Mimoun Azizi

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Mimoun Azizi während eines Vortrages über Demenz

Mimoun Azizi (* 1972 in Hagen[1]) ist ein marokkanischer Schriftsteller, Referent, Politikwissenschaftler, Neurologe,Philosoph sowie Psychiater. Er hält deutschlandweit Vorträge zu Themen bezüglich Integration (Migration), Politik, Islam, kultur-sensible Versorgung in der Medizin, Professionalisierung muslimischer Vereine sowie jener psychiatrischer und neurologischer Natur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mimoun Azizi wuchs in Hagen auf. Nach seinem Studium der Humanmedizin in Essen ließ er sich zum Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie ausbilden. Nebenbei absolvierte er ein Studium der Politikwissenschaften und Soziologie und der Philosophie an der Fernuniversität Hagen. Er kooperiert außerdem mit der Organisation „Sterben in der Fremde e.V.“, welche sich mit dem Umgang mit Leben und Tod in Bezug auf kulturelle Hintergründe beschäftigt.[2]

Azizi engagiert sich für die Integration von Muslimen und den Kampf gegen Extremismus. Er fördert den interreligiösen sowie interkulturellen Dialog.[3] Er setzt sich für homosexuelle muslimische HIV-Patienten ein. Außerdem hat er durch Vorträge das Thema Sterbehilfe bei muslimischen Patienten thematisiert und kooperiert hierbei u. a. mit christlichen Wohlfahrtsverbänden wie Caritas und Diakonie. Er initiierte die Gründung eines islamischen Wohlfahrtsverbandes, zu dessen Aufgaben auch die Hospiz­arbeit und der Aufbau eines Palliativnetzwerkes für muslimische Patienten gehört.[4] Azizi informiert zudem auch über Drogenmissbrauch und Wege aus der Sucht.[5] Er ist zudem an der Gestaltung, Ausarbeitung und Etablierung der transkulturellen Psychiatrie in Deutschland beteiligt.[6] Azizi ist Initiator und Unterzeichner der Freiburger Deklaration.[7]

Rücktritt vom Projekt der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mimoun Azizi war Gründungsmitglied der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Er erklärte am 17. Juni 2017 über Facebook – einen Tag nach Eröffnung der Moschee –, er wolle sich „aus persönlichen Gründen“ aus dem politischen Diskurs zurückziehen. Am 21. Juni 2017 gab er ebenfalls über Facebook bekannt, er habe sich in den letzten Jahren nur als Tarnung unter die „selbsterklärten Reformmuslime“ gemischt, um eine politikwissenschaftliche Untersuchung über „Islamkritik, Islamhass und Islamophobie“ durchzuführen, die er für eine „neue faschistische Ideologie“ halte.[8] Eine Sprecherin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee erklärte, sie habe seit den Erklärungen keinen Kontakt mehr zu Azizi. Kurz vor der Eröffnung der Moschee habe er Seyran Ateş telefonisch seinen Rückzug mitgeteilt und sei auch nicht bei den Eröffnungsfeierlichkeiten anwesend gewesen. Da Azizi und seine Familie in der Vergangenheit schon mehrfach von islamischen Fundamentalisten bedroht worden waren, gab es Spekulationen, dass dieser Widerruf unter Zwang erfolgte.[9]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite von Mimoun Azizi. Abgerufen am 18. Juli 2016.
  2. sterben-in-der-fremde.de Sterben in der Fremde e.V.
  3. Westdeutsche Verlags- und Werbegesellschaft mbH & Co. KG: Kulturelle Vielfalt verstehen – Interkulturelles Kompetenztraining. In: lokalkompass.de. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  4. MZ Redaktion: Gründung eines islamischen Wohlfahrtsverbandes | MarocZone. In: www.maroczone.de. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  5. Westdeutsche Verlags- und Werbegesellschaft mbH & Co. KG: Wege aus der Sucht. In: lokalkompass.de. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  6. Universität Oldenburg: Transkulturelle Psychiatrie. Abgerufen am 10. Oktober 2016.
  7. Freiburger Deklaration - Gemeinsame Erklärung der Reformmuslimein Deutschland, Österreich und der Schweiz. Abgerufen am 10. Oktober 2016.
  8. Thomas Spahn: Verrat? Und wenn, an wem? – Rätselraten um Mimoun Azizi: False-Flag-Operation, Widerruf oder Zwang? In: Tichys Einblick. 22. Juni 2017; abgerufen am 26. Juni 2017.
  9. Jean Philipp Baeck: Brisante Erklärung von liberalem Moslem – Was ist passiert, Herr Dr. Azizi? In: taz.de, 25. Juni 2017, abgerufen am 26. Juni 2016.