Messtheorie

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Die Messtheorie in der Psychologie beschäftigt sich unabhängig von konkreten wissenschaftlichen Problemstellungen mit Grundlagen des Messens, insbesondere mit den Bedingungen, die erfüllt sein müssen, um eine Eigenschaft messen zu können.

Zu diesem Zweck legt sie eine grundlegende Terminologie fest und nutzt das Instrumentarium der Mengenlehre und der mathematischen Abbildungen zur Beschreibung des Messens.

Die Messtheorie zeigt, wie sich empirische Relationensysteme (d. h. beobachtbare Beziehungen von Eigenschaften unterschiedlicher Objekte in der Art „A ist kleiner als B.“) in formale Relationensysteme unter Verwendung numerischer Werte umsetzen lassen. Damit dieses möglich ist, muss insbesondere eine strukturerhaltende Abbildung vom empirischen zum formalen Relationensystem existieren. Die Messtheorie zeigt auf, wie solche Abbildungen gefunden und bewiesen werden können, um somit die Messbarkeit von Eigenschaften nachzuweisen.

In der weiteren Ausarbeitung liegt die Messtheorie der Bildung unterschiedlicher Skalentypen zu Grunde. Des Weiteren werden unterschiedliche Messstrukturen untersucht, wie z. B. die extensive Messung, die Bisymmetriestruktur oder die additiv verbundene Messung.

Eine besondere Bedeutung spielt die Messtheorie in Bereichen, in welchen die Messbarkeit der interessierenden Eigenschaften nicht unmittelbar auf der Hand liegt. Hierzu zählt z. B. die Messbarkeit psychologischer Vorgänge.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David H. Krantz, R. Duncan Luce, Patrick Suppes & Amos Tversky: Foundations of measurement. Vol. I. Additive and polynomial representations. Academic Press, New York 1971.
  • Patrick Suppes, David H. Krantz, R. Duncan Luce & Amos Tversky: Foundations of measurement. Vol. II. Geometrical, threshold and probabilistic representations. Academic Press, New York 1989.
  • R. Duncan Luce, David H. Krantz, Patrick Suppes & Amos Tversky: Foundations of measurement. Vol. III. Representation, axiomatization, and invariance. Academic Press, New York 1990.
  • Markus Wirtz, Christof Nachtigall: Deskriptive Statistik. Statistische Methoden für Psychologen. Band 1 & 2. Juventa Verlag, 4. Auflage, 2006, ISBN 978-3779910534.