Mistel (Heraldik)

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Die Mistel, eine Form aus der großen Gattung der Familie der Sandelholzgewächse (lat. Viscum), ist in der Heraldik eine wenig verbreitete Wappenfigur. Laubholz-Mistel, Hexenbesen oder Hexenkraut, aber auch Kenster, Nistl, Heiler, Drudenfuß, Heiligheu, Heiligkreuzholz, Leimmistel, Vogelmistel und Wintergrünholz[1] sind weitere Bezeichnungen für den Schmarotzer und im Wappen ist eine Unterscheidung nach einer spezifischen Art nicht üblich. Ob Eichenmistel, Lindenmistel, Weidenmistel, Tannenmistel, Hasenmistel oder Eschenmistel ist in der Heraldik unbedeutend.[2] Sie ist in der Darstellung im Wappen oder Feld recht nahe dem natürlichen baumaufsitzenden Schmarotzer. Die Blätter werden überwiegend grün und die Früchte als weiße Beeren dargestellt. Auch kann sie im Oberwappen sein.

Die Symbolik ist für diese Figur recht umfangreich, aber oft auch widersprüchlich. Die Mistel galt als heilig. Sie soll Krankheiten heilen. Die Pflanze wird als beruhigend, entzündungshemmend, blutstillend, harntreibend und krampflösend, aber auch als lindernd bei Diabetes, Gallenschwäche, Nervenschwäche und Kopfschmerzen angesehen. Bei Krampfadern, Ekzeme, Geschwüre und eitrige Wunden soll sie sich als Heilmittel bewährt haben. Die Unfruchtbarkeit beim Menschen sollte sie ändern. Das Mistelblatt wird auch dem keltischen Gott Esus zugeordnet. In der germanischen Mythologie ist die Mistel stark verwurzelt. Aufgehängte Mistelzweige an oder über den Eingangstüren gehören zu den Weihnachtsbräuchen in den USA und England.

Der Schmarotzer ist für redende Wappen geeignet. So deutet die Mistel im Wappen auf den alten Ortsnamen Jemioła/Imielno (deutsch „Mistel“) hin.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Schröder: Die Meisterkräutertherapie: Die 24 kostbaren Kräuter aus Europa und ihr Nutzen in der Volksheilkunde. Verlag der Heilung, Ruhpolding 2012, ISBN 978-3-9815669-0-1,
  2. Johann Georg Krünitz, Friedrich Jakob Flörke, Heinrich Gustav Flörke, Johann Wilhelm David Korth, Carl Otto Hoffmann, Ludwig Kossarski: Oekonomische Enzyklopädie. Band 92, Joachim Pauli, Berlin 1803, S. 4.