Zentrum Kreuzberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Neues Kreuzberger Zentrum)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zentrum Kreuzberg
Neues Kreuzberger Zentrum
Zentrum Kreuzberg
Kreuzberger Zentrum am „Kotti“ im Jahr 2004
Basisdaten
Ort: Berlin-Kreuzberg
Bauzeit: 1969–1974
Eröffnung: 1974
Sanierung: schrittweise ab den 1990er Jahren
Baustil: Moderne
Architekten: Wolfgang Jokisch,
Johannes Uhl
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Wohnhaus
vorgesetzt: Gewerbebau
Wohnungen: 367
Eigentümer: Gewobag
Bauherr: Kommanditgesellschaft im Auftrag des Senats von Berlin
Hausverwaltung: Kremer Hausverwaltungen GmbH
Technische Daten
Höhe: 35 m
Etagen: 12
Baustoff: Stahlbeton
Konstruktion: Skelettbau
Anschrift
Stadt: 10969 Berlin,
Adalbertstraße 96–98,
Reichenberger Straße 174–177
Land: Deutschland

Das Zentrum Kreuzberg (bis 2000 Neues Kreuzberger Zentrum) ist ein Gebäuderiegel am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg, der 1969–1974 im Rahmen des Wiederaufbaus des kriegszerstörten Berlin entstand. Seine Architekten waren Wolfgang Jokisch und Johannes Uhl.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum Kreuzberg ist ein Gebäude mit zwölf Etagen und 367 Wohnungen. Die Fassade bildet zum Platz hin einen leichten Winkel. Der Längsseite zur Straßenkreuzung hin ist ein viertelkreisförmig ausgelegter zwei- bis dreietagiger Bau vorgelagert, der rund 15.000 Nutzfläche für Gewerbe bietet. Schließlich gehörten zum NKZ auch zwei Parkhäuser, von denen eins zu einer Kindertagesstätte umgebaut wurde.

Bars, Restaurants, Kinos und die Stadtteilbibliothek gehören zu dem kulturellen Umfeld. Verkehrsmäßig ist das NKZ an den U-Bahnhof Kottbusser Tor mit zwei Linien und mehrere Omnibuslinien der BVG angebunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg führten im umliegenden Kiez dazu, dass fast die gesamte Vorkriegsbebauung nach 1950, nach rigorosen Entmietungsmethoden und teilweise unter Protest, abgerissen wurde. Ein kleiner Trakt mit drei älteren Miethäusern auf der Nordostseite des Platzes blieb erhalten und konnte in späteren Jahren saniert und in den neu gestalteten Platz integriert werden.

Die Berliner Verwaltung hatte im Jahr 1963 nach vorliegendem städtebaulichem Gutachten durch die Gruppe um Hans Scharoun das Projekt Erstes Stadterneuerungsprogramm West-Berlins aufgelegt. Architekten wurden zu Bebauungswettbewerben eingeladen. Als Eigentümer und Bauherr gründete sich 1968 eine Kommanditgesellschaft, die zur Errichtung großzügige Steuervergünstigungen und Investitionszulagen erhielt und seither gut verdient.

Die Entwürfe von Wolfgang Jokisch und Johannes Uhl erhielten die Präferenz und innerhalb von fünf Jahren entstand das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) mit Wohnküchen und Balkons zu jeder Wohnung. Der Gebäuderiegel überbrückt die Adalbertstraße. Ihm schloss sich später ein ähnlicher Baukomplex bis zur Skalitzer Straße an, der unmittelbar mit dem NKZ verbunden ist. Fast zeitgleich entstand auch ein ähnlich strukturiertes Ensemble rund um den Mehringplatz.

Die neuen Mieter am Kottbusser Tor zogen – vor allem wegen der engen wohnlichen Nähe und den als Sozialwohnungen ausgewiesenen Unterkünften – jedoch bald aus, Gewerbeflächen verzeichneten Leerstände. Das führte zu wachsender Kriminalität und Verslumung. Der Senat und das Bezirksamt reagierten mit einem geänderten Konzept „zur behutsamen Stadterneuerung“. Unter dem Einfluss der Internationalen Bauausstellung 1984/87 entwickelten die Planer Vorschläge für Veränderungen des Wohnumfelds am Kottbusser Tor, die schrittweise verwirklicht wurden:

1988 erfolgte ein Umbau des Parkhauses in der Dresdener Straße zu einer Kindertagesstätte, die Betontreppe für die Gewerbevorbauten an der Adalbertstraße wurde anschließend durch eine filigranere Stahltreppe ersetzt.[2] Die Hauseingänge wurden renoviert und so umgebaut, dass nur noch Bewohner hinein gelangen, Fahrstühle erneuert. Trotzdem konnten die Kaltmieten bis heute relativ gering gehalten werden.

Ein zu Beginn des 21. Jahrhunderts eingeführtes Quartiermanagement erreichte eine allmähliche Wiederbelebung des NKZ. Als äußeres Zeichen des Wandels erhielt der Gebäudekomplex im Jahr 2000 den geänderten Namen Zentrum Kreuzberg, der als Leuchtschrift an der Betonbrücke über der Adalbertstraße montiert wurde. Alle Wohnungen sind inzwischen vermietet, auch das verbliebene Parkhaus und es gibt Wartelisten für Interessenten.

Im Gewerbevorbau wurde im Jahr 2009 ein Backpacker-Hotel eingerichtet.

Im April 2017 erwarb das kommunale Wohnungsbauunternehmen Gewobag das Zentrum Kreuzberg.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anne Lena Mösken: Ein Häuschen in Kreuzberg. In: Berliner Zeitung vom 22./23. November 2014, Magazin S. 1/2.
  2. Uwe Aulich: Die neue Stahltreppe soll Symbol für den Wandel sein. In: Berliner Zeitung, 26. Februar 2000, abgerufen am 8. Januar 2017.
  3. Wohnungsbau in Berlin: Landeseigene Gewobag kauft NKZ am Kotti. In: Der Tagesspiegel, abgerufen am 21. April 2017.

Koordinaten: 52° 30′ 0,5″ N, 13° 25′ 6,5″ O