Michael Böhler

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Michael Johannes Böhler (* 1940) ist ein Schweizer Literaturwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Maturität Typus A 1960 studierte er Germanistik, Philosophie, Griechisch und Soziologie an der Universität Zürich. In dieser Zeit war er Präsident des Kleinen Studentenrates und Delegierter des Verbandes Schweizerischer Studentenschaften in der Nationalen Schweizerischen UNESCO-Kommission. 1967 wurde er bei Emil Staiger mit der Dissertation Formen und Wandlungen des Schönen: Untersuchungen zum Schönheitsbegriff Adalbert Stifters promoviert. 1968 legte er in den Fächern Deutsch und Philosophie das Diplom für das höhere Lehramt des Kantons Zürich ab.

Danach war er Assistant Professor an der State University of New York in Binghamton, New York (USA). 1974 wurde er Associate Professor. Von 1974 bis 1978 war er Rektor des Literargymnasiums Bern-Neufeld, 1975/76 Oberrektor und 1977/78 Präsident der Rektorenkonferenz der Agglomeration Bern. 1975 folgte die Habilitation in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. 1976 habilitierte er sich an die Universität Bern um. 1978 wurde er an die Universität Zürich berufen. 1978/79 war er Visiting Professor (Full) an der Ohio State University in Columbus, Ohio (USA). Weitere Gastprofessuren folgten in Lausanne, Genf, St. Louis und Stanford. Mehrmals war er Geschäftsführender Leiter des Deutschen Seminars. 2004 wurde er emeritiert. 2007 war er Gastprofessor an der Universität Bern. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutschsprachige Literatur, Literaturtheorie und -geschichte, Ästhetik, Kanon der Literatur sowie Literatur und Internet.

Von 1984 bis 1992 war er Mitglied des Nationalen Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds. 1987 wurde er Mitglied des Stiftungsrats der Ernst Alker-Stiftung. Von 1989 bis 1996 war er Co-Leiter und Nationaler Koordinator des Trilateralen Forschungsschwerpunkts «Differenzierung und Integration. Sprache und Literatur deutschsprachiger Länder im Prozess der Modernisierung». Wiederholt war er im Standing Committee for the Humanities der European Science Foundation tätig. 1992 wurde er Stiftungsratsmitglied der Stiftung Historisch-kritische Gottfried Keller-Ausgabe. Von 1992 bis 2003 war er Präsident des Stiftungsrats der Hermann Hesse-Stiftung und von 1996 bis 2010 des Stiftungsrats des Schweizerischen Instituts für Kinder und Jugendmedien der Johanna Spyri-Stiftung. Überdies war er Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts. Von 1999 bis 2009 war er Mitglied und Chairman des Internationalen Expertenrats des Forschungsschwerpunkts „Orte des Gedächtnisses“ der Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, später dann auch Chairman des International Advisory Board. Von 2000 bis 2006 stand er der Kommission zur Erforschung des 18. Jahrhunderts und der Aufklärung in der Schweiz der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften vor. 2000 wurde er auch Ausschussmitglied der Deutschen Schillergesellschaft und des Deutschen Literaturarchivs Marbach. 2007 war er Mitglied und Vizepräsident des Stiftungsrats der Stiftung für eine Kritische Robert Walser-Ausgabe.

Von 1984 bis 2000 gehörte er dem Wissenschaftlichen Rat der Gesellschaft für Interkulturelle Germanistik und dem Internationalen Beirat der Zeitschrift Deutsch als Fremdsprache an. Von 1996 bis 2004 war er Mitglied der Akademie für Interkulturelle Studien der Universität Bayreuth und bis 2006 des wissenschaftlichen Beirates der Studien zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (Stauffenburg Verlag). Von 1993 bis 2003 war er Beiratsmitglied der Zeitschrift Arbitrium.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Formen und Wandlungen des Schönen. Untersuchungen zum Schönheitsbegriff Adalbert Stifters (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 1. Deutsche Sprache und Literatur. Nr. 6). Lang, Bern 1967.
  • Soziale Rolle und ästhetische Vermittlung. Studien zur Literatursoziologie von A. G. Baumgarten bis F. Schiller. Lang, Bern u. a. 1975, ISBN 3-261-01476-8.
  • (Hrsg.): Wilhelm von Humboldt: Schriften zur Sprache (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 6922). Nachdruck der bibliographisch ergänzten Ausgabe, Reclam, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-006922-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]