der Versammlung hat Brunhild Fischer inne.[4]

Das Gremium nimmt gegenüber dem Medienrat Initiativrechte wahr und berät diesen bei seinen Entscheidungen. Zu ihren Aufgaben gehören die Beaufsichtigung der zugelassenen privaten Rundfunkveranstalter und deren Programme und die Bewertung hinsichtlich der Einhaltung der Programmgrundsätze und des Jugendmedienschutzes. Ihre Empfehlungen an den Medienrat verfasst die Versammlung auf Grundlage ihrer Arbeit in den drei Ausschüssen. Dem Ausschuss Grundsatzfragen und Technik (AGT), dem Ausschuss Programm und Jugendschutz (APJ) und dem Ausschuss Medienkompetenz und Medienethik (AMM).

Geschäftsführer der Sächsischen Landesmedienanstalt ist seit 2000 Martin Deitenbeck.[5] Im Auftrag des Medienrates führt er die laufenden Geschäfte der SLM, soweit diese nicht der gerichtlichen und außergerichtlichen Vertretungsbefugnis des Präsidenten des Medienrates unterfallen.

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit den Landesmedienanstalten in Thüringen und Sachsen-Anhalt vergibt die SLM den Rundfunkpreis Mitteldeutschland. Dieser wird seit 2005 jährlich in den Kategorien Hörfunk, Fernsehen und Bürgermedien vergeben und honoriert Qualität, Vielfalt und Originalität in den Beiträgen des privaten, kommerziellen und nichtkommerziellen Rundfunks.

In Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und Sport verleiht die SLM außerdem seit 2006 den Medienpädagogischen Preis. Zwischen der SLM und dem Kultusministerium besteht eine Kooperationsvereinbarung, die darauf abzielt, die Medienkompetenz im Freistaat Sachsen nachhaltig zu fördern.

2010 wurde erstmals der "Sächsische Leistungspreis Lokal-TV" ausgelobt, welcher besonders innovative Programminhalte von sächsischen Fernsehproduzenten auszeichnet.

Die SLM ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM).

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SLM veranstaltet seit 2006 jährlich die Fernsehmesse, die als Plattform für lokale und regionale Fernsehanbieter, Mediaagenturen und der mittelständischen Wirtschaft neue Impulse in Bezug auf aktuelle Trends gibt. Im Jahr 2011 fand die Fernsehmesse erstmals gemeinsam mit dem FRK-Kabelkongress (veranstaltet vom Fachverband für Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen, FRK) im Congress Center der Leipziger Messe statt.

Beim Internationalen Filmfestival für Kinder und junges Publikum – Schlingel tritt die Sächsische Landesmedienanstalt als Mitveranstalter auf. Beim Schlingel werden eine Woche lang Kinder- und Jugendfilme gezeigt, die in den verschiedenen Wettbewerbskategorien antreten. Ziel des Chemnitzer Filmfestivals ist, Kindern und Jugendlichen eine Orientierung im „Mediendschungel“ zu geben.

Medienkompetenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SLM initiiert und unterstützt Medienkompetenzprojekte. Im Zuge dessen entstanden 1997 die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK). Insgesamt acht Standorte (Bautzen, Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig, Plauen, Riesa, Zwickau) in Sachsen bieten Medieninteressierten die Möglichkeit, Medienprojekte zu realisieren und praktische Erfahrungen zu sammeln. 2011 entschieden sich rund 11.000 Nutzer für die Angebote der SAEK. Um auch ländlichere Regionen fernab der Ballungszentren zu erreichen, stellt die SLM zwei Medienmobile zur Verfügung, deren Angebote sich an Kindergärten, alle Schulformen, Hort- und Freizeiteinrichtungen, Vereine sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen in Sachsen richten.

Darüber hinaus unterstützt die SLM im Rahmen der ergänzenden kulturellen Filmförderung sächsische Filmemacher. Gefördert werden Projekte im Kurzspiel-, Dokumentar- und Animationsfilmbereich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Organe (Memento vom 1. Mai 2016 im Internet Archive). In: slm-online.de, abgerufen am 17. Dezember 2016.
  2. Themen + Frequenzen. t + f. Magazin der Sächsischen Landesanstalt für Privaten Rundfunk und Neue Medien. Hrsg. von Sächsische Landesanstalt für Privaten Rundfunk und Neue Medien (SLM). Leipzig, anfangs Dresden 1999–, DNB 020078315.
  3. Medienrat (Memento vom 1. Mai 2016 im Internet Archive). In: slm-online.de, abgerufen am 17. Dezember 2016.
  4. a b Vgl. Brunhild Fischer zur neuen Vorsitzenden gewählt. Pressemitteilung der SLM. 20. April 2016, abgerufen am 13. Mai 2016.
  5. Geschäftsführer (Memento vom 24. März 2016 im Internet Archive). In: slm-online.de, abgerufen am 17. Dezember 2016.