Rauch-Haus-Song

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Das Georg-von-Rauch-Haus
Ein besetztes Gebäude, an dem ein Transparent mit dem Slogan „...das ist UNSER haus“ (rechts oben) befestigt ist.

Der Rauch-Haus-Song ist ein Lied der Berliner Politrock-Band Ton Steine Scherben, welches auf deren zweiten Studio-Album Keine Macht für Niemand unter dem Label David Volksmund Produktion veröffentlicht wurde.

Das Lied thematisiert die Besetzung des ehemaligen Bethanien-Krankenhauses in Berlin-Kreuzberg unweit des Mariannenplatzes am 8. Dezember 1971. Das Haus wurde von seinen Besetzern in „Georg-von-Rauch-Haus“ umbenannt – nach dem am 4. Dezember 1971 bei einem Schusswechsel mit der Polizei erschossenen Georg von Rauch. In der Hausbesetzerszene ist das Lied zum Evergreen geworden, da sich der Refrain „Ihr kriegt uns hier nicht raus! Das ist unser Haus“ sehr gut als Parole eignet.

Das Lied fand außerdem Verwendung in dem 1998 erschienenen Film 23 – Nichts ist so wie es scheint[1]

Liedauszug und Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Refrain:

Und wir schreien’s laut:
Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.

Mit „Schmidt und Press und Mosch“ sind Günter Schmidt, Heinz Mosch und Press gemeint, die symbolisch als Spekulanten und Erbauer des Neuen Kreuzberger Zentrums galten.[2][3]

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahr 2000 veröffentlichte die Deutschpunk-Band 1. Mai 87 das Album Rip Off inklusive des Titels Rauch-Haus-Song.[4]
  • Der DJ WestBam veröffentlichte 2001 einen Remix auf dem Album Pop 2001 - Geschichte wird gemacht.[4]
  • 2006 veröffentlichte der Sänger und Schauspieler Jan Plewka den Film Jan Plewka singt Rio Reiser – Eine Reminiszenz an den König von Deutschland inklusive des Rauch-Haus-Songs.[4]
  • Brigade S veröffentlichte 2009 den Song auf ihrem fünften Album Turbobuben.[4]
  • 2013 veröffentlichte die Hamburger Band Rantanplan eine Coverversion zum Anlass der Räumung der Esso-Häuser, des Konflikts um die Rote Flora und den diesbezüglichen Protesten, welche zum Jahreswechsel 2013/2014 in Hamburg stattfanden.[4]
  • Auf dem zweiten Album von Swiss und Die Andern, Missglückte Welt, befindet sich der Rauschhaussong als Titelnummer 9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Christian Schmid: 23. 14. Januar 1999, abgerufen am 10. Januar 2017.
  2. Rauch-Haus-Song. In: RioLyrics.de. Robert Kneschke (Hrsg.), abgerufen am 5. Juni 2015.
  3. Berlin-Förderung: So exzessiv und schamlos. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1973 (online). Zitat: „Dort heißt es u.a.: „Am Kottbusser Tor wollte Immobilien-Makler Günter Schmidt in halbkreisförmigem Bogen Gewerbe- und Wohnbauten für 80 Millionen Mark hochziehen. Doch auf dem Gelände standen noch Häuser, aus denen die Mieter nicht weichen mochten. Bauherr Schmidt sah sein ‚Neues Kreuzberger Zentrum‘ in Gefahr und beschloß, die ‚Entmietung‘ der Altbauten zu forcieren: Ohne Vorwarnung ließ er Türen und Fenster des noch teilbewohnten Hauses Dresdener Straße 131 herausbrechen und auf den Hof werfen. Begründung: ‚Wir wollen nicht, daß sich Gastarbeiter und anderes Gesindel einnisten.‘““
  4. a b c d e Cover P-R. In: scherbencover.de. Christian Noller (Hrsg.), abgerufen am 5. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]