Mujeres Libres

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Frauen im spanischen Bürgerkrieg 1936, Fotografie von Gerda Taro

Die Mujeres Libres (spanisch für „Freie Frauen“) war eine feministisch-anarchistische Frauenorganisation im Spanischen Bürgerkrieg. In dieser basisdemokratischen Frauenorganisation waren über 20.000 kämpfende Frauen vereinigt. Trotzdem finden sie in den Geschichtsbüchern über den Spanischen Bürgerkrieg kaum eine Beachtung.[1]

Einband der Ausgabe número 9 der "Mujeres Libres" (1938)

Sie wurde im April 1936 von den drei Frauen Lucía Sánchez Saornil, Mercedes Comaposada und Amparo Poch y Gascón der anarchosyndikalistischen Confederación Nacional del Trabajo gegründet, die mit ihrem Anliegen, eine Zeitschrift für Frauen zu publizieren, bei ihren Genossen auf Ablehnung stießen. Trotz formaler Gleichstellung sahen sie sich diskriminiert. Im Gegensatz zu bürgerlichen und auch kommunistischen Frauenzeitschriften, die sich mit vermeintlichen Frauenthemen wie Mode und Kosmetik beschäftigten, waren sie der Überzeugung, dass sich Frauen genauso wie Männer für politische Themen interessieren. Ein wichtiges Ziel war die Ausbildung der Frauen. Die mujeres libres kämpften sowohl an der Front mit der Waffe in der Hand als auch im Hinterland. Nach 1939 begann gegen die Freien Frauen eine starke Repression. Viele wurden in Lager interniert. Frauen, die kämpften, galten in der folgenden Franco-Ära nicht als anständige Frauen. Erst nach vierzig Jahren trauten sich einige wieder, von ihren Erfahrungen zu erzählen.

Lucía Sánchez Saornil, Anführerin der Mujeres Libres 1933

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martha A. Ackelsberg: Free Women of Spain. Anarchism and the Struggle for the Emancipation of Women. AK Press, ISBN 1-902593-96-0.
  • Martin Baxmeyer: Amparo Poch y Gascón. Biographie und Erzählungen aus der spanischen Revolution. Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-939045-33-5 (zu den Mujeres Libres siehe insbesondere S. 56–94).
  • Vera Bianchi: Feministinnen in der Revolution. Die Gruppe Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg. Unrast Verlag, ISBN 3-89771-203-2.
  • Vera Bianchi: Feminismus in proletarischer Praxis: Der "Syndikalistische Frauenbund" (1920 bis 1933) und die "Mujeres Libres" (1936 bis 1939), in Arbeit – Bewegung – Geschichte, Heft I/2018, S. 27–44.
  • Sabine Behn, Monika Mommertz: "Wir wollen eine bewußte weibliche Kraft schaffen"; "Mujeres Libres"; anarchistische Frauen in Revolution und Widerstand. Nachdruck aus Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit 8.1987, S. 53–68; Syndikat-A, Moers 2006.
  • Marianne Kröger (Hrsg.): Etta Federn: Revolutionär auf ihre Art. Zwölf Skizzen unkonventioneller Frauen. Psychosozial-Verlag, Gießen 1997
  • Temma Kaplan, Liz Willis, Cornelia Krasser (Hrsg.), Jochen Schmück (Hrsg.): Frauen in der Spanischen Revolution 1936-1939. 2. überarb. Aufl., Libertad Verlag, Potsdam 1986, ISBN 3-922226-27-2.
  • Silke Lohschelder (Hrsg.), Liane M. Dubowy, Inés Gutschmidt: AnarchaFeminismus. Auf den Spuren einer Utopie. 2. Aufl., Unrast Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-89771-200-3.
  • Mary Nash: Mujeres Libres – Die freien Frauen in Spanien 1936–1978. Karin Kramer Verlag, Berlin 1979.
  • Elisabeth de Sotelo (Hrsg.): New Women of Spain; Social-Political and Philosophical Studies of Feminist Thought. Frauenstudien und emanzipatorische Frauenarbeit Bd. 4, Lit, Münster 2005, ISBN 978-3-8258-6199-5

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mujeres Libres: El anarquismo y la lucha por la emancipación de las mujeres. 3. Auflage, VIRUS editorial, Barcelona 2006, ISBN 84-88455-66-6.