Küfer

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Der Böttcher (aus Was willst du werden, um 1880)

Der Küfer (auch Binder, Bender oder Böttcher; in Österreich Fassbinder oder einfach Binder genannt) ist ein Handwerker, der Behälter und Gefäße, meist aus Holz, herstellt.

Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böttcherei oder Fassbinderei
Küferwerkstatt Zuiderzeemuseum (Niederlande)

Küfe (die) im ursprünglichen Sinne bezeichnet einen Kübel oder Eimer, dann speziell das Salzfass; aus den verschiedenen weiteren Produktbezeichnungen wie Fass, Tonne, Bottich, Schaff, Zuber oder Bütte leiten sich die verschiedenen regionalen Berufsbezeichnungen ab:

  • Fassbinder (dazu: Binder, Bindter, Pinter), Fassler, Fässler, Fassmacher
  • Böttcher, Böttiger (von Bottich)
  • Böttner, Büttner (von Bütte, Franken)
  • Schäffler, Scheffler (von Schaff, Bayern und Pfalz)
  • Küfner, Küffner
  • Kübler (von Kübel)
  • Kuper (Niederdeutsch)
  • Schedler (alemannisch zum Hohlmaß Schedel)
  • Simmermacher (zum Hohlmaß Simmer)
  • Tonnenmacher

Alle diese Namen sind auch Hohlmaße und Maßeinheiten, siehe Geschichte von Maßen und Gewichten: Dort finden sich noch zahlreiche weitere Bezeichnungen.

Der Weiß- oder auch Feinküfer ist Hersteller von Haushalts- und Kleinartikeln.

Die Küferei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hergestellt werden in dem Beruf Gefäße aus Dauben, speziell geformten Holzstücken, die mit hölzernen oder eisernen Reifen zusammengehalten werden, der Reifschneider oder Bandreißer fertigte hölzerne Fassreifen an.

Diese Technik war bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. in Gallien bekannt. In der römischen Kaiserzeit verschickte man nordgallischen und pannonischen Wein überwiegend in Holzfässern. Daubengefäße waren in den Nordprovinzen für die Vorratshaltung gebräuchlich.

Ein Spezialwerkzeug des Böttchers war der Bandhaken, mit dem Fassreifen über die Dauben gezogen wurden.

Heute werden zum Teil moderne Maschinen eingesetzt, um die Arbeitszeit zu verkürzen und schnellere Abläufe zu gewährleisten. Auch werden Nischenprodukte wie Holzbadewannen oder Saunatauchbecken hergestellt.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Industrialisierung hingen die Berufe Böttcher und Bierbrauer bzw. Weinküfer eng zusammen, sie waren sogar in einer Zunft organisiert. Regionale Zunfttänze der Binder und Schäffler sind der Schäfflertanz in München sowie der Bindertanz in Ulm und in Bozen[1].

Die Straßenbezeichnung Bindergasse erinnert in mehreren Städten an die frühere Bedeutung des Gewerbes.

Als katholische Schutzpatrone der Böttcher gelten der hl. Florian sowie der hl. Georg.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtiger Lieferant der Küfer war der Daubenhauer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Küfer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Küfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Foto vom Bozner Bindertanz, ca. 1950–60