Museum Eckernförde

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Museum Eckernförde
Eckernförde Museum.jpg
Museum Eckernförde im alten Rathaus
Daten
Ort Eckernförde Welt-IconKoordinaten: 54° 28′ 17″ N, 9° 50′ 9″ O
Art Heimatmuseum
Eröffnung 1975
Betreiber Stadt Eckernförde
Leitung Dorothee Bieske
Website Museum Eckernförde

Das Museum Eckernförde versteht sich gemeinsam mit dem Stadtarchiv als (kultur-) historisches Gedächtnis der Stadt Eckernförde.[1] Das Museum befindet sich in städtischer Trägerschaft[1] und ist im Alten Rathaus untergebracht. Der Museumsverein Eckernförde e. V. leistet personelle und finanzielle Unterstützung.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schausammlung des Museums zeigt die Geschichte der Stadt und ihre kulturellen, historischen und wirtschaftlichen Besonderheiten. Präsentiert werden zum Beispiel Ergebnisse der archäologisch-historischen Stadtforschung und Veränderungen des Stadtbildes. Die Abteilung „Badeleben einst und jetzt“ zeigt die bedeutsame Geschichte der Stadt Eckernförde als Ostseebad.

Seit 2012 ist in den Räumen des Museums eine historische Modellbahnanlage des „Treffs Eckernförder Eisenbahnfreunde“ zu sehen.[2][3] Die Anlage zeigt den lokalen Bahnhof und dessen Umgebung zu Zeiten des Jahres 1951, als die Eckernförder Kreisbahnen noch fuhren und der Hafen noch Gleisanschluss hatte.

Das Museum beheimatet die Archive der Maler Carl Bössenroth[4] und Max Streckenbach und die Elektrosammlung Immo Wesnigks.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum Eckernförde wurde 1975 als Heimatmuseum Eckernförde gegründet und verfügte zunächst bis zum Umzug in das Alte Rathaus über Ausstellungsräume in der ehemaligen Willers-Jessen-Schule. Seit 1987 befindet sich das Museum Eckernförde im ehemaligen Rathaus der Stadt. Einzelne Ausstellungen des Museums wie vor allem die Vergessen und verdrängt-Ausstellung zur Geschichte während der Nazi-Diktatur waren außerhalb des alten Rathausgebäudes untergebracht.

Museumsleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Jessen 1975−1991
  • Uwe Beitz 1991−2016
  • Dorothee Bieske ab 2016

Altes Rathaus Eckernförde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferstich von Braun/Hogenberg, Eckernförde: Ausschnitt mit Rathaus, Rathausmarkt, St. Nicolaikirche, St. Nicolaistraße - Ende 16. Jahrhundert
Das Alte Rathaus Eckernfördes 2005
Das alte Stadtbauamt links vom Hauptgebäude des Alten Rathauses

Das Alte Rathaus, in dem heute das Museum Eckernförde untergebracht ist, gilt als bedeutendster Profanbau der Stadt und ist ein im „Verzeichnis der eingetragenen Kulturdenkmale des Landes Schleswig-Holstein (außer Lübeck)“ eingetragenes Kulturdenkmal.[5]

Das Hauptgebäude des Alten Rathauses Eckernfördes wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts entweder direkt als Rathaus[6] oder zunächst als Zeughaus[7] errichtet. Eine erste Erweiterung des ursprünglichen Fachwerkbaus fand etwa 1560 in Richtung Osten statt, durch den der doppelbogige Durchgang zwischen Rathausmarkt und Kirchplatz entstand, der die dort zuvor offene Laube als Überdachung der Schlachterverkaufsstände ersetzte.[8] 1588 wurde der 29 Meter lange Bürgersaal im Obergeschoss ausgebaut. Auf dem Plan der Stadt von Georg Braun und Frans Hogenberg, der spätestens 1618 veröffentlicht wurde, ist ein stumpfwinkelig abzweigender Anbau, vermutlich ein überdachter Treppenaufgang zum ersten Stockwerk hinauf, an der damals westlichsten Gebäudeecke zu erkennen.[9] Auf dem Rathausmarkt (Forum bei Braun/Hogenberg) stand der Pranger (auch: Ka(a)k). Ihn schmückte eine Roland-Figur mit Schwert und Rute als Symbol für die Stadtrechte und wurde von Hans Dirkes 1612 geschnitzt[10]. Etwa in den Jahren 1760 bis 1763 wurde das Rathausgebäude weiter in Richtung Osten bis an die Kurzebrückstraße (heutige Kieler Straße) heran erweitert. Die markante Freitreppe entstand 1836/37 nach dem Entwurf des Eckernförder Senators und Kunstmalers Hans Friedrich Baasch. Eine Erweiterung des Ratsbaues auch gen Westen generiert der Vergleich des Braun/Hogenberg-Stiches mit der heutigen Ansicht des Gebäudes, findet sich jedoch nicht beschrieben. Keine Angaben existieren über ein auf der Städteansicht von Braun/Hogenberg dargestelltes Hinterhaus zum Kirchplatz hin, das nicht zwingend zum Rathaus gehörte.

Rund ein halbes Jahrtausend lang bis 1984 diente das Bauwerk als Rathaus und wurde anschließend zum Museumsgebäude umgebaut. Der dabei wieder in ursprünglicher Größe hergerichtete Bürgersaal nimmt mit seinen etwa 210 Quadratmetern der Länge nach das gesamte Obergeschoss des bis 1760 bereits erbauten Rathausteils ein und diente früher dem Rat der Stadt als Versammlungssaal für die Ratsversammlung, für die Gilden und Zünfte, für Gerichtsverfahren, für Hochzeitsveranstaltungen etc. Mindestens seit dem 18. Jahrhundert befindet sich im Erdgeschoss des vor 1560 errichteten Gebäudeteils der Ratskeller[11] - hier hatte der Kunstmaler Asmus Carstens etwa 1770 eine Lehre als Küfer begonnen.[12][13] Ursprünglich war nach Angaben im Erdgeschoss die Ratswaage untergebracht. Vor dem 2. Weltkrieg befand sich mit eigenem Zugang die Polizeiwache im Ratsgebäude.[14]

Ebenfalls unter Denkmalschutz steht das mit dem Rathaus-Hauptgebäude innen verbundene ehemalige Stadtbauamtsgebäude (heute Eingangsbereich des Museums), in dem zuletzt das Einwohnermeldeamt untergebracht war.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c http://www.museum-eckernfoerde.de/leitbild.html
  2. http://www.museum-eckernfoerde.de/modellbahn.html
  3. http://www.tee-verein.de/
  4. http://www.museum-eckernfoerde.de/boessenroth.html
  5. siehe Liste der Kulturdenkmale in Eckernförde
  6. Infotafel an der Hauswand (u.a.)
  7. Vermutung, u.a. hier
  8. Infotafel an der Hauswand; Eckernförde - Ein Stadtrundgang, Publikation des Museumsvereins Eckernförde e.V. und der Stadt Eckernförde, 2015
  9. nach Heimatgemeinschaft Eckernförde e.V. und Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel, ECKernförde-Lexikon, Husum- Druck- und Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG., Husum 2014, ISBN 978-3-89876-735-4, Seite 275 handelte es sich um eine überdachte Treppe zum Obergeschossraum für die Zusammenkünfte der Bürger zum Allmannsthing
  10. Willers Jessen: Hans Gudewerdt und die Eckernförder Bildschnitzerschule mit ihren Meistern Ciriacus Dirkes, Hans Dreyer, Hans Gudewerdt I, Hans Gudewerdt II, Hans Gudewerdt III, Lorentz Jories, Jürgen Koberch, Peter Neelsen, J.C. Schwensen-Verlag, Eckernförde 1931, Seite 165
  11. die Bezeichnung Ratskeller ist im 19. Jahrhundert belegt, vorheriger Name: Ratsweinkeller
  12. Adreßbuch und Geschäfts-Handbuch für Stadt und Kreis Eckernförde, Seite III; Verlag von C. Heldt's Buchhandlung, 1897
  13. nach abweichender Angabe in Weilbachs Kunstnerleksikon, 1947 (dän.) handelte es sich um eine Weinhändlerlehre - siehe hier
  14. Foto auf bildindex.de