Mirjam Wenzel

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Mirjam Wenzel (* 1972 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin und seit 2016 Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mirjam Wenzel studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Politikwissenschaft in Berlin und Tel Aviv. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und beendete ihre Promotion mit einem Stipendium des Leo Baeck-Fellowships der Deutschen Studienstiftung zur Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums in Europa. Ihr Buch »Gericht und Gedächtnis« (Göttingen 2009) widmet sich dem deutschsprachigen Holocaust-Diskurs der sechziger Jahre und wurde mehrfach rezensiert.[1] Weiterhin ist Mirjam Wenzel mit Publikationen zur Kritischen Theorie, insbesondere zu Siegfried Kracauer, Theodor W. Adorno und Hannah Arendt, sowie zur Repräsentation des Holocaust in Bildender Kunst, Fotografie und Film hervorgetreten. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete Wenzel auch als freiberufliche Ausstellungskuratorin. Sie war unter anderem künstlerische Leiterin des Medienkunstfestival novalog – new media experiences (Berlin / Tel Aviv 2001) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Tel Aviv und Co-Kuratorin der Ausstellung »Wonderyears. Über die Rolle der Shoah und des Nationalsozialismus in der heutigen israelischen Gesellschaft« (Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin 2003).

Von 2007 bis 2015 verantwortete Mirjam Wenzel als Abteilungsleiterin am Jüdischen Museum Berlin die Vermittlung von jüdischer Geschichte und Kultur in digitalen und gedruckten Medien. Unter ihrer Leitung wurde das Raphael Roth Learning Center um- und ausgebaut, die Online-Strategie des Museums entwickelt und zahlreiche audiovisuelle Installationen und Filme in und zu Ausstellungen realisiert. Am 1. Januar 2016 trat Mirjam Wenzel die Nachfolge von Raphael Gross als Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt an. [2]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maus, Toys and Him. Contemporary Fine Art as a Reflection on the Reception of History. In: Martin Davies, Chris Szejnmann (Hrsg.): How the Holocaust Looks Now: International Perspectives. London 2006, S. 229–246.
  • Lyotard im Widerstreit mit Adornos Weigerung: Reflexionen über Auschwitz und juridische Verfahren zur ›Aufarbeitung der Vergangenheit‹. In: Sarah Speck, Volker Weiß (Hrsg.): Herrschaftsverhältnisse und Herrschaftsdiskurse? Münster 2007, S. 50–72.
  • Eichmann, Arendt und das Theater in Jerusalem. Zur Semantik des Theaters in der Rezeption des Eichmann-Prozesses. In: HannahArendt.net. Zeitschrift für politisches Denken. 6, 2011, Nr. 1/2, (online lesen).
  • Vom Warten und der Gewalt des Kommenden: Der Messias in der Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts. In: JMB Journal. 9, 2013, S. 22–26, (online lesen).
  • Von Buchstaben, Träumen und Vorräumen: Die ›Close Up-Perspektive‹ Siegfried Kracauers. In: Nicolas Berg, Dieter Burdorf (Hrsg.): Textgelehrte. Literaturwissenschaft und literarisches Wissen im Umkreis der Kritischen Theorie. Leipzig 2014, S. 91–101.
  • Von der Schau zur Lust: Zur Dekonstruktion der Fotografie in den Collagen von Boris Lurie. In: Jüdisches Museum Berlin (Hrsg.): Keine Kompromisse! Die Kunst des Boris Lurie. Berlin 2016, S. 144–153. (PDF)
  • mit Tsafrir Cohen und Avi Pitchon (Hrsg.): Wonderyears. Über die Rolle des Nationalsozialismus und der Shoah in der heutigen Israelischen Gesellschaft. Berlin 2003, ISBN 3-926796-85-5 (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, hrsg. im Auftrag der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst).
  • Gericht und Gedächtnis. Der deutschsprachige Holocaust-Diskurs der sechziger Jahre. Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0569-4.
  • mit Fritz Backhaus, Raphael Gross und Sabine Kößling (Hrsg.): Die Frankfurter Judengasse. Katalog zur Dauerausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt. Geschichte, Politik, Kultur. C.H. Beck Verlag, München 2016, ISBN 978-3-406-68987-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rezensionen auf H-Soz-Kult, literaturkritik.deund medaon
  2. Lebenslauf Dr. Mirjam Wenzel