Michael Hagemeister

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Michael Hagemeister (* 9. Januar 1951 in Ellwangen (Jagst)) ist ein deutscher Historiker und Slawist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagemeister studierte Geschichte, Slavistik, Germanistik und Philosophie in Basel und Marburg und promovierte mit einer Arbeit über den russischen Philosophen Nikolai Fjodorowitsch Fjodorow.[1] Er arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Gastdozent und Lehrbeauftragter am Slawischen Seminar in Marburg, am Slawischen Seminar und am Seminar für Komparatistik (Vergleichende Literaturwissenschaft) in Innsbruck, am Lotman-Institut für russische und sowjetische Kultur der Ruhr-Universität Bochum, am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin und am Historischen Seminar in Basel[2].

Von 2000 bis 2006 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Von 2006 bis 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Basel, wo er an einem vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekt einer kommentierten Edition der Protokolle und Materialien des Berner Prozesses um die Protokolle der Weisen von Zion arbeitete.[3] Von April 2009 bis März 2011 vertrat er in München Martin Schulze Wessel[4] und im Sommersemester 2011 Karl Schlögel an der Viadrina. 2012–2013 war er Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 2013–2014 vertrat er die Professur für Geschichte Osteuropas an der Viadrina. Seit Wintersemester 2014/15 arbeitet er an der Ruhr-Universität Bochum an einem DFG-finanzierten Forschungsprojekt zum anti-modernen und anti-westlichen Andersdenken in Russland.[5]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Forschungsschwerpunkte sind: Russische Philosophie und Geistesgeschichte, Utopisches und apokalyptisches Denken in Russland, Antisemitismus (insbesondere die Protokolle der Weisen von Zion, über die er mehr als dreißig wissenschaftliche Aufsätze vorlegte), Russische biopolitische Utopien und philosophische Aspekte des sowjetischen Raumfahrtprogramms. Er gilt als Experte für Sergei Alexandrowitsch Nilus und Pawel Alexandrowitsch Florenski.[6] In diesem Zusammenhang sind auch seine Arbeiten über Imjaslavie, die Verehrung des Namens Gottes in der russischen Orthodoxie zu sehen.[7]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1999, ISBN 3-931337-31-6.
  2. 2001, ISBN 3-931337-35-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00052974_00002.html
  2. http://dg.philhist.unibas.ch/departement/personen/person-details/profil/person/hagemeister/
  3. Philosophisch-Historische Fakultät der Universität Basel: Ehemalige am Departement Geschichte - Michael Hagemeister, abgerufen am 27. Februar 2013
  4. http://www.gose.geschichte.uni-muenchen.de/personen/ehemalige/hagemeister/index.html
  5. Dr. Michael Hagemeister - Forschungsprojekt. In: www.ruhr-uni-bochum.de. Abgerufen am 21. April 2016.
  6. http://www.kontextverlag.de/florenskij.hagemeister.html
  7. Michael Hagemeister: Imjaslavie – Imjadejstvie. Namensmystik und Namensmagie in Rußland (1900–1930). In: Tatjana Petzer u. a. (Hrsg:): NAMEN – Benennung – Verehrung – Wirkung. Positionen der europäischen Moderne. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2009, S. 77–98.
  8. Von Volker Strebel: Lasst uns den Tod abschaffen! - Biopolitische Utopien fielen im revolutionären Russland des frühen zwanzigsten Jahrhunderts auf fruchtbaren Boden, wie ein Sammelband zeigt : literaturkritik.de. In: www.literaturkritik.de. Abgerufen am 21. April 2016.