Gars am Kamp

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Gars am Kamp
Wappen von Gars am Kamp
Gars am Kamp (Österreich)
Gars am Kamp
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Fläche: 50,42 km²
Koordinaten: 48° 36′ N, 15° 40′ O48.59916666666715.663333333333256Koordinaten: 48° 35′ 57″ N, 15° 39′ 48″ O
Höhe: 256 m ü. A.
Einwohner: 3.521 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 70 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3571
Vorwahl: 02985
Gemeindekennziffer: 3 11 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 82
3571 Gars am Kamp
Website: www.gars.at
Politik
Bürgermeister: Martin Falk (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
14
5
2
2
14 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Gars am Kamp im Bezirk Horn
Altenburg Brunn an der Wild Burgschleinitz-Kühnring Drosendorf-Zissersdorf Eggenburg Gars am Kamp Geras Horn Irnfritz-Messern Japons Langau Meiseldorf Pernegg Röhrenbach Röschitz Rosenburg-Mold Sigmundsherberg St. Bernhard-Frauenhofen Straning-Grafenberg Weitersfeld NiederösterreichLage der Gemeinde Gars am Kamp im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick vom Garser Schwimmbad auf die Burgruine Gars sowie die Kirche St. Gertrud
Blick vom Garser Schwimmbad auf die Burgruine Gars sowie die Kirche St. Gertrud
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gars am Kamp ist eine niederösterreichische Marktgemeinde mit 3521 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Waldviertel, gelegen im Kamptal. Gars ist reich an Geschichte; der Ort war im Mittelalter unter den Babenbergerherzögen eine Zeit lang „Hauptstadt“ Österreichs und fungierte im 19. und im 20. Jahrhundert als traditionelle Sommerfrische. Zum Ende des 20. Jahrhunderts erlebte der Luftkurort Gars durch den Gesundheitstourismus von Willi Dungl neuerlich einen Aufschwung.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort umfasst mit seinen 14 Katastralgemeinden (siehe unten) eine Fläche von 50,47 km². In der Ortsmitte werden 256 Meter Seehöhe über dem adriatischen Meer erreicht.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Im nördlichen Teil von Gars am Kamp liegt der im Jahr 1928 eingemeindete Ortsteil Manigfall, auf der westlichen Kampseite Thunau, das ehemalige Dorf Gars oder Neu Gars.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Altenburg Rosenburg-Mold
St. Leonhard am Hornerwald Nachbargemeinden Burgschleinitz-Kühnring
Schönberg am Kamp

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl am 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den 14 Katastralgemeinden Buchberg, Burgholz, Etzmannsdorf am Kamp, Gars am Kamp, Kamegg, Kotzendorf, Loibersdorf, Maiersch, Nondorf bei Gars, Tautendorf bei Gars, Thunau am Kamp, Wanzenau, Wolfshof und Zitternberg.

Postleitzahlen[Bearbeiten]

In der Marktgemeinde Gars am Kamp finden zwei Postleitzahlen Verwendung. Die Katastralgemeinden Etzmannsdorf am Kamp und Wanzenau haben die Postleitzahl 3573. Gars am Kamp und alle anderen Orte der Marktgemeinde haben die Postleitzahl 3571.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um Gars am Kamp mit seiner strategisch günstigen Lage an der Nord-Süd-Verbindung durchs Kamptal hat eine bis in die Altsteinzeit (Funde von Kamegg und vom Stranitzberg) zurückreichende Siedlungstradition. Jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Siedlungen bestanden an den Hängen zum Teichwiesenbach.

In der jüngeren und späten Urnenfelderzeit (um 1050–800 v. Chr.) bestand auf dem Höhenrücken oberhalb von Thunau (auf der „Holzwiese“) eine große dörfliche Anlage; der Wall dieser Siedlung ist teilweise noch erhalten. Es wurden im Gemeindegebiet auch Siedlungsnachweise der Hallstattkultur sowie Latène-zeitliche und markomannische Siedlungs- und Grabfunde gesichert.

Um 800 n. Chr. errichteten Slawen auf der „Holzwiese“ und der angrenzenden „Schanze“ eine stadtähnliche Siedlung, die von einem Burgwall umgeben war. Ausgrabungen förderten auch Reste einer Kirche sowie Fürstengräber aus jener Zeit zutage. Lange dachte man, dass diese slawische Stadt durch die Babenberger 1041 zerstört wurde, doch wahrscheinlicher ist, dass sie bereits im 10. Jahrhundert einem Ungarneinfall zum Opfer fiel.

Babenbergerresidenz[Bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert nahmen die Babenberger – vom Donauraum aus nach Norden vorstoßend - die Region um Gars am Kamp in Besitz. Auf dem „Tabor“ errichteten sie die Garser Burg, und der Babenberger Markgraf Leopold II. „der Schöne“ (1075–1095) verlegte seine Residenz von Melk nach Gars am Kamp, um ein Zeichen der Machtausübung im neugewonnenen Gebiet zu setzen.

Als Residenzort diente Gars am Kamp den Babenbergern eine Zeit lang als Zentrum der Landnahme nördlich der Donau, und so kann sich Gars am Kamp damit rühmen, damals so etwas wie die „Hauptstadt“ Österreichs gewesen zu sein. Leopold II. wurde hier begraben und sein Sohn Leopold III. „der Heilige“ (1095–1136; Landespatron von Wien und Niederösterreich) wurde vermutlich ebenda geboren, verlegte seinen Markgrafensitz jedoch um 1110 nach Klosterneuburg an der Donau.

1279 wird Gars am Kamp zum ersten Mal urkundlich als Markt erwähnt, bestätigt wurde das Marktrecht dann 1403.

Die Burg in Gars am Kamp wurde von den Kuenringern ausgebaut, spätere Burgherren waren unter anderem die Maissauer und die Reichsgrafen von Lamberg. Das im 16. Jahrhundert erbaute große Renaissanceschloss verfiel aufgrund der Dachsteuerbelastung im 19. Jahrhundert zu einer Burgruine.

Zeit der Sommerfrische[Bearbeiten]

Die von Friderike Winternitz „Manigfallmühle“ genannte „List-Mühle“.
Falcos Garser Villa, Horner Straße 214, direkt neben der Villa Lang

Zwischen 1850 und 1860 begann Gars' Zeit als Sommerfrische, deren Geschichte im Wandel der Zeiten 2014 umfassend recherchiert und dokumentiert wurde:[2] Einer der berühmtesten Sommerstammgäste war der Komponist Franz von Suppé, der von 1876 bis zu seinem Tod die Sommer in Gars verbrachte, wo er seine Sommervilla hatte. 1895 wurde der erste Tennisplatz Österreichs errichtet.[3]

Dank der 1889 eröffneten Kamptalbahn wurde Gars vor allem bei den Wienern als Ausflugsziel und Sommerfrische beliebt. Nach der Jahrhundertwende errichteten viele Wiener ihren Sommerwohnsitz in Gars, wo ab 1908 auch die Mitglieder der Familie Löwinger (der späteren "Löwinger-Bühne") als Karbarettensemble auftraten. Auch Fritz Langs Eltern, die in Gars gestorben und begraben sind, bewohnten eine Sommervilla in Manigfall (Nr. 25, heute Horner Straße 225, direkt neben der Falco-Villa). Dort lebte auch Fritz Lang im August 1914, wovon ein ausführlicher Brief zeugt, in dem er detailliert seine letzten Tage in Paris und die turbulente Rückkehr nach Österreich schildert.[4] [5]

Im Jahr 1912 verbrachte die angehende Schriftstellerin Friderike Winternitz gemeinsam mit ihren beiden Töchtern vier Monate in der von ihr Manigfallmühle genannten Listmühle, von wo aus sie so erfolgreich mit Stefan Zweig korrespondierte, dass sie ein paar Monate später seine Geliebte und zwischen 1920 und Ende 1938 seine erste Ehefrau wurde.[5]

Auch der später berühmte Komponist Hanns Eisler war als Kind mit seinem Vater Rudolf Eisler und seinen Geschwistern (Ruth Fischer und Gerhart Eisler) in Gars auf Sommerfrische, wohin er 1925 mit seiner Frau Charlotte und 1957 mit seiner späteren Frau Stephanie als Sommerfrischler zurückkehrte, wie ein Brief sowie ein knappes Dutzend Fotos bezeugen, die Eisler 1925 im Badekostüm vor dem Garser Badehaus und 1957 auf dem Garser Hauptplatz sowie vor dem „Hotel Kamptalhof“ zeigen.[5]

In der Zwischenkriegszeit war Gars durch die von Gisela und Isidor Wozniczak geführte Waldpension auch beliebtes Urlaubsziel der Wiener Sozialdemokraten. Nachdem die Marktgemeinde Gars am 1. Juni 1938 Juden amtlich als unerwünscht erklärt hatte, wurde das Ehepaar Wozniczak von der Gemeindeverwaltung wiederholt zur Umsetzung der verordneten antisemitischen Maßnahmen aufgefordert. Da das Ehepaar diese Aufforderungen missachtete, wurde ihm die Pacht des Kampbades entzogen.[6]

„Hotel Blauensteiner“, wo 1956 Heimito von Doderer geurlaubt hat

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Gars durch überregionale Firmen, wie Julius Kiennast, Häusermann, „Spiegel Lachmair“ und Johann Buhl wirtschaftlich gestärkt. Im Mai 1954 ging das Garser Strandbad eine Kooperation mit dem oberösterreichischen Kurort Bad Neydharting ein, um sich durch die autorisierten Neydhartinger Moor-Behandlungen als Kurbad und "niederösterreichisches Neydharting" zu etablieren. Als traditionelle Sommerfrische verlor Gars allerdings an Bedeutung, unter anderem, weil die 1957 fertiggestellte Kamptalkraftwerkskette touristisch nachteilige Auswirkungen hatte, die sich bald durch mehrere Effekte bemerkbar machten, die das Badevergnügen bleibend beeinträchtigt und den wirtschaftlichen Aufschwung bremsten: Ausgerechnet während der Badesaison weist der Unterlauf des Kamps verminderten Wasserstand, geringere Wassertiefe, stärkere Versandung sowie spürbar niedrigere Wassertemperatur auf.

Die Ende der 1950er Jahre geäußerte Absicht, die Kamptalkraftwerkskette durch Speicherstauseen zu erweitern, die mittels Pumpkraftwerken mit Donauwasser befüllt werden sollten, scheiterte an den Kamptal-Bürgermeistern, deren Fremdenverkehrs- und Bäderreferenten befürchteten, dass dadurch die Kampflussbäder dem völligen Ruin preisgegeben würden.[7]

Davon abgesehen wurde die vielfältigen Bemühungen zur Steigerung des Fremdenverkehrs ausgerechnet durch das Schicksal des Garser Tourismus-Leitbetriebes, „Hotel Kamptalhof“, vereitelt, der in den 1960er Jahren wiederholt die Besitzer gewechselt hat und immer wieder ein, zwei Jahre lang gesperrt blieb, womit der für Gars wesentliche Hotelbetrieb und Veranstaltungsort weggebrochen ist. Nachdem der „Kamptalhof“ 1961 zwangsversteigert und mit Geldern der „Unterstützungseinrichtung für Arbeiter und Angestellte der NEWAG“ renoviert worden war, wurde das Hotel 1966 im Zusammenhang mit einem Rechnungshof-Bericht, der zur Verhaftung und rechtskräftigen Verurteilung des damaligen NEWAG-Generaldirektors und geschäftsführenden Landesparteiobmannes der ÖVP Niederösterreich Viktor Müllner führte, geschlossen. Nach zweijähriger Sperre wurde der „Kamptalhof“ von der Gemeinde Gars gekauft, was dieser bis 1973 einen deutlichen Aufschwung im Fremdenverkehr brachte. Mitte 1973 wurde das Hotel erneut verkauft und Ende 1980 abermals zwangsversteigert.[8]

Von den drei größeren Hotel-Pensionen (Blauensteiner, Schuster, Waldpension) schloss in den späten 1970er Jahren die auf dem Schlossberg gelegene „Hotel-Pension Schuster“, wo nach dem Krieg der Maler Friedensreich Hundertwasser[9] aufgewachsen war, für immer. Dieses Kaffee- und Grillrestaurant hatte den Gästen unter anderem eine angenehme Aussicht auf Gars und Umgebung gewährt.

Dem Einbruch des Fremdenverkehrs Mitte der 1970er Jahre folgte erneut die Absicht, den mittleren Kamp stärker für die Stromgewinnung zu nutzen. Gegen die geplante Errichtung weiterer Kampkraftwerke im Raum Rosenburg formierte sich um 1980 eine Bürgerinitiative, die die verbliebene Kamp-Flusslandschaft für Mensch, Tier und Tourismus erhalten wollte und konnte, da sich ihre Interessen mit den Vorstellungen des politisch, medial und wirtschaftlich einflussreichen Gesundheitspapstes Willi Dungl deckten, der seine Wiederbelebung des Garser Tourismus von einer intakten, naturnahen Umgebung abhängig machte, weshalb sich sein sanftes Tourismus-Konzept erfolgreich gegen den Ausbau der Kampkraftwerke durchsetzen konnte.[10]

Hochblüte mit Willi Dungl[Bearbeiten]

„Chinesisches Zentrum“ trotz Renovierung meistens geschlossen

In den 1980er Jahren ist Gars ins touristische Abseits geraten. Erst durch die im Juni 1986 erfolgte Eröffnung von Willi Dungls „Bio Trainingshotel“ (einem mehrfach mit Steuergeldern (Gemeinde, Land, Bund, EU)[11] [12] [13] geförderten Aus- und Umbau des einstigen „Hotel Kamptalhof“), die „Opern-Air“-Aufführungen auf der Burgruine (seit 1990) und die Errichtung des Kulturparks Kamptal (1992-1996) hat Gars als Kur-, Tourismus- und Sommerfrischeort wieder überregionale Bedeutung gewonnen. Seither verbrachten auch wieder Stars wie beispielsweise Falco, Karlheinz Hackl oder Marianne Mendt die Sommerfrische in ihren Garser Villen.

Trotz des touristischen Aufschwunges wurde der Betrieb des traditionsreichen „Hotel und Terrassen-Cafe Blauensteiner“, wo im August 1956 der Romanschriftsteller Heimito von Doderer gemeinsam mit seiner zweiten Frau eine Woche lang geurlaubt hatte, um 1992 ruhend gestellt, weshalb dieses nicht denkmalgeschützte Gebäude, für das in den 1970er Jahren die Grafikerin und Kinderbuchillustratorin Susi Weigel einen Briefkopf entworfen hat,[14] „der das Hotel Blauensteiner unter der markanten 'Garser Skyline' zeigt“,[15] seither verfällt.

Durch Willi Dungls Tod im Jahr 2002 verloren die nach ihm benannten Garser Gesundheitsbetriebe ihr Alleinstellungsmerkmal, weshalb sie vom „Land Niederösterreich“ und der VAMED gekauft wurden, welche das einstige „Hotel Kamptalhof“ erneut umgebaut und 2011 unter dem Namen „La pura“ als Wellness-Resort eröffnet hat, das ausschließlich Frauen offensteht.

Viele bedauern, dass für den Bau von Dungls kurzlebigem „Chinesischen Zentrum“ eigens der Denkmalschutz des „Alten Badhauses“ aufgehoben und dieses gegen den Willen einer lokalen Bürgerinitiative abgerissen wurde.[16] Auch das eigens für den Garser Tourismus angesiedelte Pandabärenpaar ist mit Ende des Garser Dungl-Imperiums mehr oder weniger zufällig verstorben.[17]

Nach Dungls Tod spitzt sich der Wettkampf zwischen Tourismus und Stromerzeugung aus Wasserkraft aufs Neue zu, da im Raum Rosenburg das rund 100 Jahre alte Kraftwerksgebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden und eine neue Staumauer die alte um über 2 m überragen und den Stausee auf eine Länge von 1 km vergrößern soll. Zudem soll das Unterwasser auf 1 km Länge ausgebaggert werden, um zusätzlich nutzbare Fallhöhe zu gewinnen. Gegen diese geplante Zerstörung des intakten Fluss- und Aulebensraumes des mittleren Kamps, der 1998 wegen seiner Artenvielfalt und landschaftlichen Schönheit vom WWF und dem ressortzuständigen Bundesministerium zum „Flussheiligtum“ ernannt wurde, hat sich 2014 Widerstand durch den Niederösterreichischer Naturschutzbund, WWF und regionale Bürgerinitiativen organisiert, der die irreversiblen Schäden thematisieren und verhindern will, die die Überstauung im Oberwasser und die Eintiefung im Unterwasser sowie der Bau von Zufahrtsstraßen zu den Kraftwerksbaustellen für Ökologie, Schönheit und Erholungswert des mittleren Kamptals bedeuten.[18] [19] [20] [21]

2003 wurde Gars am Kamp zum Luftkurort ernannt. 2013 wurde anlässlich des Garser Kirtags die über 50 Jahre andauernde Partnerschaft mit der bayrischen Gemeinde Gars am Inn offiziell mit einer Städtepartnerschaft besiegelt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Martin Falk, Amtsleiter ist Manfred Schartner. Im Gemeinderat gibt es insgesamt 23 Sitze.

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Jänner 2015 gilt folgende Mandatsverteilung:

Partei Sitze
ÖVP 14
SPÖ 5
Bürgerliste Gars (BLG) 2
FPÖ 2

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrhof
Pfarrkirche hll. Simon und Thaddäus
Gars am Kamp
  • Denkmalgeschützter Ortskern rund um den Hauptplatz und Dreifaltigkeitsplatz mit einer kleinen Fußgängerzone
  • Kath. Pfarrkirche hll. Simon und Thaddäus; urkundlich 1282 erwähnt. Nach dem Brand 1724 wurde bis 1727 ein schlichter barocker Neubau unter Verwendung älterer Teile und des Chores (von 1593 bzw. 1623) errichtet.
  • Kath. Pfarrhof; ein 1595 errichteter hakenförmiger, zweigeschossiger Bau mit rundem Eckerker
  • Rathaus
  • Ehemaliges Redemptoristinnenkloster
  • Jahrhundertwendevillen
  • Kurpark, 1908 im historischen Stil eines Stadtparks angelegt; beinhaltet den historischen Musikpavillon, ein Pandagehege, das China-Vital Zentrum, eine Willi-Dungl-Büste und das weltweit einzige Falco-Denkmal[22]
  • Zeitbrücke-Museum mit Franz von Suppé-Gedenkstätte und Erstem Österreichischem Handelsmuseum[23]
  • Feuerwehrmuseum[24]
  • Hamerlingwarte
Maiersch
  • Kath. Filialkirche Hll. Philipp und Jakob
Tautendorf bei Gars
  • Kath. Pfarrkirche Hl. Josef
Thunau am Kamp

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

April–Dezember: Viktualienmarkt am Hauptplatz (Samstag 8 bis 12 Uhr)
Juni: Garser Parkfest
Juni–August: Garser Sommerreigen
Juli: Garser Kirtag
Juli–August: Oper Burg Gars (Opernfestival auf der Burgruine Gars-Thunau)
Juli–September: Sommerakademie Gars[25]
Dezember: Garser Christkindlmarkt

Sport[Bearbeiten]

Vereine:

  • SC Union Gars am Kamp (Fußball)
  • Garser Tennisklub (1895 wurde der erste Tennisplatz Österreichs errichtet)
  • Union Judoclub VHS Horn-Gars

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 160, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 144. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1469. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,09 Prozent.

Unternehmen[Bearbeiten]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

  • Altenpflegeheim
  • „la pura women's health resort kamptal“
  • Rehabilitationsklinik Gars am Kamp (Psychosomatisches Zentrum Waldviertel)

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich – Regionales Bildungswerk Gars am Kamp[26]
  • Sporthauptschule Gars am Kamp[27]
  • Volksschule Gars am Kamp[28]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Hauptort Gars befindet sich die zuständige Polizeiinspektion und die Ortsstelle des Roten Kreuzes. Für den Brandschutz sorgen neun Freiwillige Feuerwehren in folgenden Orten:

  • Buchberg
  • Etzmannsdorf
  • Gars
  • Kamegg
  • Maiersch
  • Tautendorf
  • Thunau am Kamp
  • Wolfshof
  • Zitternberg

Regionale Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Gars ist Mitglied der Kleinregion Kamp-Taffatal.

Verkehr[Bearbeiten]

Gars am Kamp liegt an der Kamptalstraße (B34). Die Gemeinde liegt an der Kamptalbahn, wo die ÖBB den Bahnhof Gars-Thunau und die Bedarfshaltestellen Buchberg und Kamegg betreiben. Die Linie E (St. Pölten-Waidhofen an der Thaya) des Wieselbuses fährt mehrmals täglich die Haltestelle Gars am Kamp Hauptplatz an. Das Linienbusunternehmen PostBus fährt in Kamegg, Gars am Kamp, Zitternberg, Thunau und Wolfshof mehrere Haltestellen der Linie 1310 (Horn - St. Leonhard am Hornerwald) an. Seit 1995 fährt der Garser Bus, eine Initiative des Wirtschaftsvereins Gars Innovativ, jeweils dienstags und freitags sämtliche Katastralgemeinden und weitere Orte der Umgebung an, um Personen, die keinen PKW besitzen und keinen Anschluss an den ÖPNV haben, Einkäufe und Erledigungen in Gars am Kamp zu ermöglichen.[29]

Fahrrad[Bearbeiten]

Zwei Radwanderwege, die Kamp-Thaya-March-Radroute und der Kamptalweg, führen durch Gars am Kamp.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Gars am Kamp hat eine Partnerschaft mit folgender Gemeinde abgeschlossen:

Bedeutende in Gars am Kamp geborene Menschen[Bearbeiten]

Bedeutende in Gars am Kamp wirkende Menschen[Bearbeiten]

  • Anne Bennent (* 1963), Schweizer Schauspielerin, Chanson-Sängerin und Rezitatorin, lebt in Gars am Kamp.
  • Friedrich Dragon (* 1929), Journalist, Chefredakteur der Kronen Zeitung (1959–2001), Krone-Einzelprokurist der WAZ-Mediengruppe (2001–2007), lebt seit Jahrzehnten in Gars.
  • Ernst David (* 1932), der Lyriker und Schriftsteller ist in Gars am Kamp aufgewachsen.
  • Willi Dungl (1937–2002), Gesundheitsexperte und Gründer des Biotrainingszentrums in Gars am Kamp.
  • Richard Edlinger (1958–2005), in Bregenz geborener und aus Gars stammender Dirigent und Komponist gründete mit Heinz Holecek die "Kamptal Festspiele"
  • Falco (eigentlich: Johann „Hans“ Hölzel) (1957–1998), österreichischer Musiker, besaß eine Sommerfrische-Villa in Gars am Kamp.
  • Johann Fasching (1847–1888), österreichischer Theologe und Schriftsteller, war 1871–1876 in Gars am Kamp als Kooperator tätig.
  • Richard Gach (1930–1991), österreichischer Architekt, Zeichner und Aquarellist, lebte in Gars am Kamp.
  • Rudolf Hausleithner (1840-1918), österreichischer Maler, verbrachte mehrere Sommer in Gars am Kamp.
  • Friedrich Hess (1883–1945), Heimatforscher, war in Gars am Kamp tätig.
  • Leopold Höchtl (1870–1947), österreichischer Politiker (CSP) und Wirtschaftsbesitzer, lebte in Gars am Kamp.
  • Eva-Maria Höhle (* 1948), österreichische Kunsthistorikerin, lebt in Gars am Kamp.
  • Friedensreich Hundertwasser (1928–2000), österreichischer Künstler [9]
  • Rudolf Kirchschläger (1915–2000), österreichischer Diplomat, Politiker und Bundespräsident, lebte von 1945 bis 1947 im Ortsteil Kamegg.[30]
  • Gisela Laferl, verheiratete Wozniczak (1884-1968), Politikerin, Hotelfachfrau, Gründungsobfrau des 1911 gegründeten "Verbundes der weiblichen und männlichen Hausangestellten Österreichs" "Einigkeit".
  • Anton Lang (1860-1940), österreichischer Architekt und Vater von Fritz Lang[31]
  • Otto Lechner (* 1964), österreichischer Akkordeonspieler und Komponist, lebt in Gars am Kamp.
  • Trude Marzik (* 1923), österreichische Erzählerin und Lyrikerin, Sommerfrischegast im Ortsteil Kamegg, dem sie mit ihrem autobiographischen Werk Geliebte Sommerfrische ein literarisches Denkmal setzte.[32]
  • Richard Maux, (1893- 1971), österreichischer Komponist, Altphilologe und Musikpädagoge, komponierte Vieles in Gars am Kamp.
  • Marianne Mendt (* 1945), österreichische Sängerin und Schauspielerin, besitzt ein Sommerhaus in Gars am Kamp.
  • Vinzenz Muschinger (16. Jh. – 1628), Besitzer von Burg und Herrschaft Gars.
  • Andrea Scherney (* 1966), ehemalige österreichische Leichtathletin und dreimalige Goldmedaillengewinnerin bei den Sommer-Paralympics 2008 in Peking, lebt in Gars am Kamp.
  • Franz von Suppé (1819–1895), Komponist, besaß eine Sommerfrische-Villa in Gars am Kamp.
  • Lois Weinberger (*1947), Künstler, Universitätsprofessor
  • Johannes Wildner (*1956), Dirigent, ist seit 2013 Intendant des Opernfestivals OPER BURG GARS
  • Isidor Wozniczak (1892-1945), Hotelier und sozialdemokratischer Widerstandskämpfer, der von den Nationalsozialisten ermordet worden ist.

Ansichten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bettina Marchart und Markus Holzweber (Hrsg.): Garser Geschichten. Gars am Kamp. Tausende Jahre Kulturlandschaft (2014). ISBN 978-3-9503541-3-3.
  • Andreas Weigel: Die Sommerfrische im Wandel der Zeiten. In: Bettina Marchart und Markus Holzweber (Hrsg.): Garser Geschichten. Gars am Kamp. Tausende Jahre Kulturlandschaft (2014). S.521-588. ISBN 978-3-9503541-3-3
  • Susanne Hawlik: Sommerfrische im Kamptal. Der Zauber einer Flusslandschaft. Wien/Köln/Weimar 1995. ISBN 978-3205983156.
  • Hans Heppenheimer u. a. (Hrsg.): Festschrift 700 Jahre Markt Gars am Kamp – 1279–1979. Gars am Kamp 1979.
  • Julius Kiennast: Chronik des Marktes Gars in Nieder-Oesterreich. Gars 1920.

Kurzdokumentarfilm[Bearbeiten]

Fundstück[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gars am Kamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Andreas Weigel: Die Sommerfrische im Wandel der Zeiten. In: Bettina Marchart und Markus Holzweber (Hrsg.): Garser Geschichten. Gars am Kamp. Tausende Jahre Kulturlandschaft (2014), S. 521-588
  3. Das Errichtungsjahr 1895 wird schon 1910 im „Garser Saison-Blatt“ genannt, weshalb die 1920 in Julius Kiennasts „Chronik des Marktes Gars“ auf Seite 131 genannte Jahreszahl 1900 falsch ist.
  4. Fritz Lang. Brief vom 29. August 1914 aus Gars am Kamp an Julius Singer. Faksimile In: Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen, Cornelius Schnauber: Fritz Lang. Leben und Werk. Bilder und Dokumente. 1890-1976. S.17-19.
  5. a b c Andreas Weigel: Literarische Spurensuche in Gars-Thunau oder Was Karl Kraus, Heimito von Doderer und Stefan Zweig mit der Sommerfrische im Kamptal verbindet. inadaequat, abgerufen am 6. Mai 2014..
  6. Friedrich Polleross: Die Erinnerung tut zu weh. Jüdisches Leben und Antisemitismus im Waldviertel, Horn 1996, S. 7-58, hier S. 22
  7. Andreas Weigel: Die Sommerfrische im Wandel der Zeiten. In: Bettina Marchart und Markus Holzweber (Hrsg.): Garser Geschichten. Gars am Kamp. Tausende Jahre Kulturlandschaft (2014). S. 521 - 588. S. 565 f., 571, 574, 581.
  8. Andreas Weigel: Die Sommerfrische im Wandel der Zeiten. In: Bettina Marchart und Markus Holzweber (Hrsg.): Garser Geschichten. Gars am Kamp. Tausende Jahre Kulturlandschaft (2014). S.521-588. NEWAG-Skandal: Kuckucksei Kamptalhof. S.572ff.
  9. a b Die Hundertwasser-Jahre in Gars und Horn (PDF; 3,8 MB). Als Friedensreich noch Friedrich war. In: Garser Gemeindenachrichten. September 2011. S. 10.
  10. Andreas Weigel: Die Sommerfrische im Wandel der Zeiten. In: Bettina Marchart und Markus Holzweber (Hrsg.): Garser Geschichten. Gars am Kamp. Tausende Jahre Kulturlandschaft (2014). S. 521 - 588. S. 581.
  11. Maria Enigl: Ein Dorf geht schwanger. Willi Dungl baut in Gars am Kamp sein "Bio-Weltzentrum". In: profil. Nr. 19. 7. Mai 1984.
  12. Niederösterreichische Landesregierung: Dungl-Fitnessimperium in Gars wurde erweitert
  13. Europäische Union: Zentrum für Gesundheits- und Wellnesstourismus in Gars am Kamp (Niederösterreich)
  14. Susi Weigel: Briefkopf für das Hotel- und Terrassencafé Blauensteiner.
  15. Andreas Weigel: Gars abseits von Suppè und Falco. Literarische Spurensuche in Gars-Thunau. Abgerufen am 13. Mai 2014.
  16. Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Dieter Brosz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten betreffend Aufhebung des Denkmalschutzes des "Alten Badhauses" in Gars am Kamp (244/J)
  17. Niederösterreichische Landesregierung: "Chinoco" und "Chiga" bevölkern den Garser Naturpark.
  18. Werner Gamerith: Das mittlere Kamptal Dem Waldviertler Flussjuwel droht wieder ein Kraftwerksbau.
  19. WWF: Kamp: Das niederösterreichische Flussheiligtum ist in Gefahr. Massive Zerstörungen drohen durch Ausbau eines Kraftwerks.
  20. Niederösterreichischer Naturschutzbund: Kein Neubau des Kraftwerks bei Rosenburg am Kamp.
  21. NÖN: Kraftwerk: EVN will informieren.
  22. Falco Denkmal enthüllt
  23. Website des Zeitbrücke-Museums
  24. Website des Feuerwehrmuseums
  25. Website der Sommerakademie
  26. Website des Regionalen Bildungswerks
  27. Website der Sporthauptschule Gars am Kamp
  28. Website der Volksschule
  29. Artikel zum Garser Bus im Magazin "Raum und Ordnung" der NÖ Landesregierung (PDF; 14 kB)
  30. Marco Schenz: Bundespräsident Rudolf Kirchschläger. Graz/Wien 1984, S. 41, ISBN 3-205-07249-9.
  31. Architektenlexikon: Anton Lang.
  32. Trude Marzik: Geliebte Sommerfrische. Wien 1994, ISBN 3-218-00583-3.