Nader Naderpour

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nader Naderpour, auch Nāder Nāderpur (* 6. Juni 1929 in Teheran; † 18. Februar 2000 in Los Angeles) war ein iranischer Schriftsteller und Lyriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in eine künstlerisch und kulturell aktive Familie wurde Nader 1950 nach Gymnasium und Abitur im Iran zum Literaturstudium nach Frankreich an die Sorbonne in Paris gesandt.

Nach seiner Rückkehr in den Iran arbeitete Nader Naderpour im Ministerium für Kunst und Kultur und wurde Herausgeber der Monatszeitschrift „Honar va Mardom“ (Kunst fürs Volk).

1964 ging Nader Naderpour zum Studium der italienischen Literatur nach Rom. Er heiratete 1957 Shahla Hirbod. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Das Paar trennte sich 1961. Als sich 1968 die Schriftsteller Irans in einem Berufsverband organisierten, gehörte Nader Naderpour zu den Gründungsmitgliedern. Nach seiner Rückkehr in den Iran im Jahr 1971 leitete Nader Naderpour die Abteilung für zeitgenössische Literatur (Goroohe Adabe Emrooz) des staatlichen Hörfunk und Fernsehens neben seiner Herausgebertätigkeit bei der Zeitschrift „Namayesh“ (Theater).

Aus Honar va Mardom (Kunst fürs Volk) war inzwischen ein Kulturprogramm geworden, in dessen Rahmen wöchentliche Livekonzerte in den Parks von Teheran vom Radio und Fernsehen organisiert und landesweit übertragen wurden.

Seit 1940 veröffentlichte Nader Naderpour Gedichte. Auch während seiner Tätigkeit beim Ministerium für Kunst und Kultur und beim staatlichen Rundfunk schrieb und publizierte er weiter Gedichte.

Nach der Islamischen Revolution floh Nader Naderpour 1980 nach Frankreich. 1984 heiratete er Jaleh Bassiri, der er seinen letzten Gedichtband widmete. 1987 siedelte er nach Kalifornien in die USA über. Dort lehrte er an der UCLA und der UC Berkeley.

Nader Naderpour starb am 18. Februar 2000. Er ist auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles bestattet. Nach seinem Tod gründete seine Witwe die Naderpour-Stiftung zu seinem Angedenken.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nader Naderpour gilt als klassischer iranischer Dichter der Moderne. Er veröffentlichte insgesamt neun Gedichtbände, die in Auszügen ins Englische, Französische, Deutsche und Italienische übersetzt wurden. Seine Sprache ist bildhaft-romantisch und tief mit der Textur der iranischen Literatur verwoben.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eyes and Hands (Augen und Hände), 1954
  • Daughter of the Cup, 1955
  • The Grape Poem, 1958
  • Collyrium of the Sun (Der Lidschatten der Sonne), 1960
  • Not Plant and Stone, But Fire (Nicht Pflanze noch Stein, sondern Feuer), 1978
  • From the Sublime to the Ridiculous, 1978
  • The Last Supper (Das letzte Abendmahl), 1978
  • False Dawn, University of Texas, Austin, Tx. 1982
  • Blood and Ash, 1989
  • Earth and Time,1996.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reza Aslan: Tablet & Pen: Literary Landscapes from the Modern Middle East. Words without borders. New York und London 2011, S. 633
  • Farhad Mafie: Nader Naderpour (1929–2000). Iranian poet, thinker, patriot. Mellen, Lewiston, N.Y. 2003, ISBN 0-7734-68404.
  • Kurt Scharf: „Ertrage nicht länger das Schweigen auf deinen Lippen, du Land!“ Zur zeitgenössischen persischen Lyrik. die horen 26 (1981), S. 9–32; S. 24 f. und 167

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]