Michael Breisky

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Michael Breisky (* 29. Dezember 1940 in Lissabon) ist ein ehemaliger österreichischer Diplomat und als Globalisierungskritiker Verfasser zahlreicher Publikationen zu Leopold Kohr und dessen Lehre.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Breisky wuchs als Sohn der österreichischen Exilanten Baron Hubert von Breisky und Hildegard von Breisky in Lissabon auf, wo sein Vater als Kulturattaché an der Deutschen Botschaft tätig war. 1945 kehrte die Familie nach Wien zurück. Breisky studierte in Wien Rechtswissenschaften (Dr. iur.) und absolvierte die Diplomatische Akademie Wien.

Diplomatischer Dienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1967 wurde Michael Breisky Mitarbeiter des Auswärtigen Dienstes des Österreichischen Außenministeriums. Erste Auslandsposten hatte er in Rio de Janeiro, Oslo und Nairobi. 1982 avancierte Breisky zum österreichischen Generalkonsul in Mailand. Hernach wirkte er unter anderem als Leiter der Südtirol-Abteilung im österreichischen Außenministerium, und als Vorsitzender der österreichischen Kommission zur Prüfung der Autonomie Südtirols maßgeblich an der einvernehmlichen Beilegung des Südtirol-Konflikts 1992 mit.

Michael Breisky war von 1993 bis 1999 österreichischer Botschafter in Irland. Anschließend wurde er Leiter der Amerika-Abteilung im Außenministerium und 2003 Generalkonsul in New York. 2005 beendete Breisky seine diplomatische Laufbahn.

Wissenschaftliche Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Beschäftigung und Expertise in Fragen des Minderheitenschutzes, Autonomie, Regionalismus und Ethik führten Breisky schon vor seinem Übertritt in den Ruhestand zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Gedankengut Leopold Kohr, und zur (Mit-)Begründung des wissenschaftlichen Beirats der Leopold-Kohr-Akademie in Salzburg. 2008 folgte Breisky der Einladung zu einer Vorlesungs-Tournee über Leopold Kohr an sechs chinesische Universitäten.

Das lineare Vernunft-Denken der Aufklärung hat große Ideen entstehen lassen, die keine Selbstbeschränkung kennen und daher zu Maßlosigkeit tendieren. Das notwendige Menschliche Maß findet sich entweder in einem überschaubaren Umfeld – das vom biologisch „alten“ Teil des menschlichen Gehirns ganzheitlich auswertet wird – oder durch Gegenüberstellung von Idee und komplementärer Gegen-Idee. Beispiele dafür sind Effizienz und Resilienz, Konkurrenz und Kooperation, Demokratie und Hierarchie, Toleranz und Identität

Michael Breisky

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher:

  • „Menschliches Maß gegen Gier und Hass – small-is-beautiful im 21. Jahrhundert“, 2018 bei Frank & Frei, Wien, ISBN 978-3-903236-18-9
  • „Skizzen aus dem diplomatischen Kriegs-Lissabon – Was mir Hubert und Hildegard Breisky über ihre Jahre in Portugal 1940–1945 erzählt haben“, Sonderdruck Frank & Frei, Wien 2018, ISBN 978-3-903236-24-0
  • Groß ist ungeschickt – Leopold Kohr im Zeitalter der Post-Globalisierung.Passagen Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-85165-924-5
  • Welcome to Post-Globalization – The Politics of Second Enlightenment, Human Scale and the Economy of the Mind. New European Publications, London 2009 ISBN 978-1-872410-76-0
  • Der Kompass im Kopf – Menschliches Maß und Politik im 21. Jahrhundert. Otto Müller Verlag, Salzburg 2003 ISBN 3-7013-1088-2

Artikel:

  • „Populismus und Eliten-Arroganz“, Magazin Frank & Frei 06/18, Wien „Vision für weniger Effizienz, aber mehr Resilienz“, Rotary Magazin August 2017, Hamburg
  • China, Process Philosophy and Leopold Kohr. Journal of the European-Atlantic Group, Autumn/Winter 2009/2010, London
  • Dealing with Minorities – a Challenge for Europe. Lecture/Publication Queens University, Belfast, 1998
  • Zur Psychologie der Minderheitenpolitik – das Tabu des Subjektiven und der fehlende contrat national. Europäische Rundschau, No 4/1996, Wien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]