Naturkapital

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Natürliche Ressource und Naturkapital überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. ZielonyGrzyb|Fragen? 10:55, 17. Okt. 2015 (CEST)

Naturkapital ist eine Metapher für Mineralien, Pflanzen und Tiere der Biosphäre, soweit man sie als Produktionsfaktor für die Herstellung von Sauerstoff, als Wasserfilter, Verhüter von Erosion, Träger von Genmaterial oder anderen natürlichen Leistungen betrachtet. Es ist ein Ansatz, den ökonomischen Wert des Ökosystems zu erfassen, der über das traditionelle Verständnis nicht-menschlichen Lebens als passive natürliche Ressource hinausführt.

Analogie zu sonstigen Kapitalgütern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Naturkapital-Metapher ist insofern nur eine Metapher, als sie Vorgänge, die unmittelbar Werte schaffen, als Kapital bezeichnet, obwohl der Kapitalbegriff der gängigen Volkswirtschaftslehre nur vorgetane Arbeit in reiner Form oder in Kombination mit Boden zum Kapital rechnet. Naturkapital in diesem Sinne sind also nur die Ergebnisse der Naturvorgänge, die natürlichen Ressourcen. Die Vorgänge selbst sind als Teil des Produktionsfaktors Boden anzusehen.

Andererseits rechnen Robert Costanza, Amory Lovins, L. Hunter Lovins, Paul Hawken und andere Vertreter der Naturkapitaltheorie „Naturleistungen“ bewusst nicht zum Produktionsfaktor Boden, weil sie durch menschliche Aktivitäten erheblich gestört und zerstört werden können und dadurch ein „Kapital“ der Natur vernichtet wird. So sei bereits jetzt die Naturleistung zu gering, um die Folgen gegenwärtiger Wirtschaftsweise aufzufangen (vgl. Ökologischer Fußabdruck).

Costanza definiert Naturkapital funktional als „Bestand natürlicher Ökosysteme, der einen Strom wertvoller Ökosystem-Güter und -Dienstleistungen liefert.“[1] Das Naturkapital ist in dieser Sichtweise eine Bestandsgröße. Die dazugehörige Flussgröße sind die Ökosystemdienstleistungen und Umwelt- bzw. Naturgüter.

Verwendung des Konzepts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzept des Naturkapitals wird genutzt, um Wohlfahrtsmaße zu entwickeln (vgl. Comprehensive wealth) bzw. generell, um volkswirtschaftliche Gesamtrechnung um umweltökonomische Gesamtrechnung zu erweitern. Dabei gilt es, Naturkapitalbestände zu erfassen und ggf. einer ökonomischen Bewertung zu unterziehen. Auch bildet nicht-erneuerbares Naturkapital eine wichtige Grundlage der Ressourcenökonomik.

Critical Natural Capital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Critical Natural Capital (CNC) bezeichnet man den Bestand an Naturkapital bzw. konkreten Naturkapitalgütern (bspw. sauberes Wasser oder saubere Luft), der für das menschliche Überleben unabdingbar ist.[2] Das Konzept basiert auf der Annahme, dass es für viele Naturkapitalgüter (Ökosystemdienstleistungen) einen „kritischen Schwellenwert“ gibt, bei dessen Unterschreitung sie im ökonomischen Sinne „essentiell“ werden, d. h. nicht substituierbar. Dementsprechend kann CNC nicht ökonomisch bewertet werden, da ökonomische Bewertung streng auf der Annahme von Substituierbarkeit basiert.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Costanza: Natural Capital. In: Enyclopedia of the Earth. 31. Juli 2008, abgerufen am 23. Januar 2016.
  2. Paul Ekins, Carl Folke, Rudolf de Groot: Identifying critical natural capital. In: Ecological Economics. Band 44, Nr. 2–3, 2003, S. 150–163, doi:10.1016/S0921-8009(02)00271-9.
  3. Joshua Farley: The role of prices in conserving critical natural capital. In: Conservation Biology. Band 22, Nr. 6, 2008, S. 1399–1408, doi:10.1111/j.1523-1739.2008.01090.x.