Naturschutzgebiet Westlicher Rhönwald

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NSG Westlicher Rhönwald

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

f1
Lage Hilders, Hessen, Deutschland
Fläche 44,41 ha
Kennung 1631034
WDPA-ID 319320
Natura-2000-ID DE-5525-351
Vogelschutzgebiet -346,75 km²
Geographische Lage 50° 34′ N, 10° 3′ OKoordinaten: 50° 34′ 13″ N, 10° 2′ 35″ O
Naturschutzgebiet Westlicher Rhönwald (Hessen)
Naturschutzgebiet Westlicher Rhönwald
Einrichtungsdatum 1997

Das Naturschutzgebiet Westlicher Rhönwald ist ein 44,41 Hektar großes Naturschutzgebiet in der hessischen Gemeinde Hilders im Landkreis Fulda.[1] Das Gebiet ist als Kernzone im Biosphärenreservat Rhön ausgewiesen. Außerdem liegt das Naturschutzgebiet innerhalb des deutlich größeren EU-Vogelschutzgebiets Hessische Rhön (Kennung DE- 5425-401). Dadurch sind die Flächen Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 im FFH-Gebiet Hochrhön mit der Kennung 5525-351.[2]

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Westlicher Rhönwald liegt 3,5 km westlich von Hilders direkt an der Landesgrenze zu Thüringen. In Thüringen befindet sich 2 km nordöstlich Oberweid und 3 km südwestlich Frankenheim. Es ist erreichbar über Feldwege, die von der hessischen Landesstraße L3176 zwischen Hilders und Frankenheim abzweigen. Im Osten grenzt das Naturschutzgebiet an das jenseits der ehemaligen Innerdeutschen Grenze schon 1967 ausgewiesene NSG Rhönwald mit einer Größe von 134 ha (WDPA-ID 165169).[3]

Im Gebiet des NSG fallen ungefähr 950 mm mittlerer Jahresniederschlag bei einer Jahresmitteltemperatur zwischen 5 und 6 °C. Damit ist es dort innerhalb der Rhön relativ nass und kalt.[4]

Das primäre Schutzziel ist dort die Erhaltung und Sicherung eines buchen- und edellaubholzreichen Bergwaldes im Übergangsbereich der mittleren zu den oberen Berglagen. Beide Kernzonen werden von Basalt aus Vulkanismus geprägt, der in einem Muschelkalksockel aufgelagert ist.[4] Neben dem Schutz des Waldökosystems sind laut der Verordnung vom 7. Dezember 1997 die wissenschaftliche Beobachtung der Sukzessionsprozesse und deren Dokumentation von Bedeutung für die Ausweisung als NSG. Von besonderem Interesse ist dabei die Anfangsphase in der Zeit ohne menschliche Eingriffe.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Thüringer NSG Rhönwald wurde schon 1990 kurz vor der Wiedervereinigung durch die DDR-Regierung im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR als Kernzone ausgewiesen und als solche auch 1991 bei der Ausweisung des Biosphärenreservats Rhön belassen. 1997 wurde das NSG Westlicher Rhönwald direkt angrenzend daran ebenso ausgewiesen. Als 2007 zum weiteren Erhalt der Anerkennung als Biosphärenreservat weitere Kernzonen bis zu einem Mindestanteil von 3 % an der Gesamtfläche notwendig wurden, war das NSG Rhönwald eine der vorgeschlagenen und neu ausgewiesenen Flächen.[6]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westliche Rhönwald ist außer einer Waldwiese und dem Streifen entlang der ehemaligen Zonengrenze komplett bewaldet. Der ehemalige Grenzstreifen ist seit 1990 der Sukzession überlassen und es hat sich zwischenzeitlich ein Busch- und Baumbestand aus Birken, Salweiden und Zitterpappeln entwickelt. Im Sommer sind blühende Staudengewächse wie die Türkenbundlilie, Buschwindröschen, Waldsegge, Große Sternmiere, Wald-Ziest und Waldbingelkraut dort zu finden.[4]

Als Waldtyp dominiert der Zwiebelzahnwurz-Buchenwald. Ergänzt wird er auf kleineren Flächen durch blockreichen Ahorn-Linden-Schutthaldenwald und einem kleinen Erlensumpfwald. Der Boden im NSG ist meist sauer und es wachsen neben der Rotbuche an Bäumen hauptsächlich Berg-Ahorn und Esche sowie seltener Spitz-Ahorn und Berg-Ulme. In der Krautschicht finden sich primär Busch-Windröschen, Großes Springkraut, Zwiebel-Zahnwurz und Hexenkraut. An manchen Plätzen gibt es üppige Bärlauch-Bestände. Vorhandene Hochstaudengewächse wie Platanenblättriger Hahnenfuß, Silberblatt, Eisenhut und Glänzender Kerbel ergänzen die Pflanzengesellschaft.[5]

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laubwälder mit einem hohen Totholzanteil wie ihn die ungenutzten Kernzonen aufweisen sind ein wertvoller Lebensraum für Vögel wie den Schwarz-, den Bunt-, Grün- und den Grauspecht und auch für den Kleiber und den Waldlaubsänger. Ebenso finden dort Fledermäuse ungestörte Rückzugsräume.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naturregionen in Hessen; Lemma in Suchmaske eingeben
  2. NATURA 2000-Verordnung Hessen (Memento des Originals vom 27. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/natura2000-verordnung.hessen.de Viewer zum Schutzgebiet 5525-351
  3. NSG Rhönwald auf protectedplanet.net; abgerufen am 26. April 2016
  4. a b c d Naturschutzgebiet „Rhönwald“ – Kernzone im Biosphärenreservat Rhön auf biosphaerenreservat-rhoen.de; abgerufen am 26. April 2016
  5. a b Westlicher Rhönwald: Waldökosystem bleibt natürlicher Dynamik überlassen auf Osthessen-News vom 16. April 2016; abgerufen am 26. April 2016
  6. Kernzonenkonzept des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön; pdf; abgerufen am 26. April 2016