Myriokefala

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Ortsgemeinschaft Myriokefala
Τοπική Κοινότητα Μυριοκέφαλων (Μυριοκέφαλα)
Myriokefala (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Kreta
Regionalbezirk Rethymno
Gemeinde Rethymno
Gemeindebezirk Lappa
Geographische Koordinaten 35° 15′ N, 24° 18′ OKoordinaten: 35° 15′ N, 24° 18′ O
Höhe ü. d. M. 500 m
(Durchschnitt)
Fläche 13,226 km²[1]
Einwohner 309 (2011[2])
Bevölkerungsdichte 23,36 Ew./km²
LAU-1-Code-Nr. 930808
Ortsgliederung 2
Postleitzahl 74100
Telefonvorwahl 28310
Website: www.miriokefala.gr

Μyriokefala (griechisch Μυριοκέφαλα [mirjɔˈkʲɛfala] (n. pl.)) ist eine Ortschaft im Gemeindebezirk Lappa der Stadtgemeinde Rethymno auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Myriokefala liegt etwa 20 Kilometer südwestlich von Rethymno an den nördlichen Ausläufern des Kakaves (Κακάβες) in 500 Meter Höhe. Das Dorf Maroulou (Μαρουλού) zählt ebenfalls zur Ortschaft, es liegt etwa 1,5 Kilometer nördlich. Die nächstgelegenen Orte sind Asi Gonia etwa 2,7 Kilometer nordwestlich und Argyroupoli 5 Kilometer nordöstlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Myriokefala leitet sich von den zahlreichen Hügeln der Umgebung ab. Das Dorf wurde 1577 erstmals schriftlich während der venezianischen Zeit von Francesco Barozzi als Myrio Chiefala erwähnt, nach den Angaben von Pietro Castrofilaca aus dem Jahr 1583 hatte Miriochiefala 99 Einwohner. Nach den Volkszählungen während der osmanischen Herrschaft war das Dorf überwiegend von orthodoxen Christen bewohnt, für 1881 wird eine rein christliche Bevölkerung angegeben.[3]

Die Landgemeinde Myriokefala (Κοινότητα Μυριοκεφάλων Kinotita Myriokefalon) wurde 1931 mit der Ausgliederung der beiden Dörfer Myriokefala und Maroulou aus der damaligen Landgemeinde Arolithios gegründet. Sie hatte bis zur Umsetzung der Gemeindereform nach dem Kapodistrias-Programm im Jahr 1997 Bestand. Zusammen mit fünf weiteren Landgemeinden erfolgte die Fusion zur Gemeinde Lappa (Δήμος Λαππαίων). Diese wiederum ging im Rahmen der Verwaltungsreform 2010 in der Gemeinde Rethymno auf, wo Myriokefala seitdem den Status einer Ortschaft (Τοπική Κοινότητα Topiki Kinotita) hat.

Einwohnerentwicklung von Myriokefala[4][2]
Name 1913 1920 1928 1940 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011
Myriokefala 315 267 251 297 325 324 285 266 281 402 268
Maroulou - 113 91 88 86 69 63 76 59 55 41
Gesamt 315 380 342 385 411 393 348 342 340 457 309

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten im Dorf steht das Kloster Panagia Andifonitria (Μονή Παναγίας Αντιφωνήτριας ‚die Verbieterin‘), ein bis heute wichtiges Ziel von Wallfahrten der Region. Die bis ins 20. Jahrhundert stark veränderte Kreuzkuppelkirche wurde um das Jahr 1000 von Ioannis o Xenos gegründet.[5] Der quadratische Zentralbau ist im Westen zum zweijochigen lateinischen Kreuz verlängert. Den drei Stufen höher liegenden Altarraum (der Bema) erhellen aneinandergereihte Rundbogenfenster. Die Lichtwirkung im Innern wird durch die vier Tambourfenster unterstützt.
Die älteren Fresken vom Anfang des 11. Jahrhunderts finden sich vor allem in der Kuppel (der von Engeln und Propheten umgebene Pantokrator) und im südlichen Kreuzarm (die Evangelisten Matthäus und Markus mit aufgeschlagenen Evangelien).
Die zweite Freskenschicht stammt vom Ende des 12. Jahrhunderts. Im unteren Apsisteil des Altarraums feiern Kirchenväter die Liturgie. Im westlichen Kreuzarm sind vier Szenen aus der Passion dargestellt: Judasverrat, Einzug in Jerusalem, Beweinung Christi und Höllenfahrt.
Der Stil der Wandmalereien ist einerseits typisch für die von Konstantinopel beeinflusste Kunst der Komnenenzeit (starke Umrisse und klare Linien geben die Gesichtszüge leicht abstrahierend wieder), andererseits weist der emotionale Ausdruck in so manchem Gesicht der Passionsgeschichte bereits auf die eigenständig sich im 13. Jahrhundert entwickelnde Kretische Schule hin.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die öffentliche Busse des KTEL-Verbundes bedienen täglich außer an Wochenenden zwei Verbindungen zwischen Myriokefala und Rethymno. [6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nationaler Statistischer Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ) nach Volkszählung 2001, S. 125 (PDF, 793 kb)
  2. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  3. Μυριοκέφαλα, Digital Crete (griechisch)
  4. Einwohnerzahlen von Myriokefala 1913–2001, Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch)
  5. Μονή Παναγίας Αντιφωνήτριας, Οδυσσέας-Portal, Griechisches Kultur- und Tourismusministerium (griechisch)
  6. KTEL Chania-Rethymno (ΚΤΕΛ Χανίων-Ρεθύμνου)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moni Myriokefalon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien