Michael Thumann

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Michael Thumann (* 8. Dezember 1962) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Er ist Außenpolitischer Korrespondent der Wochenzeitung Die Zeit mit Sitz in Berlin und schreibt über Internationale Politik, Osteuropa und den Mittleren Osten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes studierte er Geschichte, Politik und Slawistik an der Freien Universität Berlin, an der Columbia University in New York, an der Leningrader Staatsuniversität und am Puschkin-Institut in Moskau.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thumann ist Außenpolitischer Korrespondent der Wochenzeitung Die Zeit mit Sitz in Berlin und schreibt über Internationale Politik, Osteuropa und den Mittleren Osten. Von 2014 bis 2015 leitete er das Moskauer Büro der Zeit. Bis 2013 war er Zeit-Korrespondent für den Nahen und Mittleren Osten mit Sitz in Istanbul. Bis Ende 2007 koordinierte er die außenpolitische Berichterstattung der Zeit. Von 1996 bis 2001 war er der Zeit-Korrespondent in Moskau und berichtete über Russland und die islamischen Völker des Kaukasus und Zentralasiens. Zuvor bereiste er als politischer Redakteur der Zeit Südosteuropa, insbesondere das zerfallende Jugoslawien.

Thumann forschte im Jahr 2000 an der Lomonossow-Universität in Moskau für ein Buch über den russischen Föderalismus. Im selben Jahr recherchierte er als Public Policy Scholar am Woodrow Wilson International Center for Scholars (WWIC) in Washington, D.C.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland

Thumann betont, man müsse begreifen, welche tiefen Veränderungen Russland durchmache. Das Land sei viel zu groß, als dass es sich unter westlichen Umarmungen oder Zurückweisungen drehen würde. Zu behaupten, das Land hätte seinen speziellen Weg nur deshalb genommen, weil der Westen sich so oder so verhalten habe, sei nichts weniger als eine Beleidigung für ein europäisches Land dieser Größe. "Russland lässt sich nicht von außen steuern oder manipulieren." [1]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Berichterstattung erhielt er 2012 den Helga und Edzard Reuter-Preis für Völkerverständigung und den Deutschen Journalistenpreis in der Kategorie Mobilität & Logistik.[2] 2016 bekam er den Deutschen Journalistenpreis in der Kategorie Offenes Thema.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Thumann ist mit der Journalistin Susanne Landwehr verheiratet.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Lied von der russischen Erde. Moskaus Ringen um Einheit und Größe, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2002;
  • La puissance russe. Un puzzle à reconstituer?, Paris, 2003;
  • Der Islam und der Westen, Berliner Taschenbuch-Verlag, 2003;
  • Turkey's Role Reversals, in: The Wilson Quarterly, Summer 2010;
  • A Very Secular Affair. The Power Struggle of Turkish Elites. Transatlantic Academy Paper Series, Washington, DC, 2010;
  • Der Islam-Irrtum. Europas Angst vor der muslimischen Welt. In: Die Andere Bibliothek. Band 319. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6238-5.
  • mit Susanne Landwehr: Neue Anschrift Bosporus: Wie wir versuchten, in Istanbul heimisch zu werden. Rowohlt, Reinbek 2015, ISBN 978-3-499-63098-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Putins Politik: Wer Russland verstehen will, sollte zuhören. In: zeit.de. 12. Dezember 2014, abgerufen am 12. Februar 2016.
  2. http://www.djp.de/preisverleihung_gewinner2012.html