Misrach

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Grundriss der ehemaligen Synagoge auf dem Regensburger Neupfarrplatz mit Inschrift מזרח

Misrach (hebräisch מזרח) ist der hebräische Name für Osten, abgeleitet vom Stamm זרח (dt.: aufgehen, ausbilden). Es bezeichnet, wahrscheinlich aus sephardischer Tradition kommend, die Himmelsrichtung, in die sich der fromme Jude zum Gebet verneigt, hierin ähnlich der Qibla قبلة der Muslime. Um den Schein einer Sonnenverehrung zu vermeiden, wird empfohlen, um einige Grad von der östlichen Richtung abzuweichen. Gemeint ist nicht der Osten als Aufgang des Lichtes, wie es etwa im westlichen Christentum verstanden wird – ex oriente lux – sondern der Jerusalemer Tempel als Opferort. Viele Häuser haben einen kleinen Teppich, eine Zeichnung, Radierung o. ä. mit der Aufschrift מזרח hängen, anhand dessen man sich bei seinen Gebeten zu orientieren vermag. Dieses enthält Gottesnamen, Abbildungen des Tempels in Jerusalem bzw. des Tempelberges oder aber eine Menora.

Auf dem Neupfarrplatz in Regensburg befand sich bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1519 eine Synagoge. Der israelische Künstler Dani Karavan zeichnete deren Grundriss durch ein begehbares Bodenrelief aus weißem Beton nach, das er Misrach nannte und das am 13. Juli 2005 eingeweiht wurde. Am östlichen Rand ist ebenfalls die Inschrift מזרח zu sehen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mizrachim, „orientalische Juden“
  • Misrachi, Akrostichon für מרכז רוחני, (Merkas ruchani) Vereinigung toratreuer Zionisten, gegr. 1902

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Misrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien