My Salinger Year

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Filmdaten
OriginaltitelMy Salinger Year
ProduktionslandKanada, Irland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2020
Länge101 Minuten
Stab
RegiePhilippe Falardeau
DrehbuchPhilippe Falardeau
ProduktionRuth Coady, Luc Déry,
Kim McCraw, Susan Mullen
MusikMartin Léon
KameraSara Mishara
SchnittMary Finlay
Besetzung

My Salinger Year ist ein Filmdrama von Philippe Falardeau aus dem Jahr 2020. Der Coming-of-Age-Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joanna Rakoff. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Literaturstudentin und Verlagsmitarbeiterin (dargestellt von Margaret Qualley), die über das Beantworten der Fanpost des berühmten Schriftstellers J. D. Salinger zu ihrer eigenen schriftstellerischen Berufung findet.

Falardeaus Regiearbeit feierte als Eröffnungsfilm der 70. Filmfestspiele in Berlin am 20. Februar 2020 seine Weltpremiere.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die junge Joanna hat ein College in London besucht, einen Master in Literatur und ist gerade nach New York gekommen. Eigentlich will sie Romane schreiben und ein außergewöhnliches Leben führen. Hierfür ist sie bereit, einige Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen. Sie kommt bei ihrer Freundin und deren Freund unter.

Es ist Herbst 1994, als sich Joanna bei der ältesten Literaturagentur New Yorks vorstellt, die neben Fitzgerald vor allem dafür bekannt sind, dass sie den Kultautor J. D. Salinger nach außen vertritt. Er, den sie alle nur „Jerry“ nennen, ist das Aushängeschild der Agentur. Viele wollen den Job, um den sie sich bewirbt, doch Joanna gelingt es, Agenturinhaber Daniel und seine Literaturagentin Margaret von sich zu überzeugen, auch wenn sie weder Der Fänger im Roggen noch sonst eines von Salingers Büchern je gelesen hat. Der Autor lebt zurückgezogen in New Hampshire, und die Agentur will unbedingt dessen Ruf als unzugänglicher Außenseiter nähren und ihn von der Außenwelt abschirmen. Hierfür wimmeln sie jeden ab, der mit ihm in Kontakt treten will, nicht nur Fans, sondern auch Produzenten und Verlage.

Im Januar 1995 beginnt sie ihre Arbeit. Mit einem Diktaphon und einer mechanischen Schreibmaschine ausgerüstet, beantwortet sie stapelweise Post, die in der Agentur landet. Die Briefe werden nach Vorlagen erstellt, die aus der Zeit stammen, als Salinger seine Korrespondenz noch selbst schrieb. Besonders ein junger Mann aus Winston-Salem ist ein großer Fan von Salinger und schreibt regelmäßig.

Joanna beginnt eine Beziehung mit Don, der halbtags in einem Buchladen arbeitet, aber wie sie selbst gerne Schriftsteller werden würde. Sie nehmen eine gemeinsame Wohnung, und Don versucht, seinen ersten Roman fertigzustellen. Joanna beginnt, an Salinger gerichtete Briefe mit nach Hause zu nehmen, die ihr besonders ins Auge fallen, und beantwortet diese auf eine sehr persönliche Weise unter ihrem Namen.

Schnell erkennt Joanna, dass sie eigentlich nicht mehr als Margarets Sekretärin ist, doch die will ihr keine höheren Aufgaben anvertrauen, bevor sie nicht den Briefverkehr fehlerfrei hinbekommt. Zudem will ihre Chefin nicht, dass Joanna zu viel privaten Kontakt zu ihren Klienten wie Rachel Cursk oder den führenden Kräften der Agentur hat. Als der Verleger Clifford direkt an Salinger schreibt und ihn bittet, sein Werk Hapworth als Buch herausbringen zu dürfen, ist Margaret erst skeptisch gegenüber dem Ein-Mann-Verlag, doch Joanna kennt dessen Programm und macht sich für diesen stark. Als Salinger den Verleger Clifford in aller Öffentlichkeit an der Georgetown University treffen will, um über die Veröffentlichung von Hapworth zu sprechen, ist Margaret nicht begeistert, da es eigentlich der Aufgabe der Agentur, den wichtigsten Klienten abzuschirmen, widerspricht. Joanna bietet sich an, vor Ort als Auge und Ohr der Agentur zu agieren. Margaret willigt ein, und Joanna fährt, mit Dons gerade erst fertiggestelltem Roman im Gepäck, mit dem Bus nach Washington. Nachdem Salinger dem Vertrag mit Clifford zugestimmt hat, besucht Joanna abends ihren Ex-Freund Karl, der Musiker ist und ein Konzert in Washington gibt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf dem Roman My Salinger Year der US-Schriftstellerin Joanna Rakoff, der im Jahr 2015 in einer deutschen Übersetzung von Sabine Schwenk mit dem Titel Lieber Mr. Salinger veröffentlicht wurde.

Regie führte Philippe Falardeau, der auch Rakoffs Roman adaptierte.[1]

Sigourney Weaver übernahm die Rolle der Literaturagentin Margaret, Margaret Qualley spielt ihre neue Assistentin Joanna und Colm Feore den Agenturinhaber Daniel. Douglas Booth übernahm die Rolle ihres neuen Freundes Don. Yanic Truesdale und Brían F. O’Byrne sind in den Rollen von Joannas neuen Kollegen Max und Hugh zu sehen. Théodore Pellerin spielt den jungen Mann aus Winston-Salem, ein großer Verehrer Salingers, den man im Film zu Hause an seiner Schreibmaschine sitzend und in anderen eingefügten Monologen sieht. Auch andere Fans von Salinger, die sich in ihren Briefen an ihn wenden, sind in solchen Sequenzen zu sehen. Hamza Haq übernahm die Rolle von Joannas Exfreund Karl. Tim Post hat Rolle von J.D. Salinger, dessen Gesicht im Film jedoch nie in Nahaufnahme zu sehen ist.

Der Film wurde von der Berlinale 2020 in die Sektion Berlinale Special eingeladen. Am 20. Februar 2020 feierte er seine Weltpremiere als Eröffnungsfilm des Festivals.[1] In der Berlinale-Sektion Generation Kplus hatte Falardeau 2009 bereits seinen Film Ich schwör’s, ich war’s nicht! präsentiert, der mit dem Gläsernen Bären sowie mit dem Großen Preis des Deutschen Kinderhilfswerkes für den Besten Spielfilm ausgezeichnet wurde.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiken waren gemischt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joanna Rakoff: My Salinger Year, ISBN 9781408833971
  • Joanna Rakoff: Lieber Mr. Salinger. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sabine Schwenk. Albrecht Knaus Verlag, München 2015, ISBN 9783813505153.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: My Salinger Year – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „My Salinger Year“ eröffnet Berlinale. In: filmecho.de, 24. Januar 2020.
  2. Philippe Falardeau war der große Gewinner der Generation Kplus Preisverleihung im Jahr 2009. In: berlinale.de, 14. Februar 2009.
  3. https://www.rottentomatoes.com/m/my_salinger_year