Mutter, der Mann mit dem Koks ist da

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Kohlenanlieferung Berlin, 2006

Mutter, der Mann mit dem Koks ist da ist der Titel eines Berliner Gassenhauers aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, als noch Kohlenhändler die ofenbeheizten Haushalte einzeln gegen Barzahlung belieferten. Die Melodie wurde von dem „Carlotta-Walzer“ Heiraten, heiraten, das ist schön aus der Operette Gasparone (1884) von Carl Millöcker übernommen. Der Schlager war so populär, dass aus dieser Zeit sogar eine Übersetzung ins Pennäler-Latein stammt (Mater, vir cum coces adest).

1996 wurde ein auf dem Küchenlied basierendes Lied von dem österreichischen Musiker Falco ebenfalls unter dem Titel Mutter, der Mann mit dem Koks ist da veröffentlicht, das mit dem Küchenlied allerdings lediglich den Text des Refrains gemein hat.

Text des Lieds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche Einwohner von Schönheide heizten bis 1990 ihre Wohnung mit Kohle. Wenn die Braunkohlenbriketts mit viel Kraftaufwand und Schweiß in den Keller gebracht waren, erhielt man vom ortsansässigen Kohlehändler die Rechnung. Wie hier 1981.

Mutter, der Mann mit dem Koks ist da.
Junge, halts Maul, ich weiß es ja.
Hab ich denn Geld? Hast du denn Geld?
Wer hat denn den Mann mit dem Koks bestellt?
Ach lieber Koksmann, ich habe kein Moos!
Aber Madameken, det kost’t ja blos
’ne halbe Mark.
So’n bischen Quark
Hab’n sie nich,
Det find ich stark.
Thun sie denn nicht borgen?
Ne, borgen macht Sorgen.
Borgen kann ich nich,
Thu ich nich, will ich nich,
Borgen is mir ganz fürchterlich. [1]

Andere Fassung:

Mutter, der Mann mit dem Koks ist da
Junge, halts Maul, ich weiß es ja.
Hast du denn Jeld? Ich hab keen Jeld.
Wer hat denn den Mann mit dem Koks bestellt? [1]

Weitere Fassung:

Mutter, der Mann mit dem Koks ist da
Sei doch man ruhig, det weeß ick ja.
Haste keen Jeld? Nee, ick hab keen Jeld.
Wer hat denn den Mann mit dem Koks bestellt?

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lukas Richter (Hrsg.): Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Berliner Gassenhauer – mit Noten. VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977
  • Lukas Richter: Der Berliner Gassenhauer. Darstellung, Dokumente, Sammlung. VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1969 (zugl. Habilitationsschrift). Neuausgabe: Waxmann, Münster/New York/München/Berlin 2004, ISBN 3-8309-1350-8, S. 389–391 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lukas Richter (Hrsg.): Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Berliner Gassenhauer – mit Noten. VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977, S. 146