Metachirus nudicaudatus

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Metachirus nudicaudatus
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beuteltiere (Marsupialia)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Gattung: Nacktschwanzbeutelratten (Metachirus)
Art: Metachirus nudicaudatus
Wissenschaftlicher Name
Metachirus nudicaudatus
(Saint-Hilaire, 1803)

Metachirus nudicaudatus ist eine südamerikanische Beuteltierart aus der Gattung der Nacktschwanzbeutelratten. Sie kommt im nordöstlichen Südamerika, im östlichen Venezuela, in den drei Guayanas und in den brasilianischen Bundesstaaten Amapá und Pará vor.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männchen von Metachirus nudicaudatus erreichen eine Kopfrumpflänge von 25,5 bis 29,8 cm, haben einen 30,2 bis 38 cm langen Schwanz, 44 bis 51 mm lange Hinterfüße, 35 bis 40 mm lange Ohren und erreichen ein Gewicht von 330 bis 480 g. Weibchen bleiben mit einer Kopfrumpflänge von 24 bis 29 cm, einem 32,6 bis 37 cm langen Schwanz und einem Gewicht von 260 bis 410 g kleiner. Ihre Hinterfüße erreichen eine Länge von 41 bis 46 mm und die Ohren sind 35 bis 41 mm lang. Metachirus nudicaudatus ist damit etwas größer als Metachirus myosuros, der zweiten Art der Nacktschwanzbeutelratten. Die äußerlich sehr ähnlichen Arten können vor allem anhand ihrer Schädelmorphologie unterschieden werden. Große, ältere Männchen beider Arten entwickeln einen zweiteiligen aus einem rechten und linken Abschnitt bestehenden Scheitelkamm. Beide Teile des Scheitelkamms sind bei Metachirus nudicaudatus auf ihrer ganzen Länge getrennt, während sie bei Metachirus myosuros auf dem Hinterschädel zusammenlaufen. Das Rostrum (die Schnauze) ist bei Metachirus nudicaudatus weniger kräftig entwickelt und die Jochbeinbögen sind weniger abgerundet als bei M. myosuros. Die Gaumenfenster sind bei Metachirus nudicaudatus länger und breiter als bei M. myosuros.[1] Nacktschwanzbeutelratten sind die größten Beutelratten deren Weibchen keine Beutel haben, sondern nur einen haarlosen Brutfleck mit neun Zitzen, je vier an den Seiten und eine mittige. Schädelgröße und Schädelform sind bei Männchen und Weibchen verschieden.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metachirus nudicaudatus wurde im Jahr 1803 durch den französischen Zoologen Étienne Geoffroy Saint-Hilaire erstmals wissenschaftlich beschrieben. Alle weiteren, später beschriebenen Arten der Nacktschwanzbeutelratten wurden später mit Metachirus nudicaudatus synonymisiert und M. nudicaudatus war damit lange Zeit die einzige Art der damit monotypischen Gattung Metachirus. Es gibt jedoch große genetische Unterschiede zwischen den Nacktschwanzbeutelratten aus verschiedenen Regionen.[2][3][1]

Im Juni 2019 teilten der Beutelrattenexperte Robert S. Voss und zwei weitere Biologen die Nacktschwanzbeutelratten deshalb in zwei Arten. Die im nordöstlichen Südamerika vorkommenden Populationen, die eine basale Stellung im Metachirus-Stammbaum haben, werden als eigenständige Art von den übrigen Nacktschwanzbeutelratten abgetrennt. Diese Art bekommt den Namen Metachirus nudicaudatus da die Terra typica von Metachirus nudicaudatus in Französisch Guyana liegt. Alle übrigen Populationen und Unterarten werden unter der Bezeichnung Metachirus myosuros zusammengefasst.[1]

Die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Nacktschwanzbeutelratten nach Voss et al.:[1]

 Metachirus 
 M. myosuros 


 Population der südwestlichen Amazonasregion


   

 Population des atlantisches Regenwalds



   

 Population der nordwestlichen Amazonasregion


   

 Population Mittelamerikas




   

 Metachirus nudicaudatus



Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Robert S. Voss, David W. Fleck und Sharon A. Jansa: Mammalian Diversity and Matses Ethnomammalogy in Amazonian Peru Part 3: Marsupials (Didelphimorphia). Bulletin of the American Museum of Natural History, 2019 (432):1-90. doi:10.1206/0003-0090.432.1.1, Seite 61–68.
  2. a b Diego Astúa: Family Didelphidae (Opossums). Seite 70 - 186 in Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier: Handbook of the Mammals of the World – Volume 5. Monotremes and Marsupials. Lynx Editions, 2015, ISBN 978-84-96553-99-6, Seite 157.
  3. Patton, J.L. und L.P. Costa. 2003. Molecular phylogeography and species limits in rainforest didelphid marsupials of South America. Seite 66 u. 68 in M.E. Jones, C.R. Dickman und M. Archer (editors), Predators with pouches: the biology of carnivorous marsupials. 63–81. Melbourne: CSIRO Press.