Mrocza

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Mrocza
Wappen von Mrocza
Mrocza (Polen)
Mrocza
Mrocza
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Nakło nad Notecią
Fläche: 4,32 km²
Geographische Lage: 53° 15′ N, 17° 36′ OKoordinaten: 53° 14′ 33″ N, 17° 35′ 56″ O
Einwohner: 4392
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 89-115
Telefonvorwahl: (+48) 52
Kfz-Kennzeichen: CNA
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 30 Ortschaften
15 Schulzenämter
Fläche: 150,71 km²
Einwohner: 9317
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0410023
Verwaltung
Bürgermeister: Leszek Klesiński
Adresse: pl. 3 Maja 20
89-115 Mrocza
Webpräsenz: www.mrocza.pl



Mrocza ['mrɔʈ͡ʂa] (deutsch Mrotschen, 1939–1942 Schönhausen, 1942–1945 Immenheim)[2] ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Sie ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde im Powiat Nakielski.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mrotschen nordöstlich der Stadt Schneidemühl und nordwestlich der Stadt Bromberg auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Mrotschen südöstlich des Großen Wieler Sees auf einer Landkarte von 1914
Stadtkirche

In Urkunden wird der Ort, der bis 1392 ein Dorf war, im Jahr 1288 Mroscha und 1393 Mroscza genannt.[3]

Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens 1772, mit der die Wiedervereinigung von Ostpreußen und Westpreußen einherging, kam die Ortschaft zu Preußen. Sie gehörte zum Landkreis Wirsitz im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen.

Die landwirtschaftlich geprägte Stadt hatte gegen Ende des ersten Quartals des 19. Jahrhunderts eine katholische Kirche, ein evangelisches Bethaus, eine Synagoge und eine königliches Domäneneamt, 140 Wohnhäuser und rund sechshundert Einwohner.[4]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste das Kreisgebiet aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden, durch den Polenfeldzug 1939 wurde es jedoch wieder dem Deutsches Reich einverleibt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Kurz danach wurde Mrotschen unter polnische Verwaltung gestellt. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1788: 655[3]
  • 1816: 748 (nach anderen 839), darunter 346 Katholiken, 238 Evangelische und 164 Juden[3]
  • 1837: 808[3]
  • 1843: 1.231[3]
  • 1858: 1.377[3]
  • 1861: 1.529[3]
  • 1885: 1.809, davon 828 Evangelische, 817 Katholiken und 164 Juden[5]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören die Stadt Mrocza und weitere 15 Ortschaften (deutsche Namen amtlich bis 1945)[2][6] mit Schulzenamt:

  • Białowieża (Bialowierz)
  • Drążno
  • Drzewianowo (Hohenwalde)[6]
  • Izabela
  • Jeziorki Zabartowskie (Seethal, 1942–1945 Seetal, Kr. Wirsitz)[2]
  • Kaźmierzewo (Kazmierowo, 1942–1945 Kasdorf, Kr. Wirsitz)[2]
  • Kosowo (Lindenburg)[6]
  • Krukówko
  • Matyldzin
  • Ostrowo (Grünhausen)[6]
  • Rościmin (Roscimin, 1939–1945 Rosmin)[2]
  • Samsieczynek
  • Wiele (Wiele, 1942–1945 Weilensee)[2]
  • Witosław
  • Wyrza (Wyrza, 1939–1945 Friedrichsberg)[2]

und 14 Ortschaften ohne Schulzenamt:

  • Chwałka
  • Dąbrowice
  • Drążonek
  • Jadwigowo
  • Konstantowo (Clarashöh)[6]
  • Kozia Góra Krajeńska
  • Modrakowo
  • Orle
  • Orlinek
  • Orzelski Młyn
  • Podgórz
  • Rajgród
  • Słupówko
  • Zdrogowo

Gemeinde-Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Lindern im Landkreis Cloppenburg, Niedersachsen, Deutschland.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mrocza hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Oleśnica–Chojnice, weitere Bahnhöfe befanden sich in den Ortsteilen Kozia Góra Krajeńska, Rajgród und Witosław.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 381.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b c d e f g Vgl. Weblink Amtsbezirk Immenheim-Land in Danzig-Westpreußen - Gemeindeumbenennungen
  3. a b c d e f g Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 381.
  4. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III.. Band 2, Teil 1, Berlin 1828, S. 122, Nr. 4).
  5. http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_wirsitz.html
  6. a b c d e Vgl. Deutsche Topograph. Karte, 2771 Mroczen