Mikołaj Antonowicz

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Mikołaj Antonowicz (eigentl. Mikołaj Graf Antonowicz Andrault de Buy, französisch Nicolas Comte Antonowicz Andrault de Buy; * 15. Januar 1915 in Warschau; † 3. April 2000 in Frankfurt am Main) war ein Sohn des Gardeoffiziers Georg Graf Antonowicz Andrault de Buy und seiner Ehefrau Katarzyna Myszakow.

Herkunft[Bearbeiten]

Die Familie kam im 17. Jahrhundert von Frankreich nach Polen und kämpfte für die polnische Krone. Von der bekam sie auch einen Wappenzusatz, die Hälfte des polnischen Adlers. Die Familie hieß de Buy aus dem Geschlecht der Grafen de Langeron und nahm nach dem damaligen Brauch den Namen Antonowicz von Anton an. Die Familientradition führte sich zurück bis in die Zeit der Kreuzzüge, an denen Ahnen teilgenommen hatten. Dafür erhielten sie als Auszeichnung drei goldene Lilien im Wappen als Zusatz.

Sein Großvater Afinogen Antonowitsch war Professor für Ökonomie in Kiew und von 1893 bis 1896 stellvertretender russischer Finanzminister.

Leben[Bearbeiten]

Nach der polnischen Unabhängigkeit 1918 lebte die Familie zeitweise in Warschau und auf den Gütern in Wolhynien in der heutigen Ukraine. In den 1930er Jahren war Antonowicz politisch in der nationalistischen Organisation ONR aktiv.

Ab dem 1. September 1939 war er an der Verteidigung Warschaus gegen die Wehrmacht beteiligt. Nach dem Einmarsch der Deutschen war er im Untergrund aktiv, so dass er in letzter Minute vor der Gestapo aus Warschau nach Frankreich floh, wo er gegen die Deutschen an der Westfront kämpfte. Er wurde mehrfach interniert, entkam jedoch jedes Mal.

Nach der Gründung der polnischen Widerstandsbewegung in Frankreich (poln.: Polski Ruch Oporu we Francji) durch Oberst Antoni Zdrojewski, dem späteren französischen Marschall, war er verantwortlicher Aktivist für den Kampf in Frankreich. Später ging er nach Schottland, um in die neuentstehende 1. Polnische Panzerdivision (1 Dywizja Pancerna) unter dem Befehl von General (Brigadegeneral) Stanisław Maczek einzutreten. Nach dem Einmarsch der Alliierten in der Normandie kämpfte er u. a. in Falaise, Chambois und Breda. In dieser Zeit wurde er mit mehreren Orden und Medaillen ausgezeichnet. Jahre später wurde er zum Brigadegeneral der polnischen Streitkräfte befördert.

Nachdem 1947 die polnische Armee gezwungen worden war, sich zu entwaffnen, wurde er Unternehmer und ging zunächst nach Paris. Danach ließ er sich in Deutschland nieder, wo er in Frankfurt am Main lebte und zahlreiche Kontakte zur deutschen und europäischen Aristokratie hatte. Der letzte Vertreter der Grafen Antonowicz Andrault de Buy starb am 3. April 2000 in Frankfurt an einem Herzinfarkt. Mit ihm starb seine Linie aus.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Antonowicz erhielt für seine Leistungen während des Zweiten Weltkriegs polnische, britische und französische Auszeichnungen, darunter das Military Cross MC.[1]

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrzej Kulikowski: Rody Szlacheckie, kto jest kim dziś? [= Adelssippen, Wer ist heute Wer?]. Interpress, Warschau 1993, ISBN 83-223-2643-2.

Belege[Bearbeiten]

  1. Stanisław Maczek: Od podwody do czołga (= Towarzystwo naukowe katolickiego uniwersytetu lubelskiego. Bd. 132). Katholische Universität Lublin / Orbis Press, Lublin / London 1990, Auszug.