Nabeul

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Nabeul; Eine Beschreibung des gleichnamigen Gouvernements findet sich unter Gouvernement Nabeul
Nabeul
Stadttor von Nabeul
Stadttor von Nabeul
Verwaltung
Staat TunesienTunesien Tunesien
Gouvernement Nabeul
Postleitzahl 8000
Demographie
Bevölkerung 56.387 Einw. (2004[1])
Geographie
Höhe 10 m
Nabeul (Tunesien)
Nabeul
Nabeul
Koordinaten 36° 27′ N, 10° 44′ O36.45416666666710.73194444444410Koordinaten: 36° 27′ N, 10° 44′ O
Römische Villa „Haus der Nymphen“

Nabeul (arabisch ‏نابل‎, DMG Nābul) ist eine Stadt in Tunesien mit rund 56.000 Einwohnern und zugleich die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements.

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 65 km (Fahrtstrecke) südöstlich von Tunis auf der Südseite der tunesischen Halbinsel Kap Bon am Golf von Hammamet. Der Touristenort Hammamet selbst ist nur etwa 14 km in südwestlicher Richtung entfernt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nabeul ist ein Touristenort und gilt in Tunesien als Zentrum für Töpferei- und Keramikkunst. Bekannt ist Nabeul vor allem auch für seinen Markt (suq), der jeden Freitag stattfindet und wöchentlich viele Touristen auch aus umliegenden Orten anlockt. Zahlreich angeboten werden Souvenirs, Schmuck, Lebensmittel und die für die Region typischen Keramikwaren. Des Weiteren werden im Umkreis der Stadt kunstvolle Kacheln und bearbeitete Natursteine sowie Parfüme hergestellt. Zudem ist die Landwirtschaft ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die Stadt. In ihrem Umland werden Zitrusfrüchte, Blumen und Weinstöcke angebaut. Vom kleinen Stadtzentrum aus führt eine etwa 2 km lange, von Palmen umsäumte Promenade zu den Sandstränden der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Griechische Kolonisten gründeten hier im 5. Jahrhundert v. Chr. eine Hafenstadt mit Namen ‚Neapolis‘. Diese gahörte später zur karthagischen und ab 148 v. Chr. zur römischen Einflussspäre. Die Araber eroberten das Kap Bon im Jahr 674, doch nur wenige Jahrzehnte später griffen auch die Normannen die Stadt an und plünderten sie wiederholt. Im Jahr 1148 legte Roger II. einen befestigten Platz an, um das benachbarte Hammamet zu belagern. Im Zuge der Rückeroberung der Iberischen Halbinsel durch die Christen (reconquista) siedelten sich mehrfach Flüchtlinge (darunter auch viele Juden) hier an; dadurch entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum für Handwerk und Handel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die teilweise überwölbten Gassen der Suqs in der Medina von Nabeul
  • Etwa 2,5 km südlich des Stadtzentrums wurden eine Villa mit Mosaikfußböden (Maison des Nymphes = ‚Haus der Nymphen‘) und eine römische Fischverarbeitungsfabrik freigelegt. Hier wurden die in der römischen Küche beliebte Würzpaste Garum hergestellt und Fische durch Einsalzen konserviert.
  • Im Zentrum Nabeuls befindet sich ein im Jahr 1984 eingeweihtes kleines, aber modernes Archäologisches Museum. Hier sind sowohl Funde aus ‚Neapolis‘ als auch aus dem nahe gelegenen Kerkouane ausgestellt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Nabeul war der Geburtsort des Dichters Jean Venturini (* 17. September 1919; † 17. Juni 1940).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ursula Eckert, Wolfgang Eckert: Reisehandbuch Tunesien. Vom Mittelmeer zu den Oasen der Sahara. Därr, Hohenthann 1995, ISBN 3-921497-74-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nabeul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Institut National de la Statistique - Tunisie: Volkszählung 2004. (französisch)