Nachal Arugot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nachal Arugot
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Nachal Arugot im Mai 2006

Nachal Arugot im Mai 2006

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Israel und Westjordanland
Flusssystem Nachal ArugotVorlage:Infobox Fluss/ABFLUSSWEG_fehltVorlage:Infobox Fluss/QUELLE_fehlt
Mündung ins Tote Meer31.46172535.399708333333Koordinaten: 31° 27′ 42″ N, 35° 23′ 59″ O
31° 27′ 42″ N, 35° 23′ 59″ O31.46172535.399708333333
Höhenunterschied 1400 m
Länge 31 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Wadi

Der Nachal Arugot ist ein in west-östlicher Richtung verlaufendes Wadi in Israel und dem Westjordanland. Er mündet südlich von En Gedi in das Tote Meer und durchläuft dabei einen Höhenunterschied von 1400 m. Die drei Teile des 31 km langen Wadis tragen in arabischer Sprache die Namen Wadi el-Jihar, Wadi el-Ghar und Wadi Areijeh.

Archäologische Funde[Bearbeiten]

Aufgrund seiner Lage in der Judäischen Wüste gab es entlang des Nachal keine dauerhaften Siedlungen, sondern lediglich saisonale Niederlassungen von Beduinen sowie Forts. Archäologische Surveys erbrachten architektonische Überreste und Keramik aus der Eisenzeit, der hellenistischen sowie der frühen römischen Zeit. Im Wadi el-Jihar fanden sich Klosteranlagen aus byzantinischer Zeit wie die Nea Laura, das Severianus-Kloster und Khirbet ed-Deir. An der Mündung des Nachal wurden zahlreiche Gräber mit Holzsärgen und Holzossuarien entdeckt. In einer der Höhlen wurde ein Krughenkel mit der Aufschrift „für Nachum, meinen Sklaven“ in althebräischer Schrift gefunden.

Levitikus-Rolle[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 fanden Beduinen vom Stamm der Rashaidah in einer kleinen und kaum zugänglichen Höhle im Nachal Arugot vier beschriftete Lederfragmente. Die Höhle gehört zu einer Gruppe von insgesamt vier Höhlen, die unter einem großen Wasserfall am südlichen Rand des Nachal gelegen sind. In ihnen wurden auch Keramik und Textilien aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstandes gefunden. Zunächst konnten die Fragmente im August 2004 von Roi Porat, einem Schüler Hanan Eshels von der Bar-Ilan-Universität, photographiert werden. Da ein Ankauf antiker Schriftrollen unklarer Herkunft in Israel per Gesetz verboten ist um den illegalen Handel mit Antiquitäten einzuschränken, weigerte sich Eshel zunächst, den Beduinen die Fragmente abzukaufen. Mit finanzieller Unterstützung des Jeselsohn Epigraphic Center of Jewish History konnten die Fragmente im März 2005 schließlich dennoch erworben werden. Zwei der Fragmente waren inzwischen zusammengefügt worden, vielleicht durch die Beduinen oder einen Antikenhändler. Für Eshel und Porat hatte der Ankauf dennoch ein juristisches Nachspiel.[1]

Der Bach im Hochsommer

Fragment A misst etwa 3,5 × 3,5 cm. Es enthält den oberen Rand einer Rolle sowie die Überreste von vier Zeilen Text. Diese lassen sich als Leviticus 23,38f. identifizieren. Die Fragmente B und C messen etwa 6 × 5,5 cm. Der erhaltene Text verteilt sich auf zwei Kolumnen, wobei von der rechten noch 8 Zeilen, von der linken 5 Zeilen erhalten sind. Der Text der rechten Kolumne enthält Lev 23,40-44, jener der linken Lev 24,16-19. Das vierte Fragment bestand aus verschiedenen Lagen. Mit Hilfe von Infrarot-Untersuchungen konnten Buchstabenreste erkennbar gemacht werden. Eine Trennung der Lagen half jedoch nicht bei der Entzifferung und Zuordnung der winzigen Fragmente. Zeilen und Kolumnenränder sind mit einem spitzen Gegenstand vorgezogen. Eine Rekonstruktion der Rolle ergibt, dass jede Kolumne 36 Zeilen beinhaltet haben müsste. Die Schrift lässt sich paläographisch in die Zeit nach der Zerstörung des Tempels 70 n.Chr. datieren. Der Text weicht nur in einem einzigen Fall (Lev 23,4) in der plene-Schreibung vom masoretischen Text ab. Diese Schreibung wird interessanterweise im babylonischen Talmud im Traktat Sukka für eine halachische Auslegung verwendet.

Paläographie und archäologischer Fundkontext legen insgesamt nahe, dass die Rolle in der Zeit des Bar-Kochba-Aufstandes in die Höhle gebracht wurde. Es ist der erste Fund einer biblischen Schriftrolle am Toten Meer seit 1962.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanan Eshel, Yosi Baruchi, Roi Porat: Fragments of a Leviticus Scroll (ArugLev) Found in the Judean Desert in 2004. In: Dead Sea Discoveries 13 (2006), 55-60.
  • Gideon Hadas: Arugot, Naḥal. In: Encyclopedia of the Dead Sea Scrolls, ed. L.H. Schiffman, J.C. VanderKam. Oxford 2000, 67-68.
  • Yizhar Hirschfeld: The Judean Desert Monasteries in the Byzantine Period. London and New Haven 1992. ISBN 0-300-04977-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nachal Arugot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.haaretz.com/print-edition/features/questioning-a-scientist-s-true-intentions-1.227293